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Immer mehr entscheiden sich für eine Ausbildung: Bereits 20 Prozent der Lehrlinge im Handwerk haben das Abitur

Bereits 20 Prozent der Lehrlinge im Handwerk haben das Abitur

Bei Abiturienten ist die Lehre zum Tischler begehrt – Das Foto entstand in der Kölner Tischlerei Büchau & Krause                  BILD: HANDWERKSKAMMER ZU KÖLN

Ausbildung in Köln oder in Düsseldorf? Für den 18-jährigen Gereon Krayer kam beides in Frage, er wohnt in Langenfeld. Sein Lehrbetrieb ist das Kölner Unternehmen König Audio-Video-Technik, der erste Kontakt kam beim Azubi-Speeddating der Handwerkskammer zu Köln zustande. Der Vorteil dieser Veranstaltung war, dass sich dort der an einer Ausbildungsstelle interessierte Jugendliche und der Betrieb in einem Zehn-Minuten-Gespräch persönlich kennenlernen konnten. Danach wurde Krayer zum Vorstellungsgespräch eingeladen, woraufhin er für zwei Tage zur Probe mitarbeiten durfte.

Von Anfang an dabei. Seit dem 1. August macht er nun die dreieinhalbjährige Lehre zum Informationselektroniker. Dieser noch recht neue Beruf ist erheblich breiter aufgestellt als der frühere Radio- und Fernsehtechniker. Die Firma König hat überwiegend gewerbliche Kunden, ein Schwerpunkt ist die Beschallungstechnik: Der Betrieb installiert und wartet große Anlagen, beispielsweise für Lautsprecherdurchsagen in Veranstaltungshallen oder Bürogebäuden. Da er auch Kunden außerhalb von NRW betreut, hat der Lehrling bereits im ersten Jahr Gelegenheit, mit seinen Kollegen zu einem mehrtägigen Arbeitseinsatz ins Stadion von Regensburg zu fahren.

Deutlicher Gewinn an Beliebtheit. Krayer ist Abiturient und hat sich für die Ausbildung im Handwerk entschieden, weil er nach den vielen auf der Schulbank verbrachten Jahren etwas Praktisches machen möchte. Längst nicht alle Abiturienten wollen direkt von der Schule in die Hochschule wechseln. Die Berufsausbildung im dualen System hat an Attraktivität für Schulabgänger mit Hochschulreife gewonnen. So steigt seit einiger Zeit ihr Anteil unter den Ausbildungsstartern der Region Köln-Bonn: Im Jahr 2010 waren es gerade erst sechs Prozent, inzwischen sind es knapp 20 Prozent. „Wir begrüßen es sehr, dass sich Abiturienten für eine Ausbildung im Handwerk interessieren. Denn in den Unternehmen werden zunehmend auch Fachkräfte für leitende Aufgaben gebraucht. Tausende von Handwerksbetrieben suchen in den nächsten Jahren einen neuen Chef“, erläutert Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln. Für Auszubildende mit Abitur kann, wenn der Betrieb damit einverstanden ist, die Ausbildungszeit um bis zu ein Jahr verkürzt werden.

Dual oder sogar trial. Wer sich nach der Gesellenprüfung noch weiter qualifizieren möchte, kann sich zum Meister fortbilden. Für den einen oder anderen Abiturienten könnte eine Kombination aus Berufsausbildung und Hochschulstudium der richtige Weg sein. Die Handwerkskammer hat einen innovativen Bildungsgang entwickelt: Beim sogenannten „trialen Studium“ werden Berufsausbildung, Weiterbildung zum Meister und der Bachelor-Studiengang Handwerksmanagement miteinander kombiniert. Stark im Kommen sind duale Studiengänge, beispielsweise das Studium im Bauingenieurwesen der Technischen Hochschule Köln. Dort lässt sich in vier Jahren der Bachelor of Engineering mit Ausbildungsberufen wie Straßenbauer, Maurer oder Beton- und Stahlbetonbauer verbinden.

Gute Quoten. In den Bau- und Ausbauberufen des Handwerks ist der Abiturientenanteil bei den Auszubildenden etwas niedriger als im Durchschnitt des Handwerks in der Region Köln-Bonn. Derzeit hat jeder zehnte der 1.500 Lehrlinge zum Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima das Abitur. Sehr viel höher ist diese Quote bei den Tischlern: Bereits 45 Prozent der Auszubildenden bringen die Hochschulreife mit. Sehr attraktiv sind für Abiturienten die Gesundheitsberufe des Handwerks. Bei den Zahntechnikern wird eine Quote von 59 Prozent, bei den Augenoptikern von 45 Prozent erreicht. Den Spitzenplatz nehmen die Hörakustiker ein: Drei Viertel der Auszubildenden sind Abiturienten.

Beratung erwünscht. Jugendliche, die einen für sie geeigneten Beruf suchen, können die Ausbildungsvermittlung der Handwerkskammer befragen. Ansprechpartnerin für Abiturienten ist Nadine Wiggers (Telefon 0221/ 20 22 729, E-Mail: wiggers@hwk-koeln.de).

  

Tag des Handwerks

Musik und viele wertvolle Informationen

Am kommenden Samstag ist der „Tag des Handwerks“. Überall in Deutschland finden große Veranstaltungen statt, die über Handwerksberufe informieren und bei jungen Leuten Interesse an einer Ausbildung wecken wollen. Die Handwerkskammer zu Köln lädt zu einem Open-Air-Event in die Innenstadt ein: Auf dem Heumarkt wird Besuchern am 15. September von 14 bis 18 Uhr ein abwechslungsreiches Programm geboten. Brings, Kasalla und Lupo treten auf und heizen die Stimmung in der Altstadt an. Parallel dazu gibt es an den Infoständen, die über den gesamten Heumarkt verteilt sind, viele Informationen rund um Lehrstellen: Gut 20 Handwerksberufe werden vorgestellt. Die Ausbildungsvermittler der Kammer sowie die an diesem Aktionstag beteiligten Kölner Innungen halten Tipps für junge Menschen bereit, die noch für diesen Herbst eine Lehrstelle suchen, und stehen für alle Fragen zur Verfügung. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.
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