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Der jeckste Keller des Rheinlands: Rolf Pütz hat ein Karnevalsmuseum in seinen eigenen vier Wänden.

Die Räumlichkeiten von Rolf Pütz sind mit zahlreichen Bildern geschmückt. Foto: privat

Nicht viel hätte gefehlt und die Geschichte des Elsdorfer Karnevals wäre für immer im Müll verschwunden. Es war im Jahr 2000, als Bert Neffgen, ehemaliger Wirt der Gaststätte „Alt Elsdorf“, seine karnevalistische Bildersammlungder KG Fidelio vermachen wollte. „Die Fidelio wollte die gewünschten 2500 Mark aber nicht bezahlen“, erinnert sich deren heutiger Ehrenvorsitzender Rolf Pütz. Neffgen war sauer, er drohte daraufhin alles in die Tonne zu werfen. Um dies zu verhindern, bezahlte Pütz damals den heruntergehandelten Preis von 1500 Mark aus eigener Tasche und legte so den Grundstein für sein eigenes Karnevalsmuseum.

In seinen Kellerräumen wird heute die Historie des Elsdorfer Karnevals und der Fidelio liebevoll mit einer Unmenge an Fotos, Orden, Uniformen, Musikinstrumenten und anderen Exponaten dokumentiert. „Ich habe Fotos von jedem Dreigestirn und von jedem Prinzen“, sagt der 76-Jährige stolz. In seinem Keller sind zudem historische Aufnahmen zu finden, die vom Beginn des vergangenen Jahrhunderts stammen könnten. Einmalig dürften auch die Bilder sein, die den Karnevalszug in den 30er-, 40er- und 50er-Jahren zeigen. Neben hunderten von Fotos hat Pütz annähernd 1000 Orden seiner Fidelio und zahlreicher befreundeter Karnevalsgesellschaften aus Köln und Düsseldorf gesammelt.

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Um sein Museum entstehen zu lassen, musste viel Arbeit investiert werden. Zusammen mit Neffgen und Ehefrau Karin beschriftete er alle Bilder, ehe sie aufwendig von der Kneipenpatina gesäubert wurden. Doch danach konnte das Museum noch längst nicht eröffnet werden. Ganz im Gegenteil: Es musste noch viel gehämmert und gebohrt werden, damit die Bilder in der Treppengalerie und an den Kellerwänden ihren Platz fanden. „Zahlreiche Zeitungsberichte, eine Fidelio-Uniform, Instrumente, Fahnen und Urkunden sind in den Jahren noch dazu gekommen“, sagt Pütz, der mehr als 1000 Exponate in seinem Keller ausstellt.
Auch lebensgroße Figuren sind Teil der Sammlung. Foto: privat
Auch lebensgroße Figuren sind Teil der Sammlung. Foto: privat
Gerne präsentiert er diese auch fernab der eigenen vier Wände. So gab es bereits Ausstellungen in der Sparkasse, der Volksbank und im Rathaus. Fester Bestandteil des Elsdorfer Karnevals ist zudem der Termin, an dem das Foto des aktuellen Dreigestirns mit Vertretern der Fidelio aufgehängt wird. Zu Ehren ihres Vorsitzenden hatte die Gesellschaft in der Session 2014/2015 einen Orden entworfen, auf dem Pütz auf seinem Trike zu sehen ist.

Freuen würde sich Pütz besonders darüber, wenn irgendwo in Elsdorf ein öffentlicher Raum für seine Ausstellung gefunden würde. „Ich möchte unser schönes karnevalistisches Brauchtum erhalten“, sagt Pütz. „Ich will verhindern, dass alte Schätze und Kostbarkeiten für immer verloren gehen.“ Außerdem ist er stets auf der Suche nach weiteren jecken Exponaten aus dem Ort. Kein Wunder also, dass regelmäßig Karnevalisten von nah und fern nach Elsdorf reisen, um sich das liebevoll gestaltete Museum im Detail anzuschauen. Nach Absprache empfängt Pütz gerne Gäste herzlichst. „Kürzlich war eine Gruppe aus Dormagen hier, die Besucher waren allesamt begeistert.“

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