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Schlag auf Schlag Richtung Olympia Das junge Boxtalent Nelvie Tiafack aus Bergheim

Nelvie Tiafack bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris vor. Bild: Marc Niemeyer

22.03.2022

Das junge Boxtalent Nelvie Tiafack aus Bergheim hat die Qualikation für die Olympischen Spiele 2021 knapp verpasst. Umso härter trainiert er nun, um 2024 in Paris dabei zu sein.

Mike Tyson und meine Mutter“, antwortet Boxtalent Nelvie Tiafack auf die Frage nach seinen sportlichen und persönlichen Vorbildern. Bergheim ist seine Heimatstadt, sein Lebensmittelpunkt ist allerdings Köln, wo er fünfmal in der Woche zwei knallharte tägliche Trainingseinheiten absolviert. In seiner knapp bemessen Freizeit spielt er zudem gerne Basketball im Lukas-Podolski-Sportpark in Bergheim-Zieverich.

Sein Werdegang als Boxer kann sich sehen lassen. 2017 wurde er in Köln zum Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet. Tiafack ist 23 Jahre alt und gehört der deutschen Nationalmannschaft an. Über die Jahre hat er sich zur Nummer 1 in der sogenannten „Königsklasse“, dem Superschwergewicht des olympischen Boxens hochgearbeitet. Dabei boxt er erst seit sieben Jahren. Seine Bilanz spricht dennoch für sich: „Ich bin bereits fünfmal Deutscher Meister, Gewinner der Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft, Drittplatzierter bei den European Games 2019 und Deutscher Mannschaftsmeister in der 1. Bundesliga“, erzählt er stolz. Außerdem ist Tiafack vom Magazin „Boxsport“ und dessen Lesern zum Boxer des Jahres gewählt worden. Bedeutet: Durch seine Erfolge hat er sich über die Jahre zum Aushängeschild im Olympischen Boxen hochgearbeitet.

Gebürtig stammt er aus Kamerun, mit acht Jahren kam er nach Deutschland, wo er in die 3. Klasse der Astrid-Lindgren-Grundschule in Bergheim eingeschult wurde. Anschließend ging es in die Gesamtschule Quadrath-Ichendorf. „Ich habe dann im Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg in Köln mein Fachabi gemacht. Seit dem bin ich Sportsoldat und konzentriere mich auf meine sportliche Karriere“, berichtet Tiafack, der bis heute beim SC Colonia 06 boxt, bei dem er einst mit dem Boxen angefangen hat.

Bei der Weltmeisterschaft in Belgrad hat er am Ende des vergangenen Jahres das Viertelfinale knapp verpasst. Er unterlag dem russischen Meister Mark Petrowski unglücklich mit 2:3 Punktrichterstimmen. „In Belgrad wurde ich meisterhaft um eine Medaille betrogen“, erzählt er. Das deutsche Team hatte Protest gegen die Wertung der ersten beiden Runden eingelegt. Doch die Entscheidung blieb bestehen.

Für Tiafack nur ein weiterer Grund, um noch härter an sich zu arbeiten. Denn unterkriegen lässt er sich nicht. Das war nie so und soll auch zukünftig zu keinem Zeitpunkt so sein. „Ich bin alleine mit meiner Mutter nach Deutschland gekommen, da hatte ich gar keine andere Möglichkeit als stark zu sein“, sagt der talentierte Boxer, der die Olympia-Qualifikation für die Spiele in Tokio im vergangenen Jahr nur haudünn verpasste. „Man muss aus den Battles im Leben das Beste machen. Und ich weiß ganz genau, was möglich ist, wenn ich dranbleibe“, sagt Tiafack. Aktuell hat der neue Olympiazyklus wieder angefangen. „Ich will mich als die Deutsche Nummer eins in meiner Gewichtsklasse über die nächsten zwei Jahre für die Olympischen Spiele 2024 in Paris qualifizieren“. Es wäre der vorläufige Höhepunkt seiner ganz besonderen Karriere.
  

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