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„Ein flüchtiger Blick genügte ihr“: Der Vorstand der Mehl-Mülhens-Stiftung, Günter Paul, spricht über die Ursprüngedes Mehl-Mülhens-Rennens und dessen Schirmherrin

Günter Paul ist seit 20 Jahren Vorstand der Stiftung. Foto: Marc Ruehl

Das Gestüt Röttgen ist Teil der Stiftung. Es besteht seit 1924 und wurde vom Vater der Stifterin, Peter Paul Mülhens, gegründet. Zahlreiche Sieger sind dort aufgewachsen.

Am 19. Mai findet bereits zum 34. Mal das Mehl-Mülhens-Rennen auf der Kölner Galopprennbahn statt. Wie kam es damals zu diesem Rennen?

Das ist eine lange Geschichte. Ich mache sie kurz: Schon gleich im ersten Jahr der Stiftung vermittelte Frau Mülhens-Klemm mir den Kontakt zum damaligen Präsidenten des Kölner Renn-Vereins. Er bot mir an, das Henkel-Rennen zu übernehmen, das er damals nach Köln holen wollte. Ich habe nur den Bruchteil einer Sekunde überlegt und spontan zugesagt. Das war für mich deshalb besonders einfach, weil unsere Stifterin, Frau Maria Mehl-Mülhens, der Institution zur Auflage gemacht hatte, ein namhaftes Rennen zu sponsern.

Sie erwähnten die Mehl-Mülhens-Stiftung. Welche Ziele hat die Stiftung?

Das wichtigste Ziel der Mehl-Mülhens-Stiftung ist die Förderung des Galopprennsports. Sie verwirklicht dieses Ziel mit verschiedenen Unterstützungsleistungen: Zum einen unterstützt sie die Zucht im Gestüt Röttgen selbst. Darüber hinaus fördert sie wissenschaftliche Arbeiten im Zusammenhang mit der Zucht von Galopprennpferden. Schließlich setzt sie sich für die Zucht ganz allgemein ein, indem sie mit Rennpreisen die entsprechenden Voraussetzungen ermöglicht: Nach dem Tierzuchtgesetz sind nämlich Leistungsprüfungen gesetzliche Bedingungen. Und bei Galopprennpferden ist das nun einmal ein Rennen. Daneben hat die Mehl-Mülhens-Stiftung aber auch soziale Aufgaben, beispielsweise die Unterstützung in Not geratener Jockeys.

Eine Mutterstute mit ihren Fohlen auf dem Gestüt Röttgen. Foto: Marc Ruehl
Eine Mutterstute mit ihren Fohlen auf dem Gestüt Röttgen. Foto: Marc Ruehl
Maria Mehl-Mülhens hatte eine besondere Verbindung zu Pferden und zum Galopprennsport. Was hat sie besonders fasziniert daran?

Ich glaube, sie hat die Pferde einfach geliebt. Sie ist auch selbst geritten und wusste mit Pferden umzugehen. Sie hatte ein glänzendes Auge für ihre Pferde. Wenn ich mit ihr durch den Stall ging, genügte für sie ein flüchtiger Blick in die Box und sie wusste alles über das Pferd, das darin stand. Ich habe das oft erlebt und stets bewundert.

Mit Markus Klug trainiert der amtierende Champion-Trainer auf Gestüt Röttgen. Welche Rolle spielt er in der aktuellen Situation für die Stiftung?

Trainer und Züchter sind die Basis des Erfolgs. Mit Markus Klug als Trainer und Frank Dorff als Gestüts-Leiter hat die Mehl-Mülhens-Stiftung einen wirklichen Glücksgriff getan. Wir haben Erfolge, wie sie vorher in der gesamten Zeit der Zucht in Röttgen nicht gegeben hat. Sicher hat der Trainer den Vorteil, eine Trainingsanlage nutzen zu dürfen, wie sie nicht sehr häufig zur Verfügung steht. Aber das genügt für sich allein nicht. Seine Leistung ist, Pferde glänzend einschätzen und einsetzen zu können. Zu Recht hat er deshalb mehr als einmal das Trainer-Championat gewonnen.

Das Gestüt in Röttgen mit dem alten Schloss und Pavillion. Foto: Marc Ruehl
Das Gestüt in Röttgen mit dem alten Schloss und Pavillion. Foto: Marc Ruehl
Der Kölner Renn-Verein hat von Beginn an das Mehl-Mülhens-Rennen ausgerichtet. Welche Verbindung hat die Stiftung zur Rennbahn in Weidenpesch?

Die Mehl-Mülhens-Stiftung ist eine Kölner Stiftung und steht deshalb dem Kölner Renn-Verein besonders nahe. Deshalb lag es auch nahe, das Hauptrennen, dass die Stiftung gesponsert hat, bei diesem Kölner-Renn-Verein zu ermöglichen.

Haben Sie einen Wunsch für den sportlichen Ausgang der Rennen am 19. Mai?

Unser wichtigster Wunsch für den sportlichen Ausgang der Rennen am 19. Mai ist, dass jedes der Rennen fair verläuft und das beste Pferd die realistische Chance bekommt, den Sieg davon zu tragen. Und natürlich habe ich für den Kölner-Renn-Verein auch den Wunsch, dass möglichst viele Zuschauer dieses wunderbare sportliche Ereignis miterleben.

Dem Favoriten auf der Spur

Am Sonntag wird es spannend–Viele starke Galopper am Start

Der Top-Favorit ist Noble Moon. Foto: Marc Ruehl
Der Top-Favorit ist Noble Moon. Foto: Marc Ruehl
Der Kölner-Rennvereins-Präsident Eckhard Sauren könnte am Sonntag wieder einen großen Sieg als Besitzer von Galoppern feiern. Sein Hengst Noble Moon startet mit besten Chancen im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen auf der Kölner Rennbahn. Mit Jockey Andrasch Starke zählt er zu den Favoriten des mit 153000 Euro dotierten Rennens. Alleine 100000 Euro erhält der Besitzer des Siegers in dem Wettkampf, der in Erinnerung an die legendäre Maria Mehl-Mülhens gelaufen wird. Sie war die langjährige Besitzerin des Gestüts Röttgen in Rath/Heumar vor den Toren Kölns.

Einen großen Titel hat Noble Moon bereits erreicht: Er ist der amtierende Winterfavorit des deutschen Turfs, hatte das gleichnamige Rennen im Oktober 2018 gewonnen. Wie der Winterfavorit zählt auch das Mehl-Mülhens-Rennen zu den Top 10 im deutschen Galoppsport.

Das Mehl-Mülhens-Rennen zählt zu den Top-10 des deutschen Rennsports

Deutsche und ausländische Siege im Mehl-Mülhens-Rennen wechseln sich regelmäßig ab. Seit 1871 gibt es den früher unter anderen Titeln bekannten Wettbewerb. Der Kölner Trainer Peter Schiergen hat ihn zweimal gewonnen, mit seinen unvergessenen Schützlingen Tiger Hill und Sumitas. Viermal erfolgreich war Schiergens Kollege Andreas Wöhler (Spexard bei Gütersloh), der am Sonntag Noble Moons stärksten einheimischen Kontrahenten Revelstoke sattelt. Dessen Besitzer kommen aus Australien, wo es üblich ist, sich in so genannten Syndikaten an schnellen Pferden zu beteiligen. So hat Revelstoke zahlreiche Besitzer mit kleinen Anteilen, die dem Rennen am Sonntag Down Under entgegenfiebern. Vielleicht ist unter den ausländischen Konkurrenten ein Spielverderber für die heimischen Hoffnungen.

Wer hat den Schönsten?

Die Rennbahn will eine besondere Tradition bewahren

Foto: Hans G. Meisenberg
Foto: Hans G. Meisenberg
Das wohl bekannteste Ereignis, bei dem Damen nach wie vor stolz ihre eleganten oder zum Teil sehr extravaganten Hüte präsentieren, ist wohl das Pferderennen. Vor allem bei höher dotierten Rennen sind auf der ganzen Welt Damen mit schmucken Kopfbedeckungen zu sehen.

Auch wenn es kein Muss mehr ist, wird von vielen trotzdem diese schöne und ansehnliche Tradition fortgeführt. Es sei denn, ein Besuch auf der weltbekannten Rennbahn im britischen Ascot ist geplant. Dort ist ein Hut seit 1711 ausdrücklich Pflicht und auch nur diese Art der Kopfbedeckung. Das Einschleichen von Fascinators in den letzten Jahren hat die Queen seit 2012 strikt untersagt und einen Mindestdurchmesser von zehn Zentimetern für dieses Accesoire vorgeschrieben.

Ein Fotograf hält Ausschau nach bunten Exemplaren

In Köln sehen die Besucher ebenso oft noch Damen, die ihre Hüte präsentieren, auch Maria Mehl Mülhens war eine begeisterte Trägerin. Ihr zu Ehren werden am 19. Mai die schönsten Hüte prämiert. Ein Fotograf wird während der Veranstaltung die Augen nach den elegantesten, buntesten und kreativsten Kopfbedeckungen offen halten. Die besten fünf werden mit einem kleinen Präsent gekürt.

Nicht nur die Großen sollen wieder für das fast vergessene Accessoire begeistert werden, auch die Kinder sind gefragt. Sie können während des gesamten Tages ihre eigenen schicken Designs basteln, von denen ebenfalls die schönsten gewürdigt werden.

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