Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.
Abmelden

Specials

Anzeigen
ANZEIGE

„Es ist alles im grünen Bereich“: FC-Sportchef Armin Veh im EXPRESS-Interview

Armin Veh lässt sich so gut wie keine Trainingseinheit entgehen. Foto: Bucco

Köln – Es sind noch zwei Tage bis zum Knallstart in Liga zwei! Die Mission Bundesliga-Rückkehr beginnt für den 1. FC Köln mit dem Duell bei Union Berlin (Do./20.30 Uhr). Armin Veh (57) schwört den FC auf den Aufstiegsendspurt ein. EXPRESS sprach mit Kölns Sportboss über die Neuen, den Fall Modeste und sein Verhältnis zu Markus Anfang.

Von Jürgen Kemper 

Jürgen Kemper, juergen.kemper@express.de
Jürgen Kemper, juergen.kemper@express.de
Die Vorbereitung geht zu Ende. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Ich habe fast alle Einheiten gesehen, deshalb kann ich sagen, dass es eine sehr gute Vorbereitung war – bis auf die Verletzten, die wir leider haben. Wir hatten auf Mallorca gute Bedingungen, und ich bin sehr zufrieden, wie alles gelaufen ist.

Sie haben mit Johannes Geis und Florian Kainz zwei Neuegeholt. Können die beiden sofort eine Hilfe sein?

Ja, sonst hätten wir es nicht gemacht. Der Transfer von Johannes Geis war auch Reaktion darauf, dass viele Sechser verletzt sind.Unter diesen Umständen mussten wir aktiv werden. Die Position ist einfach zu wichtig, um da ein Risiko einzugehen. Florian Kainz ist ein Vorgriff auf die neue Saison, der uns natürlich auch beim Erreichen unseres Ziels Wiederaufstieg helfen wird. Damit haben wir uns wie geplant auf links verstärkt.

Was versprechen Sie sich von den beiden?

Flo ist in der Offensive variabel einsetzbar. Er ist ein guter Vorbereiter, der auch selbst Tore erzielen kann. Er ist ein sehr schneller Spieler, der stark im Eins-gegen-eins ist. Geisi ist ein Stratege in der Zentrale, der entweder auf der Sechs oder auf der Acht spielen kann. Er ist ein guter Fußballer, der für gefährliche Standards sorgen kann. Wir versuchen die Mannschaft immer so zu verstärken, dass sie auch fußballerisch besser wird. Das ist bei beiden der Fall. Bei Johannes müssen wir vielleicht am Anfang noch ein paar Abstriche machen, weil er länger nicht gespielt hat. Bei Flo wird das sehr schnell gehen.

Armin Veh im Gespräch mit Anthony Modeste. Foto: Bopp
Armin Veh im Gespräch mit Anthony Modeste. Foto: Bopp
Was bedeuten die Transfers für die eigenen Talente auf diesen Positionen?

Grundsätzlich hat sich nichts verändert. Wir haben mit Simon Zoller und Yann Aurel Bisseck zwei Spieler abgegeben und dafür zwei Neue geholt. Schade, dass sich Noah Katterbach verletzt hat, sonst wäre er mit großer Wahrscheinlichkeit oben dabei und hätte die Chance, zu spielen. Wir achten sehr auf unsere Talente, weil wir aktuell einige dabei haben, die es schaffen können. Den Weg, den wir da gehen wollen, haben wir jetzt mit der Leihe von Bisseck aufgezeigt. Tomas Ostrak trauen wir diese Entwicklung ebenfalls zu und haben deshalb mit ihm verlängert. Wichtig ist, dass wir die Hand drauf haben, sollten sich die Jungs entsprechend entwickeln.

Das Transferfenster schließt am 31. Januar. Wird sich bis dahin noch etwas tun?

Im Normalfall passiert nichts mehr, doch ausschließen kann man das nie. Oft ergeben sich auf den letzten Drücker noch Möglichkeiten, die man jetzt noch nicht vorhersehen kann. Wir wollen immer früh für klare Verhältnisse sorgen, deshalb ist nicht vorgesehen, dass wir noch jemanden holen oder abgeben.

Bis zum 31. ist auch noch Zeit im Fall Modeste. Haben Sie noch Hoffnungen, dass der Fall bis dahin geklärt ist?

Ich habe immer gesagt, dass ich mich bei solchen anwaltlichen Dingen bewusst zurückhalte. Aber natürlich habe ich die Hoffnung, dass der Fall bis zur Schließung des Transferfensters geklärt wird.

Toni Schumacher hat im Interview gesagt, dass Sie und Markus Anfang ein gutes Team sind. Wie können Sie ihm mit ihrer Erfahrung als Trainer helfen?

In meinen 28 Jahren als Trainer habe ich so viel erlebt. Diese Erfahrungen kann ich teilen. Es gehört zumeinen Aufgaben als Geschäftsführer Sport, dass ich viele Gespräche führe und eine enge Verbindung zu meinem Coach habe. Ich kann Ideen anregen und Vorschläge machen, doch am Ende muss er entscheiden.

Welchen Einfluss hatten Sie auf den Systemwechsel?

Wir befinden uns im ständigen Austausch, was den Fußball und unsere Mannschaft betrifft. Aber was wir konkret besprechen, bleibt intern. Das ist das, was ein Vertrauensverhältnis ausmacht.

Wie bewerten Sie denn insgesamt das erste halbe Jahr von Markus Anfang?

Am liebsten ziehe ich am Ende der Saison ein Fazit, weil Fußball auch erfolgsabhängig ist. Es zählt zum Schluss eben nur, was dabei herauskommt. Bis jetzt ist alles im grünen Bereich, wir arbeiten sehr gut zusammen. Er ist noch nicht so lange dabei, und Köln ist im Vergleich zu Kiel natürlich etwas ganz anderes, aber er lernt jeden Tag dazu. Ich wünsche mir, dass er eine große Karriere macht. Dazu hat er bei uns die Chance. Er kann nicht verlieren, egal welches Spiel er spielt. Das gefällt mir an ihm, weil ich als junger Trainer genauso war. Und ich wünsche mir, dass wir noch Jahre zusammenarbeiten können.

Simon Terodde hat eine unglaubliche Torquote. Glauben Sie, dass er die halten kann?

Es ist nicht zu erwarten, dass er noch mal 22 Tore schießt. Das verlangt aber auch niemand. Wer so eine Quote hat, der kann auch Bundesliga spielen – darum geht es doch. Simon ist ein Torjäger, das hat er über viele Jahre bewiesen. Wir sind froh, dass wir ihn haben. So viele gibt es davon nicht. Dementsprechend muss er sich gar keinen Druck machen. Er wird weiter seine Tore machen, da mache ich mir keine Sorgen.

Donnerstag geht es wieder los. Wie groß ist die Anspannung?

Neben der Vorfreude, dass es endlich wieder losgeht, spüre ich natürlich auch eine gewisse Anspannung, weil ich in der Verantwortung stehe. Wir können uns ja nicht sicher sein, dass alles so klappt, wie wir uns das vorgenommen haben. Ich bin kein Typ, der in die nächsten Spiele reingeht und sagt: „Das machen wir schon“. Vorher bin ich eher skeptisch. Das wird sich bei mir auch nicht ändern, egal wie lange ich schon dabei bin.

Fünf Verletzte, der Kapitän gesperrt. Da sind nicht die besten Voraussetzungen für den Auftakt, oder?

Natürlich ist es am schönsten, wenn alle gesund sind. Es wäre mir auch lieber, wenn wir alle an Bord hätten. Aber unser Kader ist so breit aufgestellt, dass wir trotz der Ausfälle keine großen Qualitätseinbußen haben.

Vier Teams sind in der Aufstiegsverlosung, gegen zwei geht es innerhalb der ersten Woche. Wie wichtig sind diese direkten Duelle?

Die erste Woche ist sehr wichtig für uns, weil wir auf zwei unmittelbare Konkurrenten treffen. Es wäre günstig, wenn wir diese direkten Duelle gewinnen würden. Aber die Spiele sind ganz sicher nicht vorentscheidend. Es ist wichtig, dass wir die Ruhe bewahren und nicht hektisch werden, wenn es nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen.

Sie sind 2012 mit Frankfurt aufgestiegen. Können Sie der Mannschaft mit dieser Erfahrung etwas mitgeben?

Wir sollten alle wissen, worum es geht. Je weniger Spiele es noch sind, desto mehr geht es in den Endspurt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Es ist wichtig, dass die Jungs die Ruhe bewahren, demütig sind, aber auch das nötige Selbstbewusstsein haben, um unser großes Ziel zu erreichen. Neben dem unbedingten Willen den Aufstieg zu schaffen, braucht man aber auch eine gewisse Lockerheit. Die muss man in den täglichen Gesprächen mit den Spielern in deren Köpfe bekommen. Wir müssen den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und der nötigen Lockerheit hinbekommen. Das ist elementar wichtig.

Rheinbacher Kraftwagen Handelsgesellschaft mbH

„Es geht um Emotionen“

So wichtig ist Schaebens Engagement beim 1. FC Köln

FC-Sportchef Armin Veh im EXPRESS-Interview Image 1
Die Frauenmannschaft des 1. FC Köln macht nicht nur auf dem Spielfeld eine gute Figur. Dank Schaebens sehen die Spielerinnen selbst nach hart umkämpften Partien immer frisch aus. Das Kosmetikunternehmen gibt dem Frauen- und Mädchenfußball ein neues Gesicht.

Seit August 2017 unterstützt Schaebens als Haupt- und Trikotsponsor die gesamte Frauen- und Mädchenabteilung des 1. FC Köln – ein echter Volltreffer für den Verein.

Beim Heimspiel der Profis des 1. FC Köln gegen Magdeburg am 17. Dezember 2018 waren die Kosmetikprofis erneut „Partner des Tages“ und verteilten die beliebten „FC-Masken“ an die rund 49.500 Zuschauer im Rheinenergie-Stadion. Diese versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und schenkt ihr sofort mehr Dynamik und Energie.

Diese Kraft verspürt auch der Cheftrainer der 1. Frauenmannschaft und sportliche Leiter des Frauenfußballs Willi Breuer: „Nach dem Aufstieg war es ganz wichtig für uns, dass Schaebens der Haupt- und Trikotsponsor wurde. Sie haben sich dieser Aufgabe ganz bewusst angenommen, und das passt einfach.“ Ohne Schaebens hätte die Abteilung zukünftig Schwierigkeiten bekommen. „Es ist wichtig, dass man einen starken Partner an der Seitehat“, so Breuer.Ersteht regelmäßig mit dem Hauptsponsor in Kontakt, mit dem es menschlich sehr gut passe.

Trainer der Frauenmannschaft des 1. FC Köln: Willi Breuer. Foto: Schaebens
Trainer der Frauenmannschaft des 1. FC Köln: Willi Breuer. Foto: Schaebens
Breuer trainiert die Frauenmannschaft des 1. FC Köln seit der Saison 2016/17. Schon zwischen 2012 und 2015 war er Trainer der FC-Damen und erreichte mit ihnen den Aufstieg in die Allianz Frauen-Bundesliga. Der Cheftrainer zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung: „Der Stellenwert des Frauenfußballs ist größer geworden über die letzten Jahre. Insgesamt ist der Bereich Frauen- und Mädchenfußball innerhalb des Vereins stabil geblieben– und das ist schon mal ein positives Signal.“

Er gibt sich zudem zuversichtlich, dass die Entwicklung noch nicht am Ende ist: „In einer Stadt wie Köln muss es möglich sein, Frauenfußball zu positionieren. Da geht es um Emotionen und davon haben wir hier schließlich genug.“Der Mädchenfußball erlebe zwar keinen Boom, aber es gebe eine positive Tendenz.

Und die Arbeit von Breuer und seinem Trainerteam kann sich sehen lassen: „Unsere Nachwuchsarbeit ist erfolgreich, und diesen Weg müssen wir weitergehen. In den letzten zwei Jahren haben wir sechs Spielerinnen in die erste Mannschaft geholt.“ Davon profitiert die von ihm trainierte 1. Mannschaft, sie steht derzeit gut da in der Tabelle: „Wir sind bestimmt keine Favoriten, aber die Chancen für den Aufstieg stehen gut.“ Dieser würde sicherlich dazu führen, dass der Frauen- und Mädchenfußball an Bedeutung gewinne. „Das langfristige Ziel muss es sein, unsere Topteams auch in den Topligen zu etablieren“, erklärt der Cheftrainer.

Einen Wunsch hat Breuer auch: „Es wäre ein Traum, das Pokalfinale im eigenen Stadion spielen zu können, aber das werde ich als Trainer wohl nicht mehr erleben.“ Die Konzentration gilt nun dem Spiel gegen den SV Meppen am 10. Februar im Franz-Kremer-Stadion. Die FC-Frauen freuen sich über zahlreiche Unterstützung.

zurück zur Übersicht Rückrundenstart 1. FC Köln
Datenschutz