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Hier kräht, miaut und bellt es: Zollstocker Tierheim bietet seit 150 Jahren Zuflucht

Zollstocker Tierheim bietet seit 150 Jahren Zuflucht

Bild: Tierheim Zollstock

Petra Gerigk und ihr Team kümmern sich um rund 300 Tiere täglich. Sowohl Festangestellte als auch Ehrenamtler tun alles dafür, damit es den Bewohnern des Zollstocker Tierheims gut geht und sie schnellstmöglich ein neues Zuhause finden. Denn das ist und bleibt das oberste Ziel.

Treue Hunde- und aufgeweckte Katzenaugen blicken die Besucher an. Wer ins Zollstocker Tierheim geht, erhält viel Aufmerksamkeit und tierische Zuneigung. Seit 150 Jahren sorgt das Team aus Leitern, Ärzten, Pflegern und ehrenamtlichen Helfern für das Wohl der meist vierbeinigen Bewohner.

Tierheimleiterin Petra Gerigk gibt nicht nur Hunden sondern auch Enten, Schweinen und Hühnern ein Zuhause. Bild: Tierheim Zollstock
Tierheimleiterin Petra Gerigk gibt nicht nur Hunden sondern auch Enten, Schweinen und Hühnern ein Zuhause. Bild: Tierheim Zollstock
Träger der Einrichtung ist der Kölner Tierschutzverein von 1868, der zudem dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen ist. Den Namen verdankt sie Lisbeth Adenauer, der Frau des Kölner Oberbürgermeisters und späteren Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Die Eheleute waren selbst Hundehalter und stark im Tierschutz involviert.

Lisbeth Adenauer arbeitete ehrenamtlich im Tierheim, das 1929 zunächst an der Escher Straße 127 im heutigen Bilderstöckchen lag. Doch das Heim wurde im Krieg zerstört und fand in den Nachkriegsjahren seinen Platz im Kölner Süden. Eine der heutigen Helferinnen ist Petra Gerigk, vor vier Jahren hat sie die Leitung der Einrichtung übernommen. Mit ihr betreuen 24 Festangestellte, davon sechs Auszubildende und eine Aushilfe, rund 300 Hunde, Katzen, Nagetiere, Vögel und Nutztiere täglich auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände. „Dabei helfen uns im Schnitt 15 Ehrenamtler, ohne die wir den Alltag nicht so meistern könnten, wie wir es aktuell tun“, sagt Gerigk. Sie gehen mit den Hunden Gassi, reden mit den Katzen oder verteilen Schmuseeinheiten.

Welpen, kleine Hunde und Katzen sind meist schnell und einfach zu vermitteln

Immer wieder kommt es vor, dass Besitzer ihre „Liebsten“ abgeben. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe dafür. Inzwischen könnten sich etwa viele die hohen Tierarztkosten nicht mehr leisten, erklärt Gerigk. Manchmal nimmt die Stadt den Haltern die Tiere wegen unzumutbarer Zustände ab und übergibt sie dem Tierheim. 2017 fanden rund 1400 von ihnen vorübergehend ein Zuhause in Zollstock. Das oberste Ziel bleibt dabei stets, eine feste Bleibe für die Bewohner zu finden.

Bild: Tierheim Zollstock
Bild: Tierheim Zollstock
Wie schnell das geht, hängt stark vom Tier und der Rasse ab. „Kleinere Hunde sind beliebt, ebenso Katzen und Welpen“, weiß Gerigk. Vor allem Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten haben es schwer, vermittelt zu werden. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Menschen, die gezielt Tiere mit Handicaps aufnehmen, um diesen etwas Gutes zu tun.

Zu den üblichen Haus- kommen verletzte Wildtiere, die aufgepäppelt und wieder ausgewildert werden. Selbst Igel, Tauben, verschiedene Singvögel oder Raben hat das Tierheim schon wieder auf die Beine oder in die Luft gebracht. Das Team sorgt zudem für die vierbeinigen oder gefiederten Gäste, die während eines Urlaubs von ihren Besitzern kurzzeitig abgegeben werden. Meist sind es frühere Bewohner. In der angeschlossenen Praxis kümmern sich die Tierärzte Dr. Sabine Holland und Dr. Ralf Unna um die Fälle, die mehr als Futter, Bewegung und Zuneigung brauchen.

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