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Das Gelände des neuen Stadtarchivs am Eifelwall ist 22510 Quadratmeter groß. Bild: Rheinisches Bildarchiv Köln/Michael Albers

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Historisches ganz neu Am Eifelwall ist in den vergangenen vier Jahren auf einem 22510 Quadratmeter großen Areal das neue Stadtarchiv entstanden.

8.10.2020

Insgesamt wurden etwa 80,53 Millionen Euro für das Großprojekt investiert. Nun ist klar: Die Arbeiten werden noch in diesem Jahr beendet, sodass die feierliche Eröffnung hinter den Kulissen bereits im Detail geplant werden kann.

Der Neubau des Stadtarchivs am Eifelwall war nötig geworden, da der ursprüngliche Gebäudekomplex an der Severinstraße am 3. März 2009 im Zusammenhang mit dem Bau der neuen KVB-Nord-Süd-Stadtbahn-Linie samt zweier benachbarter Wohngebäude einstürzte. Dabei wurden rund 90 Prozent des Archivguts verschüttet. Zur Einordnung: Zu diesem Zeitpunkt wurden dort etwa 27 laufende Kilometer Akten, 62000 Urkunden, 329000 Karten, Pläne und Plakate, 500000 Fotos sowie 2500 Tonträger und Videos aufbewahrt.

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Allerdings konnten bis heute etwa 95 Prozent davon geborgen werden, wobei geborgen nicht gerettet bedeutet. Denn das Material ist bei dem Einsturz teilweise stark beschädigt worden, sodass es schätzungsweise weitere 30 Jahre Zeit in Anspruch nehmen wird, bis das geborgene Archivgut in seiner Gesamtheit wieder ausgestellt werden kann. Heißt: Die Restaurierung und Neuordnung des Materials wird auch in den kommenden Jahren zu den Kernaufgaben der Mitarbeiter des Stadtarchivs gehören.

Zuletzt arbeiteten diese an zwei provisorischen Standorten, dem digitalen Lesesaal samt Ausstellungsraum am Heumarkt sowie dem Restaurierungszentrum in Köln-Porz. Nun steht das neue Stadtarchiv am Eifelwall nach vier Jahren Bauzeit kurz vor der Fertigstellung, sodass die Mitarbeiter schon bald ihre neuen Räumlichkeiten beziehen können. Doch nicht nur sie werden dort neue Arbeitsbedingungen erhalten. Auch das Rheinische Bildarchiv wird im Gebäudekomplex im Kölner Süden unterkommen.


Etwa 95 Prozent des Archivguts konnten sichergestellt werden


Aktuell erhält das neue Stadtarchiv allerdings noch seinen letzten Feinschliff. Während die Flure bereits zu einem Großteil fertiggestellt sind, stehen auch die Arbeiten zum Innenausbau des Lesesaals und des Foyers kurz vor dem Abschluss. Und auch in den weiteren Räumlichkeiten wird die Finalisierung vorangetrieben. Dementsprechend gut lassen sich beispielsweise schon jetzt Büros von Werkstätten unterscheiden.

Aber auch von außen macht das neue Areal am Eifelwall schon einiges her. Denn in den Innenhöfen wurden bereits vor einigen Wochen Beete bepflanzt, Pflasterarbeiten fertiggestellt und Eingangsschilder angebracht. Bedeutet: Nach der Finalisierung der Außenanlagen, den Restarbeiten in den technischen Gewerken, der Inbetriebnahme und Einsteuerung der Anlagen für das Raumklima sowie den Abnahmen durch die entsprechenden Sachverständigen und des Bauaufsichtsamtes der Stadt Köln kann das neue Gebäude eröffnet werden.

Ein genauer Termin steht aktuell allerdings noch nicht fest. Doch egal, wann die Besucher den brandneuen Gebäudekomplex letztlich erstmals begehen dürfen – sie werden dort in jedem Fall eine Menge über Kölns Zeitgeschichte erfahren können. Schließlich werden dort trotz des Unglücks vom 3. März 2009 etwa 65 000 Urkunden ab dem Jahr 922, dazu 26 Regalkilometer Akten, 104000 Karten und Pläne, 50000 Plakate sowie mehr als 800 Nachlässe und Sammlungen vorzufinden sein. Dementsprechend lohnt es sich für Interessierte nicht nur am Tag der Eröffnung den Vorträgen der Redner zu lauschen, sondern auch in der Zeit danach an einer der geplanten Führungen durch das neu entstandene Bauwerk teilzunehmen.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Das Stadtarchiv ist gut zu erreichen. Vom Südbahnhof bis zum neuen Gebäudekomplex am Eifelwall sind es lediglich 400 Meter. Zudem müssen Autofahrer einen Stellplatz vor Ort meist nicht lange suchen, da in der unmittelbaren Umgebung genügend Parkraum zur Verfügung steht. Einen Ausflug zum Stadtarchiv werden Interessierte also nicht bereuen. Ganz im Gegenteil: Historisches an einem neu gestalteten Ort zu bewundern, dürfte für viele Menschen einen besonderen Reiz haben.
  

Das Archiv in Zahlen

Adresse: Eifelwall 5
Bauzeit: 2016–2020
Kosten: 80,53 Mio. Euro
Gesamtfläche: 22510 m2
Nutzfläche: 14493 m2
Mitarbeiter: 150
Planschränke: 460
Historisches: ab dem Jahr 922 n. Chr.