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Aus der Silhouette Kölns nicht mehr wegzudenken: das Colonia-Haus in Riehl. Bild: stock.adobe.com/Kemal Tarik Yolcu

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Colonia-Haus nicht mehr Nummer 1 An der Schanz 2: Bis vor Kurzem befand sich unter dieser Adresse Deutschlands höchstes Wohngebäude.

8.09.2020

Jetzt musste das Colonia-Haus in Riehl den Titel abgeben. Dennoch bleibt es eins der imposantesten Gebäude der Domstadt.

Wohnen in den Wolken – für manche eine Horror-Vorstellung, für andere ein absoluter Traum. Fakt ist: Wer im Colonia-Haus am Riehler Rheinufer ganz nach oben möchte, muss Preise zahlen, die mit denen von gehobenen Kölner Wohnlagen vergleichbar sind. Auf den unteren Etagen des 155 Meter hohen Riesen lebt es sich günstiger, doch gibt es dort eben nicht die grandiose Aussicht über den Dom bis hin zum Siebengebirge.
  

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Doch auf welcher der 45 Etagen die rund 1000 Bewohner auch immer leben, eines haben sie gemein: Alle haben ihren Lebensmittelpunkt im mittlerweile zweithöchsten Wohngebäude Deutschlands. Das 1973 fertiggestellte Hochhaus wurde nach seinem Bauherr, der Colonia-Versicherung, benannt und war bis 1976 sogar das höchste Wohnhaus in ganz Europa. Seitdem hielt es die Spitzenposition in Deutschland und wurde erst in diesem Sommer vom neuen Grand Tower in Frankfurt abgelöst. Der seit Juni bezugsfertige Turm in der Finanzmetropole bietet 413 Wohnungen auf 172 Metern – alle sind bereits vergeben.

Im Colonia-Haus ist das ähnlich: Rund 60 Prozent der 352 Wohnungen werden von ihren Eigentümern bewohnt, nur die restlichen 40 Prozent sind vermietet. Und Letztere sind heiß begehrt: Eine freie Wohnung bleibt nicht lange auf dem Markt. Das Schmuddel-Image, das Hochhäusern in den 1970er- und 1980er-Jahren anhaftete, ist für Immobiliensuchende längst kein Thema mehr. Im Gegenteil: Sie wissen die Annehmlichkeiten des Colonia-Hauses sehr zu schätzen.

Denn es ist nicht nur die Aussicht, die die Kölner hoch hinauf treibt. So bietet der Wohnturm unter anderem einen Portier-Service, der nicht nur rund um die Uhr über das Haus wacht, sondern auch etwa Pakete annimmt. Ein Hausmeister kümmert sich um notwendige Reparaturen und das nervige Herunterbringen des Abfalls entfällt – auf jeder Etage stehen Müllschlucker zur Verfügung.


Im Indoor-Pool mit Rheinblick seine Runden drehen


Vier Schnell-Aufzüge für jeweils 18 Personen sind pausenlos im Einsatz – mit diesen rauschen die Menschen in wenigen Sekunden ins Erdgeschoss. Dort finden sich – für Familien sehr praktisch – gleich ein eigener Kindergarten sowie ein Kiosk. Früher gab es gar einen Supermarkt und Arztpraxen am Fuß des Hochhauses.

Selbst an die Erholung der Bewohner wurde beim Bau gedacht. So stehen etwa ein Wellness-Bereich mit Sauna und ein Fitnessraum zur Verfügung. Zudem können alle jederzeit im 15 mal acht Meter großen Indoor-Pool ihre Runden drehen – Rheinblick inklusive. Über dem Schwimmbad befindet sich ein Spielplatz. Für die fahrbaren Untersätze der Bewohner ist genügend Raum im eigenen Parkhaus sowie in mehreren Fahrradkellern. Zahlreiche Waschräume stehen bereit.

Ein Komfort, der sich natürlich auch in den Nebenkosten niederschlägt. Doch die „Colonialisten“ nehmen das für eine Wohnung in ihrem vertikalen Dorf über den Dächern der Stadt gern in Kauf.
  

Ein Kölner Superlativ in Zahlen und Fakten

24. November 1970
Legung des Grundsteins

17. März 1973
Einzug der ersten Mieter

155 Meter
Höhe (mit Antenne)

45
Etagen

352
Wohnungen

1000
Bewohner (rund)

3,5 Meter/Sekunde
Aufzugs-Geschwindigkeit

5 Kilometer
Balkonlänge

8000
Postsendungen werden täglich im Schnitt verteilt