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„Helikopter“-Alarm in Nippes: Comedyserie „Andere Eltern“ spielt im Kölner Norden

Schauspieler und Regisseur freuen sich auf die Dreharbeiten. Lutz Heineking jr. (M.) und Jasin Challah (3. v. l.) fühlen sich „trotz“ der vielen Eltern sehr wohl in Nippes. Foto: Tom Trambow

Sind „Tofu Tiger“, „Bunker Kids“, oder „Adolph Kita“ passende Namen für eine Kinderbetreuungsstätte in Köln-Nippes? Die Erziehungsberechtigten in der Comedyserie „Andere Eltern“ diskutieren angeregt. Ab Sommer dreht Regisseur Lutz Heineking jr. (44) die zweite Staffel über Kölner Helikoptereltern. Doch warum eigentlich in Nippes?

Ich wohne mitten in Nippes, nicht weit weg vom EXPRESS. Die Serie zeigt mein Umfeld, das ist meine Realität. Es geht um meine Generation, ihre Probleme und den täglichen Wahnsinn“, erklärt der Kölner Filmemacher Lutz Heineking jr. Ihm und Autor Sebastian Züger lief die Idee zu der Serie förmlich über den Weg: „Ich stand mit Wasti (Autor Sebastian Züger) in Nippes und da meinte er, man müsste mal etwas über Helikoptereltern machen. Ich hab das dann weiterentwickelt und so ist das Ganze entstanden.“

Darum geht es: Da die schwangere Zweifach-Mama Nina (Lavinia Wilson) keine Betreuung für ihre Eltern bekommt, gründet sie mit anderen Eltern aus Nippes eine eigene Kita. Ihre Mutter Ini (Johanna Gastdorf ), eine professionelle Dokumentarfilmerin, hält die irrwitzigen Diskussionen und Situationen mit der Kamera fest. Doch so sehr sich die engagierten Eltern auch in die Wolle kriegen, eines eint sie: Für ihre Kinder wollen sie nur das Beste – was auch immer das sein soll. Hauptsache: bioregional und klimaschonend. Die erste Staffel läuft gerade auf dem Bezahlsender TNT Comedy, die zweite wird ab Juli gedreht.

Ninas Ehemann Jannos (Jasin Challah, 45) hat eine PR-Agentur für ethisch-nachhaltige Werbung und interessiert sich weniger für die Elterninitiative als eher für andere Frauen. Dabei bleibt es natürlich nur beim Flirten. Der Kölner Schauspieler Challah ist selbst Vater und kennt den Helikopter-Wahnsinn: „Ich bin auf dem Land groß geworden, das war ganz anders. Wenn ich heute auf dem Kinderspielplatz stehe, bin ich mitten in der Comedy. Da führen Eltern Gespräche darüber, wer wem das Förmchen abgenommen hat und wer angefangen hat.“

Für ihn passt die Serie gut in den Kölner Norden: „Nippes ist absolut super dafür. Hier gibt es so viele Helikoptereltern. Das ist ja auch per senicht schlimm, sie sorgen sich halt um ihre Kinder. Auch ich ‚helikopter‘ manchmal rum und mach mir Gedanken über irgendwelche Spielzeuggiraffen. Nippes – oder Köln im Ganzen – ist ein Paradebeispiel für eine Großstadt. Und ich finde es schön, dass ich mal meine Stadt in einer Serie sehe und nicht immer nur Berlin.“

Das Viertel habe sich in den letzten Jahren stark verändert, viele junge Eltern mit Geld sind nach Nippes gezogen und trinken dort ihren Latte Macchiato, sobald das Kind in der Kita abgestellt wurde. Regisseur Heineking sieht diese Veränderung ebenfalls und sagt, dass die „Anderen Eltern“ super nach Nippes passen: „Ich bin ein richtiger Nippeser. Vor rund elf Jahren kam ich aus Berlin zurück und seitdem hat sich viel verändert. Mittlerweile gibt es hier nicht nur Kölsch, sondern auch guten Wein. Die meisten von uns meckern und profitieren gleichzeitig von der Veränderung im Veedel.“

Das Drehen in seinem Viertel hat dabei viele Vorteile: „Vieles haben wir bei Freunden und Bekannten gefilmt. Ich hab zu den Drehorten ein ganz enges Verhältnis, ich kenne die Gegend und die Leute. Das macht es natürlich einfacher, wenn man was organisieren muss.“

Wichtig ist ihm dabei vor allem eins: „Es geht nicht um Kinder, sondern um die Erwachsenen und wie die Eltern um sich selber kreisen.“ EXPRESS warnt vor trudelnden Helikoptern!

  

Ein bisschen „Stromberg“

„Andere Eltern“ ist im Stile der Erfolgsserie „Stromberg“ gedreht, also als fiktive Dokumentation. Diese Form nennt sich Mockumentary. Die Schauspieler bekommen lediglich einen groben Fahrplan an die Hand, die Dialoge sind jedoch nicht vorgegeben. Der Zuschauer soll das Gefühl bekommen, er sei live dabei.
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