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In den Wäldern der Region kommt es immer wieder zu Anhäufungen von Abfall, der dort nicht hingehört. Bild: kichigin19/stock.adobe.com

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Muss das wirklich sein? Wer genauer hinsieht, dem fällt der Müll auf dem Boden während eines längeren Spaziergangs zwangsläufigauf. Die InitiativeCleanUp Erftstadt geht dagegen vor.

26.03.2021

Stefanie Schwarz konnte den Anblick nicht mehr ertragen. Eine Woche nach der Karnevalssession 2016 klebten auf dem Weg des Erftstädter Rosenmontagszugs immer noch jede Menge Kamellereste. Kurzentschlossen entschied sie sich zusammen mit drei weiteren Frauen und zwei Kindern, die Überbleibsel des Zochs zu entfernen.

Auch danach fanden sich immer wieder Einzelpersonen, die gegen den Müll auf den Straßen, den Wegen und im Wald vorgingen. Nur: Organisiert waren diese Einzelkämpfer nicht. Deswegen beschloss Schwarz am 15. September 2018, dem World Cleanup Day, die Initiative CleanUp Erftstadt zu gründen.

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Eine Idee, die sich längst ausgezahlt hat. Schließlich haben sich Schwarz und den weiteren Mitgründern bereits mehr als 250 Menschen angeschlossen, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen für Müllbeseitigung im Stadtgebiet sorgen. „Unser Traum ist es, spazieren zu gehen, ohne Müll zu finden“, sagt Schwarz. „Zudem wollen wir natürlich ein größeres Bewusstsein für die Problematik schaffen. Denn viele Menschen nehmen den Müll um sich herum überhaupt nicht mehr wirklich wahr. Dabei ist das Ganze entscheidend für unsere Gesundheit.“

Wir wollen ein größeres Bewusstsein für diese Problematik schaffen

Zudem möchte CleanUp Erftstadt Kinder davor schützen, dass sie Zigarettenstummel oder andere Verunreinigungen im Sandkasten finden. „Diese Gefahren sollten wir unbedingt im Blickhaben“, findet Schwarz. „Es muss doch im Interesse von uns allen sein, dass wir selbst nicht im Plastikmüll ersticken. Und letztlich ist es auch ästhetischer, wenn es im Wald keinen Abfall gibt.“

Erreicht hat die Initiative schon einiges. Schließlich wurden alleine in den ersten beiden Monaten des aktuellen Kalenderjahres mehr als drei Tonnen Müll im Stadtgebiet aufgesammelt, darunter 1455 Einwegflaschen, 300 Kilo Bauschutt, 54 Spraydosen, 55 Batterien sowie elf Autoreifen. Und da für ein solches Engagement ungemein viel Arbeit nötig ist, wurde die Initiative von der Stadt im Dezember mit dem Heimatpreis 2020 ausgezeichnet. „Wir haben uns darüber natürlich sehr gefreut, da wir dadurch eine gewisse Anerkennung erfahren haben“, sagt Schwarz. „Noch wichtiger ist allerdings, dass wir Zuwachs bekommen haben, sodass sich noch mehr Menschen um ein sauberes Erftstadt bemühen.“

Zufrieden geben sich Schwarz und ihre Mitstreiter damit allerdings nicht. Sie wollen mehr. Um dies zu erreichen, hat die Initiative nun etwa 40 Schilder anfertigen lassen, die humorvoll auf die Problematik aufmerksam machen sollen. Darauf zu sehen ist Müll in einem Waldstück. Der Clou: Die einzelnen Gegenstände werden originell bezeichnet und mit Verrottungszeiten versehen.

So wird beispielsweise eine verformte Plastikflasche (500 bis 1000 Jahre) als geknickter Dürstling und eine leere Vodka-Pulle (bis zu 50 000 Jahre) als Schnapsleiche bezeichnet. „Das Schwarzwaldstädtchen Beiersbronn hatte diese Plakate vor einiger Zeit im Netz veröffentlicht“, erklärt Schwarz. „Nachdem ich die Erlaubnis hatte, konnten wir 40 Schilder in Schaukästen, auf Plätzen, Schulen, Spielplätzen und Waldwegen des Stadtgebiets aufstellen.“ Die Hoffnung dabei: Erftstadt wird dadurch ein Stück weit sauberer und damit lebenswerter.