Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.
Abmelden

Specials

Wie läuft die Session? Fünf Fragen ans Dreigestirn Image 1
Anzeigen
ANZEIGE

„Diese Euphorie ist unglaublich!“: Wie läuft die Session? Fünf Fragen ans Dreigestirn

Ein Dutzend Termine pro Tag sind keine Seltenheit für das Dreigestirn. Dabei gilt selbstverständlich: immer lächeln!                  Foto: Festkomitee Kölner Karneval

„Einmol Prinz zo sin en Kölle am Rhing. En nem Dreijesteen voll Sunnesching…“ Die Hymne von Ex-Prinz Wicky Junggeburth von 1993 kennt jeder. Aber ist für das Dreigestirn immer alles voller Sunnesching? Wie lebt es sich wochenlang im Ausnahmezustand? EXPRESS wollte es genau wissen und fühlte den drei Regenten auf den Zahn.

Was ist für euch der schönste Moment eines ganz „normalen“ Tages als Dreigestirn?

Prinz Christian II.:
Für mich ist es immer wieder aufs Neue der Moment, wenn wir in den Saal einziehen, alles steht, klatscht und uns zujubelt – das ist Begeisterung pur!

Bauer Frank:
Der Moment, in dem man in das Ornat schlüpft und aus Frank Breuer Bauer Frank wird. Das zaubert mir jeden Tag aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht.

Jungfrau Griet:
Wir sehen uns den ganzen Tag über ja fast nur auf der Bühne, weil wir zwischendurch in verschiedenen Fahrzeugen sitzen. Wenn wir dann abends nach Feierabend noch mit den Adjutanten zusammensitzen, ist das für mich der perfekte Abschluss, weil man da die Erlebnisse des Tages nochmal Revue passieren lassen kann.

Beistand von oben: Mitte Januar vertrat Kardinal Wölki den erkrankten Prinzen Christian II. bei einem Auftritt im Kardinal-Frings-Saal. Foto: Martina Goyert
Beistand von oben: Mitte Januar vertrat Kardinal Wölki den erkrankten Prinzen Christian II. bei einem Auftritt im Kardinal-Frings-Saal. 
Foto: Martina Goyert
Dass eure Zeit als Regenten neben all der Freude auch Stress bedeutet, war euch vorher klar. Aber was hättet ihr im Vorfeld niemals so erwartet?

Prinz Christian II.: Das Festkomitee hat uns natürlich auf vieles vorbereitet, und wir haben auch mit früheren Dreigestirnen gesprochen, also konnten wir vieles erahnen. Was aber unsere Erwartungen um ein Vielfaches übertrifft ist die Euphorie, die dir in der ganzen Stadt entgegenschlägt. Das ist unglaublich!

Bauer Frank: Ich hatte total unterschätzt, wie begehrt man als Teil des Dreigestirns ist. Ob alt, obganz jung, ob Mann oder Frau, Karnevalist oder Polizist: Überall wollen Menschen Selfies machen, ein paar Worte wechseln, winken einem zu. Das Ornat hat für die Kölner einfach eine ganz besondere Strahlkraft. Wahnsinn!

Jungfrau Griet: Ich empfinde diese Zeit nicht als Stress. Im Gegenteil: Ich kann momentan einfach mal aus meinem normalen Alltag ausbrechen, über Wochen Spaß mit meinen beiden Freunden haben, alles vergessen, was einem sonst durch den Kopf geht. Da genieße ich ganz ehrlich jede Minute.

Begegnung vor einem Krankenhaus war der schönste Moment

Was macht ihr eigentlich an euren blauen Montagen?

Prinz Christian II.: Ich versuche, mich im Büro sehen zu lassen. Wenn ich es schaffe, gehe ich auch mit meinem Hund eine Runde laufen. Meist haben wir abends aber doch auch schon wieder ein gemeinsames Abendessen – so riesig sind die Verschnaufpausen nicht.

Bauer Frank: Ach, irgendwas ist immer, so blau sind die Montage ja nicht. Aber ich nutze die freie Zeit, um ein bisschen Sport zu machen, zu schwimmen oder einfach auch mal die Seele baumeln zu lassen.

Jungfrau Griet: Man kann mal ausschlafen, relaxen, die eine oder andere Blessur pflegen. Außerdem nutze ich die Zeit, um Nachrichten und Glückwünsche von Freunden zu beantworten, dazu kommt man an den anderen Tagen meist nicht, weil es doch ziemlich eng getaktet ist.

Die Bläck Föössauf großer Bühne mit dem Dudelsack begleiten – unbezahlbar. Prinz Karneval Christian II. lebt derzeit seinen Traum. Foto: Festkomitee Kölner Karneval
Die Bläck Föössauf großer Bühne mit dem Dudelsack begleiten – unbezahlbar. Prinz Karneval Christian II. lebt derzeit seinen Traum. Foto: Festkomitee Kölner Karneval
Was war bis jetzt euer persönlicher Höhepunkt als Mitglied des Dreigestirns?

Prinz Christian II.: Natürlich war die Proklamation ein Höhepunkt, keine Frage. Aber ganz ergreifend war für mich der Besuch in der Bahnhofsmission. Die Menschen dort waren so dankbar, das war ein besonderes Erlebnis, das mir sicher lange im Gedächtnis bleiben wird.

Bauer Frank: Die Auftritte bei Jan von Werth, unserem eigenen Korps, sind für mich die absoluten Höhepunkte. Wie die hinter uns stehen, wie euphorisch wir dort empfangen werden – unglaublich. Dafür sind wir drei ganz besonders dankbar.

Jungfrau Griet: Ganz unabhängig von den Auftritten hat mich ein Moment ganz besonders bewegt: Wir waren vor einem Krankenhaus und haben vor der Tür ein älteres Ehepaar getroffen. Da sagte die Dame zu ihrem Mann, dem es offensichtlichnicht so gut ging: „Jetzt haben wir die Kölner Jungfrau gesehen. Du wirst sehen, jetz weed alles joot.“ Ich glaube, der Mann hat zum ersten Mal an diesem Tag gelächelt. Wenn der Karneval so etwas schafft, haben wir alle miteinander etwas richtig gemacht.

Was ist das Erste, was ihr an Aschermittwoch tun werdet, wenn ihr zurück in eurem zivilen Leben seid?

Prinz Christian II.: Arbeiten!

Bauer Frank: Ich werde meine weiße Malerhose wieder anziehen und mir in meinem Betrieb einen Überblick verschaffen. Dann bin ich wieder der Malermeister Frank Breuer, und das ist auch gut so.

Jungfrau Griet: Ich feiere Geburtstag mit Freunden und Familie. Das wird sicher kein trauriger Tag.
  
zurück zur Übersicht Express Spezial Karneval
Datenschutz