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Wenn die Erde wackelt, werden die Ausschläge durch die Instrumente der Erdbebenstation Bensberg detailliert aufgezeichnet. Dabei können selbst Aktivitäten gemessen werden, die sich am anderen Ende der Welt ereignen. Image 1
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Viele Beben, keine Sorgen: Wenn die Erde wackelt, werden die Ausschläge durch die Instrumente der Erdbebenstation Bensberg detailliert aufgezeichnet. Dabei können selbst Aktivitäten gemessen werden, die sich am anderen Ende der Welt ereignen.

Stationsleiterin Dr. Brigitte Knapmeyer-Endrun schaut sich die Aufzeichnungen tagtäglich genau an. Bilder: Büge

Als EXPRESS in der Erdbebenstation Bensberg zu Gast ist, schlägt der Seismograf nicht besonders aus. Die Nadel des Messgeräts ist ruhig. Zweieinhalb Wochen zuvor war das allerdings ganz anders. Mehrere Minuten lang registrierte sie immense Erschütterungen. Doch was war passiert? Ganz einfach: Es kam zu einem Beben, das auf der Richterskala mit 7,7 angegeben wurde. Allerdings hat dieses nicht etwa im Rheinland, im Bundesgebiet oder auf dem europäischen Kontinent stattgefunden.
   
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Vielmehr zeichnete das Messgerät in Bensberg ein Erdbeben auf, das sich zu diesem Zeitpunkt in Kuba ereignete. „Ab zu einer Stärke von 6,0 werden diese auch hier wahrgenommen, selbst wenn sie sich am anderen Ende der Welt abspielen“, erklärt Diplom-Geophysikerin Dr. Brigitte Knapmeyer-Endrun, die als Stationsleiterin für die Einrichtung der Uni Köln verantwortlich ist. „Entsprechend nehmend die Messgeräte kleinste Erschütterungen wahr, wenn sie unweit von hier passieren, beispielweise bei Sprengungen von Steinbrüchen.“
Wenn es zu einem solchen Ereignis kommt, wird dies im Erdbebenzentrum Bensberg detailliert ausgewertet. Errichtet wurde es drei Jahre nach dem Beben in Euskirchen von 1951 (Richterskala: 5,8) da es in der Region zu diesem Zeitpunkt schlichtweg keine Anlagen dieser Art gab.

Die Anlage war die erste ihrer Art in der gesamten Region

Und da in Bensberg der geologische Untergrund aus devonischem Schiefer und Grauwacken gute Messbedingungen bietet, wurde die Station letztlich dort und nicht auf Kölner Stadtgebiet errichtet. Inzwischen sind im Umfeld etwa 40 weitere Stationen dieser Art sowie fünf Messeinheiten auf dem Kölner Dom hingekommen.
   
Die Erschütterungen in Kuba vor zweieinhalb Wochen wurden selbst in Bensberg gemessen.
Die Erschütterungen in Kuba vor zweieinhalb Wochen wurden selbst in Bensberg gemessen.
Wann oder wo es in Zukunft möglicherweise zu einem Erdbeben kommt, können die Experten allerdings trotz modernster Messgeräte nicht vorhersagen. Große Angst müssen die Rheinländer trotzdem nicht haben. „Manche Leute erinnern sich vielleicht noch an das letzte stärkere Erdbeben, bei dem das Epizentrum 80 Kilometer von Köln entfernt lag. Im Jahr 1992 kam es im niederländischen Roermond zu einem Ausschlag, der auf der Richterskala mit 5,9 angegeben wurde. Damals sind Ziegel von Gebäuden gefallen, teilweise sind auch Risse in Häusern entstanden“, sagt Knapmeyer-Endrun. „Ein Beben dieser Stärke gab es hier aber zuletzt vor 200 Jahren.“
   
Mitte des vergangenen Jahrhunderts waren sehr große Apparate für die Aufzeichungen nötig. Heutzutage sind die Geräte kleiner und zudem präziser.
Mitte des vergangenen Jahrhunderts waren sehr große Apparate für die Aufzeichungen nötig. Heutzutage sind die Geräte kleiner und zudem präziser.
Müssen Menschen im Rheinland also keine Erdbeben der Stärke 9,0 bis 9,5 fürchten wie es sie in Chile, in Russland, in Indonesien, den USA oder zuletzt in Japan gegeben hat? Fachfrau Knapmeyer-Endrun winkt ab: „Eine Erschütterung von 9,0 wird es in unserer Region auch in Tausend Jahren nicht geben.“

Die stärksten Erdbeben im Umkreis von 300 Kilometern

1   6,8 Verviers (B) 18. September 1692
2   6,4 Düren 18. Februar 1756
3   6,1 Oudenrade (B) 11. Juni 1938
4   5,9 Roermond (NL) 13. April 1992
5   5,8 Euskirchen 14. März 1951
6   5,7 Düren 26. Dezember 1755
7   5,7 Tirlemont (B) 23. Februar 1828
8   5,6 Tollhausen 26. August 1878
9   5,5 St. Goar 29. Juli 1846
10   5,3 Veghel (NL) 20. November 1932
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