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So stürmt ein Eifler Jeck Kölns Bütten: Der „Jeck im Rähn“ geht in dieser Session steil

Björn Wassong in Berufskleidung – so ausgerüstet macht der Eifler die rheinischen Bühnen unsicher. Foto: Lorena Krämer

Aus der Talentschmiede des Festkomitees heraus macht Björn Wassong sich auf, einer der Star-Redner im rheinischen Karneval zu werden.

In der Eifel hat Björn Wassong (37) aus Mechernich-Weyer schon fast alle Weihen des Karnevals erhalten – er war Kinderprinz, „großer“ Prinz und ist Präsident der KG Weyerer Blömche. Zudem steht er seit 13 Jahren mit seinem „Jeck im Rähn“ mit wachsendem Erfolg in der Bütt.

Doch mit dieser Figur die großen Bühnen Kölns erobern? Nicht mehr als nur ein Traum. 2019 kam für Wassong dann alles Schlag auf Schlag und bereits in der laufenden Session tingelt er durchs Rheinland, wird als nächster Star im Sitzungskarneval gehandelt.

Björn, wie hat das Festkomitee dich entdeckt?

Jemand von einer Kölner Künstleragentur hat in der vergangenen Session einen meiner Auftritte in der Eifel gesehen und wollte meine Kontaktdaten haben. Einige Wochen später rief dann plötzlich das Festkomitee des Kölner Karnevals an. Ob ich mich nicht mal beim Literarischen Komitee vorstellen wolle. Dann kam auch bald schon die Einladung zu einem Casting beim Komitee im Maarweg.

Real
Ein richtiges Casting, wie man es von „DSDS“ her kennt?

Na ja, nicht ganz. Es waren tatsächlich auch vier Personen, aber die saßen lockerer da, es gab Schnittchen und etwas zu Trinken. Vorher hatte ich einige Gruselgeschichten von solchen Castings gehört, die sich aber alle nicht bewahrheitet haben. Im Gegenteil – es war eine sehr angenehme Erfahrung.

Und dann hast du dort einfach deine Rede gehalten?

Richtig, ein „Best of“ ausmeinen bisherigen. Danach gab es Lob und Kritik. Mein Schirm etwa, den ich früher immer in der Hand hielt, kam nicht gut an. Da wäre die Verwechslungsgefahr mit dem „Weltenbummler“ zu hoch, hieß es. Kurz nach dem Casting wurde ich in das Literarische Komitee aufgenommen, genauer gesagt in den Ausbildungsbereich für Redner.
So sieht Björn Wassong „entjeckt“ aus. Foto: A. Kuffner
So sieht Björn Wassong „entjeckt“ aus. Foto: A. Kuffner
Sozusagen also ein Trainingscamp für die Bütt.

Ja, so kann man das nennen. Seitdem war ich etwa 15 mal da. Dabei treffe ich mit anderen Rednern am Maarweg zusammen und wir feilen gemeinsam mit Dozenten an unseren Figuren und Reden. Inhaltlich sind wir aber völlig auf uns gestellt. Es gibt da keine Autoren, die uns die Witze schreiben.

Ausbildung okay, aber wie kommt man an Auftritte?

Dafür gibt es einmal jährlich den Vorstellabend des Festkomitees. Da sitzen viele Entscheider und gucken sich an, was der Nachwuchs so zu bieten hat. Danach entwickeln sich Kontakte und Anfragen. 2019 fand der Abend Ende Oktober im Alten Wartesaal unter dem Kölner Hauptbahnhof statt. Aber es waren nicht alle Kollegen aus den Coachings mit dabei. Vorher sieben die Dozenten und das Komitee noch einmal aus, wer die Chance bekommt. Ich durfte mit und war erfolgreich, der „Jeck im Rähn“ ist sehr gut angekommen. Tatsächlich ist danach eine kleine Lawine auf mich zugerollt, auch was die Anfragen anging.

Wie viele Auftritte hattest du in der Session 18/19, und wie oft stehst du jetzt in der Bütt?

In der letzten Session waren es zwölf. Momentan bin ich für 2019/20 bei rund 40.

Auf welche davon freust du dich am meisten?

Es gibt schon einige Highlights in Köln,zum Beispiel eine Sitzung in der Wolkenburg. Auch viele kleinere Geschichten, wie interne Veranstaltungen bei den Blauen Funken, der Großen Braunsfelder oder der Großen Junkersdorfer. Solche Auftritte sind mega interessant für mich, da kommen gute Kontakte zustande. Ich darf auch zum Senatsabend der Roten Funken, da kribbelt es jetzt schon bei mir. Sowas hätte ich nie für möglich gehalten.

Wann wäre für dich der Punkt erreicht, deinen Job im Kölner Bundesverwaltungsamt an den Nagel zu hängen?

Noch lange nicht. Bis ich mal Vollprofi werden sollte, muss noch viel Wasser den Rhein runter fließen. Ich werde noch viele Erfahrungen sammeln müssen und mich ein paarmal auf den Hintern setzen, bevor es so weit kommt. Aber klar, es ist mein Fernziel.

Was ist das Besondere an deinem Bühnencharakter?

Abgesehen vom gelben Friesennerz ist es der Eifler Slang. Ich rede in meiner Mundart. Ansonsten ist der „Jeck im Rähn“ vom Charakter her nicht der hellste Stern, aber das macht ihm nix aus, er kommt gut durchs Leben. Auch seine Familie und Freunde haben alle einen Ratschem Kappes.

Worauf legst du in deiner Rede den Fokus?

Ich treibe die Eifelsau vor mir her. Jeder bei uns hat seinen Bauernhof, alle sind miteinander verwandt und so weiter. Für den Einstieg vom „Jeck im Rähn“ auf neuen Bühnen ist es genau das richtige Thema. In den nächsten Jahren kann sich das dann weiterentwickeln.
  
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