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Am Flughafen im Visier:

Müller und Klose schauen sich die ankommenden Passagiere stets genau an. Foto: Büge

Drogen, Waffen, Gold und sogar lebende Tiere: Am Airport Köln/Bonn beschlagnahmt der Zoll Schmuggelware im Minutentakt. Doch wie gehen die Beamten im Detail vor? EXPRESS hat ein Team einen Vormittag lang begleitet.

Als der Turkish Airlines Flug TK 1671 aus Istanbul um 9.03 Uhr landet, ist die Ankunftshalle im Flughafen Köln/Bonn noch menschenleer. Auch das Gepäckband steht. Die Zollbeamten Matthias Klose (36) und Hannah Müller (25, Name geändert) sind allerdings hochkonzentriert. Die ersten Stunden ihrer Schicht waren ruhig. Doch jetzt kommen innerhalb von kürzester Zeit drei vollbepackte Maschinen aus Nicht-EU-Ländern an. Zunächst aus Istanbul, dann aus Moskau und schließlich aus Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistans im Irak. Einreisende aus diesen Gebieten müssen besondere Vorschriften beachten, beispielsweise darf wegen des Seuchenschutzes kein Fleisch importiert werden. „Viele Leute wissen darüber nicht Bescheid, sie informieren sich aber auch nicht entsprechend“, sagt Klose, als das Gepäckband anläuft. Augenblicke später kreisen dort die Koffer, die oft schon in der Gepäcksortieranlage von Drogenspürhunden untersucht werden.

Nachdem immer mehr der 130 Passagiere die Passkontrolle hinter sich gebracht haben, füllt sich die Ankunftshalle. Zeit für Klose und Müller, sich an der Kontrollstelle zu positionieren.

Das eingeführte Fleisch wird beschlagnahmt, ein Bußgeldverfahren womöglich eingeleitet. Foto: Büge
Das eingeführte Fleisch wird beschlagnahmt, ein Bußgeldverfahren womöglich eingeleitet. Foto: Büge
Beamte in Zivil mischen sich unter die Reisenden

Zwei weitere Beamte mischen sich gleichzeitig in Zivil unter die Menschmenge. Auf Konfrontationen ist jeder von ihnen vorbereitet. Neben einer kugel- und stichsicheren Weste tragen sie zu ihrem eigenen Schutz eine Pistole mit 30 Schuss Munition, ein Pfefferspray, ein multifunktionales Messer, eine Taschenlampe, ein Funkgerät und Handschellen an ihrem Gürtel mit sich. „Vor allem verbale Angriffe auf uns häufen sich in letzter Zeit“, sagt Müller, die 1,70 Meter groß, eher zierlich, gleichzeitig aber sportlich durchtrainiert ist. „Die Verrohung im Netz scheint dazu zu führen, dass Menschen auch weniger Respekt vor Behörden haben.“ Zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt es aber nur bei wenigen Kontrollen, auch wenn die Beamten jederzeit damit rechnen.

Inzwischen haben die ersten Passagiere ihr Gepäck gegriffen. Dabei hat Klose eine Frau am Band ins Visier genommen. Sie scheint alleine zu reisen, hat aber einen großen brauen Koffer, einen mittelgroßen blauen Trolly sowie eine schwarze Handtasche bei sich. Zudem erkennt er auf etwa 20 Meter Entfernung ein Goldarmband an ihrem Handgelenk. Klose entscheidet spontan, sich das Gepäck dieser Frau etwas genauer anzuschauen. Als sie die Kontrollstelle passieren will, spricht er die Frau an. Sie ist über die Türkei aus dem Iran angereist, war vorher aber noch in Thailand, wie sie unaufgeregt und ruhig berichtet. Hat sie also wirklich nichts zu verbergen?

Fleisch aus der Thermoskanne wird beschlagnahmt

Während Müller die Person stets im Blick behält, um mögliche Attacken oder eine Flucht zu verhindern, durchsucht der 1,80 Meter große Klose den Inhalt des blauen Trollys. Auch Badutensilien, Reisemappen und das Portemonnaie werden genauestens inspiziert. 2 600 Euro hat die Iranerin dabei, was ungewöhnlich, aber erlaubt ist. Nun öffnet Klose den braunen Koffer und wird direkt stutzig. Warum befindet sich eine silberne Thermoskanne im Gepäck? Und aus welchem Grund ist sie nochmals in eine Plastiktüte eingewickelt? Er öffnet das Behältnis vorsichtig, blickt herein und weiß sofort: Das ist nicht erlaubt. Denn die Kanne ist randvoll mit Fleisch gefüllt, das aufgrund von tierseuchenrechtlichen Bestimmungen nicht in die EU importiert werden darf. Dass das Fleisch ein Geschenk ihrer Eltern ist, spielt dabei keine Rolle. Der Beamte muss die Thermoskanne samt Inhalt konfiszieren, die Frau mit einem Bußgeldverfahren rechnen. Ein Fakt, den die Iranerin zum Abschluss der 29-minütigen Kontrolle traurig zur Kenntnis nimmt.
Klose durchsucht Kleidungsstücke der Person, in der Zeit hat Müller diese stets im Blick. Foto: Büge
Klose durchsucht Kleidungsstücke der Person, in der Zeit hat Müller diese stets im Blick. Foto: Büge
Zollbeamte sind auf den richtigen Riecher angewiesen

Klose hingegen ist froh, den richtigen Riecher bewiesen zu haben. „Pro Maschine kontrollieren wir etwa acht Personen im Detail“, erklärt Klose, der bereits seit November 2007 am Köln/Bonner Flughafen arbeitet. „Dabei folgen wir einer gewissen Intuition.“

Aufgrund dieser gerät auch ein aus Moskau kommender Mann ins Visier. Er ist schmächtig, Ende 20, trägt eine zerrissene Jeans und wirkt aufgeregt. Immer wieder blickt er sich um. Als er seinen Rucksack endlich aufgeschnallt hat, stürmt er Richtung Ausgang. Noch immer schweift sein Blick quer durch die Ankunftshalle, als glaube er, von jemandem beobachtet zu werden. Ein Verhalten, das Klose auffällt.

Manche Reisende sind am Flughafen einfach ohne Grund nervös

Er nimmt den Mann zur Seite. Hat er womöglich Drogen konsumiert oder sogar Rauschmittel dabei? Nachdem der Rucksack des Reisenden in den nächsten sieben Minuten genauestens durchsucht wird, erhärtet sich dieser Verdacht nicht. Auch ein an seiner Kleidung durchgeführter Drogenschnelltest fällt negativ aus. „Es gibt Leute, die sind am Flughafen einfach nervös. Das war bei diesem Mann offensichtlich der Fall“, sagt Klose, während sich die Ankunftshalle immer weiter leert. „Einige Personen haben dafür allerdings einen Grund. Vor einiger Zeit haben wir jemanden kontrolliert, der einen dicken Mantel anhatte und extrem schwerfällig ging. Nach Abnehmen des Kleidungsstücks wurde klar: Die Person konnte sich kaum bewegen, da ihr zahlreiche Goldketten um alle Extremitäten hingen. Auch lebende Tiere sowie alle Arten von Waffen und Drogen werden regelmäßig in den Gepäckstücken geschmuggelt.“ An diesem Vormittag beschlagnahmen Müller und Klose jedoch nur eine Thermoskanne voller Fleisch. Doch das kann sich am nächsten Tag schon wieder ändern, die Zollbeamten sind darauf jedenfalls immer vorbereitet.
  

Was nicht in den Koffer darf

Für Reisende, die nicht wissen, was oder wie viele Waren sie einführen dürfen, bietet der Zoll auf seiner Webseite zoll.de eine Übersicht. Zudem können Interessierte sich die App „Zoll und Reise“ kostenlos herunterladen und unterwegs studieren, welche Güter bei der Einfuhr nach Deutschland verzollt werden müssen.

Große Vorfreude auf Baseball-EM

Das Stadion Rheinaue ist ein Austragungsort. Foto: Wolkenkratzer
Das Stadion Rheinaue ist ein Austragungsort. Foto: Wolkenkratzer
Vom 7. bis zum 15. September ist es soweit. Die besten zwölf Baseball-Teams des Kontinents treffen bei der EM in Bonn und Solingen aufeinander. Das Stadion in der Rheinaue wurde für das Event im vergangenen Jahr für 1,9 Millionen Euro modernisiert.

In der Vorrunde trifft die deutsche Mannschaft auf Schweden (7. September, 19 Uhr), Großbritannien (8. September, 19 Uhr), Israel (9. September, 19 Uhr), die Niederlande (10. September, 19 Uhr) und Tschechien (11. September, 19 Uhr). Die Viertelfinalpartien steigen am 13. September, die Semifinals am 14. September, ehe es am 15. September um 19 Uhr zum Endspiel kommt.

Pützchens Heinzelmännchen

Das große Bonner Volksfest bedeutet jedes Jahr einen Riesenaufwand. Foto: Alexander Kuffne
Das große Bonner Volksfest bedeutet jedes Jahr einen Riesenaufwand. Foto: Alexander Kuffne
An diesem Wochenende steht die Stadt wieder Kopf: Pützchens Markt ist angesagt! Es ist die 652. Ausgabe des traditionellen Volksfestes–einem der größten in NRW.

Was für den Mammut-Spaß mit 500 Geschäften auf 80 000 Quadratmetern alles nötig ist, hat die Stadtverwaltung kürzlich aufgelistet. Ein Auszug: 500 Schilder sowie 200 Masten und Ständer werden benötigt, um die Marktwiesen entsprechend vorzubereiten. Nur für diese beiden Posten ist das Tiefbauamt vier Wochen lang beschäftigt. Auch die Bonn-Netz musste Wochen vorher loslegen, um mehr als sechs Kilometer Elektrokabel für die Stromversorgung der Kirmes zu verlegen. Allein im größten Festzelt, dem Bayernzelt, legt Bonn-Netz bis zu 180 Stromanschlüsse. Etwa 60 Mitarbeiter sind fast rund um die Uhr für das Stromnetz vor Ort.

Wenn jeder Kirmestag dann um 3.30 Uhr endet und Schausteller wie Besucher Schlafen gehen, rückt bonnorange an. 27 Mitarbeiter sorgen mit drei Müllfahrzeugen, zwei Kehrmaschinen, einem Großwasserwagen, einem Sperrmüllwagen und weiteren Fahrzeugen für Sauberkeit auf dem Kirmesplatz. Außerdem sind an den Markttagen 250 Busfahrerinnen und Busfahrer der SWB zusätzlich im Dienst.
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