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Auf der Baustelle am Waidmarkt ist die Beweissicherung zur Feststellung der Einsturzursache endgültig abgeschlossen

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Am Waidmarkt geht es weiter Sobald wie möglich sollen die Vorarbeiten für die Sanierung beginnen

11.09.2020

Kollektive Erleichterung: Mehr als elf Jahre nach dem Einsturz kann am Waidmarkt endlich weitergebaut werden! Einen langwierigen Zivilprozess mit ungewissem Ausgang wird es nicht geben: Der Rat der Stadt stimmte in einer Sondersitzung am 29. Juni einem Verwaltungsvorschlag zum Abschluss eines Vergleiches zwischen den bauausführenden Firmen, der Arge Nord-Süd Stadtbahn Köln (Arge Los Süd), sowie der Stadt Köln und der KVB AG zu. „Damit sind alle Forderungen und Schadensersatzansprüche vom Tisch“, fasst der Fachvorstand der KVB, Jörn Schwarze, zusammen.

Übernahme der Kosten. Die Arge Los Süd verpflichtet sich zur Zahlung von 600 Millionen Euro an die Stadt Köln. Damit sind die Ansprüche der KVB ebenfalls abgedeckt. Die Arge Los Süd wird zudem auf eigene Kosten das Gleiswechselbauwerk sanieren und die vertraglich geschuldete Bauleistung zur Fertigstellung des Gleiswechsels erbringen. Die Investitionen für die Errichtung einer Halle für Kunst, Kommunikation und Kultur („K3“) in der oberen Ebene des Bauwerks wird die Arge Los Süd ebenfalls übernehmen. „Die Beweiserkundungen sind endgültig eingestellt“, sagt Dipl.-Ing. Schwarze. „Sobald der Sachverständige des Landgerichts die Baustelle geräumt hat und die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, wird die Besichtigungsbaugrube verfüllt. Das dauert rund ein halbes Jahr, die anschließende Sanierung und Fertigstellung des Gleiswechsels circa sechs bis sieben Jahre.“

Umleitung des Verkehrs. Sobald wie möglich sollen Vorarbeiten für die Sanierung beginnen. Die Behelfsbrücke in Höhe der Baugrube muss zurückgebaut und der Kopfbalken auf den Schlitzwänden neu hergestellt werden, um hierauf die neue Brücke zu lagern. Etwa ein Jahr lang muss die Severinstraße daher zwischen dem Abzweig zum Georgsplatz und der Parkplatzeinfahrt des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums gesperrt werden. Wegen der beengten Platzverhältnisse können dann nur noch Fußgänger passieren. Auto- und Radverkehr werden während der gesamten Bauzeit umgeleitet, ebenso die Buslinien 106 und 132. Gemäß einer Aufl age der Bezirksregierung muss vor Baubeginn eine rund drei Meter hohe Schallschutzwand installiert werden.

Information der Anwohner. „Wegen der Corona-Pandemie können wir keine Informationsveranstaltungen durchführen. Deshalb haben wir schon frühzeitig Gespräche mit den gewerblichen Anliegern und Schulen geführt. Die Anwohner werden per Postwurfsendung benachrichtigt“, so Jörn Schwarze. „Der Neustart ist mit Belastungen verbunden, aber sobald die neue Brücke fertig ist, kann das Loch abgedeckelt werden und die Arbeiten finden vorwiegend darunter statt. In Zusammenarbeit mit der Arge Los Süd setzen wir alles daran, das Bauvorhaben so zügig wie möglich durchzuführen und abzuschließen.“
  

KurzTakt

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Amt angetreten
Neuer Vorstand

Dr. Thomas Schaffer hat am 1. September sein Amt als neuer Vorstand der KVB angetreten. Der Bankkaufmann und promovierte Volkswirt nahm nach Tätigkeiten in den USA, Hongkong, Antwerpen und Köln 2001 seine Tätigkeit bei der Deutschen Bahn AG auf. Dort arbeitete der Finanzfachmann in der Konzernentwicklung, für die DB Regio AG, im Vorstand der DB Netz AG und zuletzt in der Geschäftsleitung der DB Regio Bus. Der KVB-Aufsichtsrat hatte Schaffer im März zum Nachfolger von Peter Hofmann gewählt, der im August 2019 aus dem Amt ausgeschieden war.