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Immer mehr Kölner teilen sich einen Schreibtisch: Coworking boomt – nicht nur im Kölner Süden

Bernhard Reddig betreibt seit Oktober den kleinen Coworking Space ZeitRaum auf der Luxemburger Straße. Foto: Kohlenberg

Statt täglich ins Büro zu fahren, arbeiten immer mehr Menschen von zu Hause aus – oder sie nutzen einen sogenannten Coworking Space. EXPRESS erklärt, was es damit auf sich hat und warum die Räume so beliebt sind.

Mein Plan war, dass ich hier einen Vorführraum für meine Filme einrichte, doch immer wieder fragten mich die Leute, warum ich keinen Coworking Space daraus mache“, erzählt Film-Cutter Bernhard Reddig (42).

Bereits 2011 mietete er mit seiner Schwester das Ladenlokal auf der Luxemburger 259 an. Sie verkaufte dort Mode, er richtete sich hinten sein Studio ein. Im vergangenen Jahr gab sie ihr Geschäft auf. Seit Oktober vermietet Reddig im „ZeitRaum“ nun zehn Arbeitsplätze auf rund 40 Quadratmetern.

Wer mag, kann sich einen Schreibtisch gleich für einen ganzen Monat sichern, oder er mietet nur für einen Tag. Die Bezahlung erfolgt online. Mittels einer App kann der Mieter im gebuchten Zeitraum die Türe öffnen – ähnlich wie beim Carsharing. WLAN, Stuhl, Lampe, Schreibtisch und Kaffee sind im Preis enthalten.
Thomas Riedel ist großer Coworking-Fan. Foto: Kohlenberg
Thomas Riedel ist großer Coworking-Fan. 
Foto: Kohlenberg
Deutlich größer ist das Headquarters in der Nähe des Barbarossaplatzes. Auf rund 500 Quadratmetern stehen den Mitgliedern Arbeitsplätze, ein Konferenzraum, Internet und eine schicke Bar mit Kaffee- und Wasserflatrate zur Verfügung. Wer immer am selben Schreibtisch (Fix Desk) arbeiten möchte, muss mehr zahlen als für einen Flex Desk. Eine Mitgliedschaft ist ab 100 Euro zu haben und berechtigt zum Besuch der regelmäßig stattfindenden Events im Headquarters.

Genau diese sind es, die das Coworking für Thomas Riedel (38) so attraktiv machen. „Ich finde den Community-Gedanken sehr spannend. Ich treffe hier Gleichgesinnte, kann mich mit ihnen austauschen und Kontakte knüpfen. Ich bin davon überzeugt, dass es für jeden den richtigen Space gibt.“

Der Redakteur arbeitet bereits seit drei Jahren im Headquarters, zuvor stand sein Schreibtisch fünf Jahre lang im Startplatz im Media Park. Bereits seit 2009 beschäftigt Riedel sich mit diesem Arbeitsplatz-Modell, ist in der Community gut vernetzt und beobachtet, wie es immer populärer wird. „Mittlerweile ist es in der breiten Masse angekommen. Viele große Firmen planen bei einem Neubau direkt einen Bereich für Coworking ein.“ Dort können die Angestellten, Kunden oder Freiberufler gemeinsam arbeiten.

Wolf-Nicolas Henkels, Vorstand des Bundesverband Coworking Deutschland, erklärt: „Das Thema ist in Deutschland 2005 in der Start-up-Szene aufgeploppt und mittlerweile auch für kleine und mittlere Unternehmen von Bedeutung.“ Den größten Vorteil sieht Henkels wie Riedel im Austausch mit oft branchenfremden Menschen. Zudem sei Coworking eine Antwort auf den Mangel an Immobilien in Köln.

Der größte Anbieter auf dem Markt-Wework hat gerade am Friesenplatz ein Objekt eröffnet. Ein Space am Rudolfplatz soll 2020 fertig sein.

Coworking?

Coworking (deutsch = zusammenarbeiten) bedeutet, dass Selbstständige, Freiberufler, kleine Start-ups und selbst größere Unternehmen sich eine Bürofläche teilen. Dabei kommen unterschiedliche Menschen zusammen, um in einem kollaborativen Umfeld gemeinsam zu arbeiten. Die Idee stammt ursprünglich aus der Gründerszene. Mehrere kleine Firmen teilen sich ein Objekt, sparen Geld und tauschen sich aus.
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