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Im Alter lauern zwei tückische Gefahren: Es droht der Verlust der Sehfähigkeit

Es droht der Verlust der Sehfähigkeit

Frühzeitig erkannt, können Augenkrankheiten eingedämmt werden. Foto: LuckyBusiness/iStock/thinkstock.com

Altersbedinge Makuladegeneration und Grüner Star können im Frühstadium aufgehalten, das Sehvermögen weitgehend erhalten werden. Regelmäßige Checks sind ratsam.

Madeleine V. war eine selbstständige, vielseitig interessierte und weit gereiste Frau. Dass sie mit gerade einmal Mitte 70 auf Rundumbetreuung im Altenheim angewiesen sein würde, hätte sie sich nie träumen lassen. Das Problem begann, als ihre Augen vor einigen Jahren so schlecht wurden, dass sie nicht mehr Auto fahren und vor allem nicht mehr lesen konnte. Ihre Selbstständigkeit und ihre geliebten Bücher aufgeben zu müssen, löste eine Depression aus. Die ehemalige Chefsekretärin verlor die Kontrolle über ihr Leben. Dass Menschen allein aufgrund ihres Alters erblinden, ist heutzutage deutlich seltener als früher. Dennoch stellen vor allem zwei Erkrankungen eine Gefahr für das Augenlicht dar: Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – wie bei Madeleine V. – und der Grüne Star, Fachausdruck Glaukom. Hauptrisikofaktor für beide ist das Alter. Der harmlosere Graue Star ist gut zu operieren.

Als Makula wird der „gelbe Punkt“ auf der Netzhaut im hinteren Bereich des Auges bezeichnet, der für scharfes Sehen sorgt. Erste Symptome für eine AMD sind eine verschwommene und verzerrte Wahrnehmung im Zentrum des Gesichtsfeldes, so der Berufsverband der Augenärzte BVA. Dadurch wird das Lesen und das Erkennen von Personen immer schwieriger. Etwa vier Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen, AMD ist hier die mit Abstand häufigste Erblindungsursache. Schwacher Trost: Auch bei schweren Krankheitsverläufen bleibt das periphere Sehen und damit die Orientierung im Raum fast immer erhalten.

Die „feuchte AMD“ schreitet schnell fort und ist unheilbar
Glaukom: Allmählich und oft unmerklich verschwimmt alles.
Glaukom: Allmählich und oft unmerklich verschwimmt alles.
Foto: kzenon/iStock/ thinkstock.com
Foto: kzenon/iStock/ thinkstock.com
Es wird unterschieden zwischen einer „trockenen“ und einer „feuchten“ AMD. Die mildere trockene Variante ist mit 85 Prozent die verbreitetere. Dabei bildet sich ein Teil der Netzhaut zurück, wird dünner und kann absterben. Die Sehfähigkeit wird durch den Ausfall von Sehzellen schrittweise beeinträchtigt, erläutert der BVA. Zu Beginn ist die Sehnaft nur wenig eingeschränkt. Später wird das zentrale Gesichtsfeld jedoch erheblich beeinträchtigt oder fällt vollständig aus.

Bei der tückischen feuchten AMD bilden sich krankhafte Gefäße, die Flüssigkeit absondern und die Netzhaut zerstören. Die feuchte AMD-Form entwickelt sich in der Regel aus der trockenen. Sie ist zwar seltener, jedoch geht sie mit einem schnell fortschreitenden und irreversiblen Sehverlust einher.

Eine Heilung der Erkrankung – egal ob trocken oder feucht – ist bis heute nicht möglich. In vielen Fällen kann das Fortschreiten gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Empfohlen wird eine regelmäßige Netzhautuntersuchung vom 55. Lebensjahr an. Wer Warnzeichen wahrnimmt, sollte dies vom Augenarzt rasch abklären lassen.

Altersbedinge Makuladegeneration: Ausfälle im Zentrum.
Altersbedinge Makuladegeneration: Ausfälle im Zentrum.
Foto: mchebby/ iStock/thinkstock.com
Foto: mchebby/ iStock/thinkstock.com
Das Glaukom ist die zweithäufigste Erblindungsursache weltweit. Die Häufigkeit beträgt bei Menschen über 65 Jahren bis zu vier Prozent. Diese Erkrankung des Sehnervs raubt den Betroffenen – oft über Jahre hinweg unbemerkt – ihr Sehvermögen. Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Universitäts-Augenklinik Mainz, warnt: „Etwa jeder zweite Betroffene weiß nichts davon. Denn die Krankheit verursacht keine Schmerzen.“ Unbehandelt führt sie jedoch zu Ausfällen im Gesichtsfeld, zunächst am Rand, später auch im Zentrum. Schäden lassen sich nicht rückgängig machen. Hauptrisikofaktor neben dem Alter und bestehender Kurzsichtigkeit ist erhöhter Augeninnendruck: Dann steigt die Gefahr, dass der Sehnerv geschädigt wird. Manches Glaukom kommt jedoch ohne Innendruck-Erhöhung daher, so dass ein unauffälliges Testergebnis keine hundertprozentige Entwarnung bedeutet.

Wird ein Glaukom früh erkannt, können Augenärzte es meist gut behandeln. Mit Augentropfen, einer Laserbehandlung oder einem chirurgischen Eingriff kann das Sehvermögen erhalten werden. Der Berufsverband der Augenärzte rät zum regelmäßigen Check vom 40. Lebensjahr an.

Klinik für Augenheilkunde
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