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Wenn es im Nacken schmerzt: Ein Volksleiden, das viele Ursachen hat

Eine falsche Haltung oder lange PC-Arbeiten können Probleme verursachen. Foto: leszekglasner/stock.adobe.com

Ein steifer Hals, Schmerzen in Schultern und Armen – etwa jeder zweite Erwachsene hat im Laufe seines Lebens mit solchen Problemen zu tun. Die Gründe dafür sind vielseitig.

Wenn Nacken und Schultern Qualen verursachen, können sowohl physische als auch psychische Faktoren die Ursache sein. Zugluft, ein zu schwerer Rucksack, eine kurzzeitige falsche Haltung oder der durch ständige Smartphonenutzung verursachte Handynacken sind Hauptgründe für überlastete und verspannte Muskeln im Halsbereich. Diese sind in der Regel nach wenigen Tagen wieder abgeklungen. Wärme und Massagen können schnell für Abhilfe sorgen.

Stellen sich die Schmerzen jedoch immer wieder ein oder fallen besonders heftig aus, können schwerwiegendere Ursachen vorliegen. Eine Extra-Schicht im Büro, eine lange Nacht vor dem Laptop und Handy, ein großer Streit in der Familie: Wenn Stress Überhand nimmt, zieht sich die Schultermuskulatur zusammen, was zu akuten Schmerzen und in der Folge zu Fehlhaltungen führen kann – ein Teufelskreis beginnt. Die Nerven sind sprichwörtlich überreizt, es bildet sich ein Schmerzgedächtnis aus.

Physiotherapie und Krankengymnastik sorgen für Erleichterung und Entlastung der Halswirbesäule. Entspannungsübungen helfen, den angespannten Nacken langfristig zu lockern.

Dauern die Verspannungen länger als drei Wochen an, kehren immer wieder oder sind von heftiger Natur, gelten sie als chronisch. Daher sollte dringend zuerst einmal der Hausarzt aufgesucht werden. Nur dieser kann Aufschluss über die Ursachen geben und unter anderem degenerative und innerorganische Erkrankungen, Schleudertraumata sowie Rheuma oder Tumore diagnostizieren. Auch Migräneanfälle können bis hinunter in den Nacken ziehen.

Die körperlichen Auslöser können vielfältig sein und müssen nicht unbedingt auf bedrohliche Erkrankungen schließen lassen. Ein ernster Hintergrund ist mit unter ein Prozent die Ausnahme. Eine medizinische Abklärung ist dennoch ratsam, um eine angemessene Therapie bestimmen zu können.Unterstützend bei starken Nackenschmerzen wirken als Sofortmaßnahmen heiße Bäder, Wärmewickel und -pflaster. Die hohe Temperatur fördert die Durchblutung an gezielter Stelle, regt die Durchblutung an und lässt die angespannte Muskulatur weicher und nachgiebiger werden. Diese Behandlung bietet sich auch zur Vorbereitung für eine Massage an, da die gelockerten Muskeln besser bearbeitet werden können. Sollten sich die Schmerzen durch Hausmittel nicht beheben lassen, so helfen Medikamente, Mobilisationsübungen in Krankengymnastik und Physiotherapie, Akkupunktur sowie spezielle Therapiemaßnahmen weiter.

Genick richtig entspannen

Um Schmerzen in der Halsregion vorzubeugen, sollten einige grundlegende Dinge beachtet werden. Stress ist eine häufige Ursache für einen verspannten Nacken. Relaxtionsübungen wie zum Beispiel Autogenes Training können Strapazen reduzieren und ausgleichen. Generell kann mit Ausdauer- und Kraftsport der Rumpf gestärkt werden. Überdies fördern regelmäßige Fitness-Einheiten den Stressabbau. Ein Gang zum Orthopäden kann abklären, ob mögliche Körperfehlstellungen vorhanden sind. Wichtig ist zudem, dass sowohl Arbeits- als auch Schlafplatz optimiert und auf entsprechende Bedürfnisse angepasst werden. Daher sollten Schreibtisch und Stuhl, die Matratze sowie das Schlafkissen sorgfältig ausgewählt werden.

Klinik für Neurochirurgie - Krankenhaus Merheim, Klinik um der Universität Witten/Herdecke

Übungen zur Kräftigung

Mit Training gezielt gegen die Schmerzen vorgehen. Foto: contrastwerkstatt/ stock.adobe.com
Mit Training gezielt gegen die Schmerzen vorgehen. 
Foto: contrastwerkstatt/ stock.adobe.com
Zur Festigung der Nackenmusukulatur werden die Füße schulterbreit aufgestellt, die Knie gebeugt, die Schulterblätter aktiv nach hinten gezogen und der Bauch angespannt. Nun wird ein vor der Brust gespanntes Gummiband, wahlweise ein Schal oder ein Handtuch, in die Länge gezogen – das heißt, die Arme werden so weit wie möglich in kleinen, rhythmischen Bewegungen zu den Seiten gezogen. Dadurch soll eine andauernde Grundspannung gehalten werden. Die Schultern bleiben während der gesamten Durchführung unten. Diese Trainingseinheit sollte mindestens dreimal hintereinander mit je zehn Wiederholungen durchgeführt werden.

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