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Nicht jedes Fahrzeug, das über 30 Jahre alt ist, wird automatisch zum Oldtimer erklärt. Foto: tournee/stock.adobe.com

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Historischer Fahrspaß Mit dem H-Kennzeichen werden Autos zu Oldtimern, sie dürfen so selbst ohne Katalysator Umweltzonen befahren.

3.04.2020

Doch bevor ein Wagen offiziell als Oldtimer anerkannt wird, muss er zu einem geprüften Sachverständigen.

Mindestens 30 Jahre muss ein „altes Schätzchen“ auf dem Buckel haben und außerdem in einem guten Zustand sein, um ein Oldtimer werden zu dürfen. Doch das ist nicht alles: „Gebrauchsrostlauben bekommen heute kein H-Kennzeichen“, sagt Jan Hennen vom Deuvet, dem Bundesverband Oldtimer-Youngtimer.

Nach Paragraf 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) prüft ein anerkannter Kfz-Sachverständiger oder Prüfingenieur zunächst das Fahrzeug. Dann geht es innerhalb weniger Wochen zur zuständigen Kfz-Zulassungsstelle oder zum Straßenverkehrsamt. Je nach Prüforganisation kostet das Gutachten zwischen 150 und 200 Euro. Für die Zulassung verlangt die Kfz-Behörde je nach Stadt und Kommune 30 Euro, neue Nummernschilder mit dem H am Ende kosten rund 30 Euro.

Ob sich ein Ummelden rentiert, hängt von der Nutzung ab. Wer in Umweltzonen wohnt oder einfahren will, benötigt das H-Kennzeichen. Bei großvolumigen Motoren oder alten Dieseln fährt der Besitzer mit der pauschalen Oldtimer-Steuer (191,73 Euro pro Jahr) meist relativ günstig.

„Das H-Kennzeichen ist nur die Zusammenfassung dessen, wie das Fahrzeug aussehen muss“, sagt Frank Wilke, Oldtimer-Experte und Geschäftsführer von Classic Analytics, einem Unternehmen zur Marktbeobachtung und Bewertung von Oldtimern. Es muss verkehrstüchtig und gepflegt sein, zeitgenössisches Tuning ist erlaubt. Die Prüfingenieure müssen sich aus diesem Grund gut in der Fahrzeughistorie auskennen.


Alte Unterlagen können bei der Prüfung hilfreich sein.


Wilke rät, zur Prüfung alle Unterlagen wie alte Prospekte oder Fotos mitzubringen. Vor der Fahrt zur Prüfstation sollte das Auto kontrolliert werden. „Unter Umständen zählt das schon seit Kauf verbaute Sportlenkrad oder ein Sportauspuff gar nicht zur Originalausstattung.“
  

Prangt das begehrte „H“ auf dem Kennzeichen, winken dem Besitzer Privilegien. Foto: Sergey Kohl/stock.adobe.com
Prangt das begehrte „H“ auf dem Kennzeichen, winken dem Besitzer Privilegien. Foto: Sergey Kohl/stock.adobe.com

Ein Oldtimerkennzeichen steigert übrigens nicht unbedingt den Wert. Großvolumige Fahrzeuge lassen sich aber besser verkaufen, da die Unterhaltskosten für die spezielle Oldtimer-Versicherung und die pauschale Kfz-Steuer niedriger sind als bei konventionell angemeldeten Pkw.

Auch Historie und Bedeutung können bei der Prüfung ins Gewicht fallen: „Ein altes Fahrzeug mit deutlich Patina und einem Prominenten als Erstbesitzer ist ebenso ein automobiles Kulturgut wie ein historischer Rennwagen mit Straßenzulassung in unrestauriertem Zustand“, sagt der Experte Thorsten Rechtien vom TÜV-Rheinland.

Im Zuge der Begutachtung erfolgt immer eine Hauptuntersuchung (HU), um zu sehen, ob das Fahrzeug mangelfrei ist. „Bei Importfahrzeugen erfolgt eine Vollabnahme“, erklärt Rechtien. Besitzer von Importautos müssen außerdem nachweisen, wann das Auto im Ausland erstmals zugelassen wurde. (mit Material von dpa)