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Ein Schmuckstück für Deutz:

Moderne Architektur soll mit historischer Substanz und viel Wasserfläche verbunden werden. Foto: Team Cobe

Es ist eines der Mammutprojekte der nächsten Jahre in Köln: das geplante neue Veedel im Deutzer Hafen. Direkt am Rhein gelegen, mit Blick auf den Dom, sollen etwa 6900Menschen ein neues Zuhause finden.

Rund 6000 neue Arbeitsplätze, ebenso wie Kitas, eine Grundschule sowie Gastronomie-, Kultur- und Freizeitangebote – das Stadtbauprojekt wird riesige Ausmaße annehmen. Auf einer Fläche von 37,7 Hektar – vergleichbar mit 52 Fußballfeldern – wächst ein lebendiges Quartier, das auf Vielfalt ausgelegt ist.

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Verschiedene Wohnformen, darunter auch öffentlich geförderter Wohnraum, sollen nicht nur Besserverdienern, sondern allen interessierten Kölnern sowie Neubürgern eine Zukunft im Deutzer Hafen ermöglichen. Unternehmen dürften sich durch die attraktive architektonische Mischung aus historischer Gebäudesubstanz und Neubauten ebenfalls ins Rechtsrheinische locken lassen. Für das Kölner Großprojekt, das 2020 starten soll, sind mindestens sechs Jahre Bauzeit veranschlagt.

Herzstück des neuen Veedels wird das Hafenbecken sein. Weitläufige Freiflächen, eine Promenade und die aufgelockerte Bebauung bieten viele Möglichkeiten für eine entspannte Mittagspause oder einen Spaziergang durch die Nachbarschaft.
Überhaupt spielt das Element Wasser in den Plänen des beauftragten Architektenteams aus Kopenhagen eine große Rolle. Fast ein Fünftel der Gesamtfläche wird von Wasser dominiert – wie es sich für einen Hafen gehört. Viel Wert legen die Planer zudem auf den Erhalt einiger typischer Industriebauten als spannenden Kontrast zu den neuen Fassaden.

Neben den Dänen waren auch viele Kölner an der Gestaltung beteiligt. Die Stadt hatte dazu aufgerufen, Vorschläge einzureichen. Diese wurden teilweise bei den Planungen des Deutzer Hafens mit berücksichtigt.

Ein Fünftel der Fläche des neuen Veedels wird von Wasser bestimmt

Nicht jeder ist jedoch begeistert von dem umfangreichen Bauvorhaben. So laufen derzeit fünf Klagen von ansässigen Grundstückseigentümern, die im Zuge der Umgestaltungen unter anderem Enteignungen fürchten.

Da der Kölner Stadtrat im Mai 2018 eine sogenannte „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ als Satzung für den Deutzer Hafen beschlossen hat, können Grundstücksbesitzer unter gewissen Umständen zum Verkauf gezwungen werden. Die Stadt sieht in der Umgestaltung ein „hohes öffentliches Interesse“, da es an Wohn- und Arbeitsstätten mangele. Das Oberverwaltungsgericht Münster prüft derzeit die Klagen der Grundstückseigentümer. Ein weiterer Streitpunkt ist die unter Denkmalschutz stehende Ellmühle, die nach jetzigem Stand zu einem Wohnhaus umgebaut werden soll.

Unglücklich mit den Bauplänen ist auch das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Köln. Es sieht den Status des Deutzer Hafens als Schutzhafen gefährdet, wenn wie geplant zwei neue Brücken über das Hafenbecken gebaut werden. Diese könnten laut WSA bei Hochwasser für Schiffe unpassierbar sein, die einen sicheren Anlegeplatz benötigten. Das Amt hofft, eine außergerichtliche Lösung mit der Stadt zu finden.

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