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Suche/biete Job und Wohnung: Fachkräfte und Wohnraum sind Mangelware – Mitarbeiterwohnen ist deshalb für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen attraktiv

IT-Experte Simon Schrenk fand dank der KVB einen attraktiven Job – und eine bezahlbare Wohnung

Wer einen neuen Job annehmen möchte und dafür umziehen muss, überlegt sich das momentan zweimal: Es ist schwer geworden, eine bezahlbare Wohnung in den Großstädten zu finden. Oft zehren hohe Mieten die mit der neuen Stelle verbundene Gehaltserhöhung gleich wieder auf. Das ist nicht nur für Arbeitnehmer, die sich weiterentwickeln wollen, ein Problem, sondern ebenso für die Wirtschaft, die händeringend Fachkräfte sucht. Für Firmen stellt günstiger Wohnraum, den sie potenziellen neuen Mitarbeitern anbieten können, daher einen klaren Wettbewerbsvorteil dar. Das trifft auch auf den Stadtwerkekonzern Köln (SWK) zu, dessen angegliederte Wohnungsgesellschaft (WSK) über knapp 2.000 große und kleine Wohnungen verfügt, die Mitarbeitern der Konzerntöchter für einen Quadratmeterpreis anmieten können, der zwischen einem und 3,50 Euro unter den marktüblichen Preisen für Kölner Kaltmieten liegt.

Entscheidender Anreiz. „Ich wäre nicht nach Köln gekommen, wenn es zum Job nicht auch dieses Wohnungsangebot gegeben hätte“, sagt Simon Schrenk (32), Wirtschaftsinformatiker. Er stammt aus Osnabrück, hat dort mit Frau und Eltern ein Haus gekauft und ist froh, dass er die Stelle bei der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB), die ihm ein Headhunter anbot, trotzdem annehmen konnte. Seit April arbeitet er als Projektleiter für die Modernisierung des rechnergestützten Betriebsleitsystems, die ITtechnische Fahrzeugausstattung und die elektronischen Fahrgastinformationssysteme bei der KVB. „Ich wollte das unbedingt machen. Hätte ich mir hier auf dem angespannten freien Markt aber eine Wohnung suchen müssen, hätte das wahrscheinlich zunächst monatelanges tägliches Pendeln oder Hotelübernachtungen bedeutet“, erzählt Schrenk. „Zudem wäre die Miete deutlich höher gewesen als jetzt, und das hätte meinen Verdienst bei doppelter Haushaltsführung deutlich geschmälert.“

Voll zufrieden. Ohne das Wohnungsangebot, das die KVB ihm über die WSK machen konnte, wäre wohl nichts aus dem Wechsel geworden. 410 Euro kalt zahlt Schrenk für die frisch renovierte, 57 Quadratmeter große Zwei-Zimmerwohnung mit Balkon in Ehrenfeld. Bis zu seinem Arbeitsplatz hat er keine zehn Minuten Fußweg. „Ideal“, findet er. „Ich bin voll zufrieden!“

Hohe Nachfrage. Genauso soll es sein. „Der Grundgedanke hinter dem Mitarbeiterwohnen, das wir heute anbieten, ist alt – und simpel“, erklärt Bernd Preuss, Leiter der WSK. „1964 wurde die Wohnungsbaugesellschaft gegründet und baute anfangs vor allem öffentlich geförderte Wohnungen. Dieser Bestand wurde gehalten, obwohl die Belegung durch die heute knapp 13.000 Mitarbeiter der städtischen Gesellschaften eher rückläufig war.“ Preuss weiter: „Angesichts der Wohnungsmarktsituation, die seit einigen Jahren immer angespannter wird, hat man sich jedoch wieder an die Vorteile des Konzeptes erinnert und erneut in Sanierung und Neubau investiert. Und das mit Erfolg: Die Nachfrage ist hoch.“

Kostenlose Ausbildung. Die Ansprüche sind es – im Verhältnis zu früher – aber auch. Neben hochwertiger Ausstattungen werden daher weitere Angebote gemacht: In einem modernen Komplex im Kölner Süden stehen den Bewohnern in der Tiefgarage zur exklusiven Nutzung E-Mobile und Leihräder zur Verfügung. Es gibt Sportangebote und Treffpunkte auf dem Gelände. In verschiedenen Quartieren werden sogar Bienenstöcke aufgestellt, und Konzernmitarbeiter können kostenlos eine Ausbildung zum Imker machen. „Der Zusammenhalt innerhalb einer immer anonymer werdenden Arbeitswelt ist ein wichtiger Belang“, so Preuss. „Wir bieten mehr als ‚warm und trocken‘.“ Und auf jeden Fall mehr, als sich jemand mit einem Normaleinkommen sonst in der Stadt leisten kann. Vor diesem Hintergrund wird die Immobilie zu einem bedeutenden Faktor im Wettbewerb um gesuchte Fachkräfte. Auch bei der KVB, die aktuell auf 700 Wohneinheiten der WSK zurückgreifen kann. Mehr zum Thema im Interview mit Sophie von Saldern, Personalchefin der Kölner Verkehrs-Betriebe AG, in der rechten Spalte auf dieser Seite.


Drei wertvolle Gütesiegel für die KVB

Die Homepage Kununu bescheinigt dem Verkehrsunternehmen hohe Qualität als Arbeitgeber

Peter Densborn (5. v. l.) präsentiert mit Nachwuchskräften eines der Gütesiegel
Peter Densborn (5. v. l.) präsentiert mit Nachwuchskräften eines der Gütesiegel
Die KVB ist ein guter Arbeitgeber. Das bestätigt die Internetseite Kununu, die eine Plattform für die Bewertung von Dienstgebern ist. Gleich zwei Auszeichnungen verlieh sie dem Verkehrsbetrieb im Oktober: Das Unternehmen ist eine „Top Company“, denn 86 Prozent der Mitarbeiter haben ihre Firma weiterempfohlen – ein überdurchschnittliches Ergebnis. Das Gütesiegel „Open Company“, das nur etwa ein Prozent aller auf Kununu bewerteten Firmen erhält, wurde der KVB zuteil, weil sie ihre Arbeitgeberqualitäten kritisch überprüft und versucht, sich in diesem Bereich kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Ein großer Erfolg, der zeigt, wie wichtig die Kommunikation mit unseren Mitarbeitern ist“, sagt Personalvorstand Peter Densborn. „Die KVB hat als Unternehmen vieles zu bieten. Es gilt, dies nach außen zu kommunizieren und damit potenzielle Bewerber auf uns aufmerksam zu machen. Plattformen wie Kununu sind dafür sehr gut geeignet.“

Eckpfeiler Ausbildung. Ganz besonders freut der Vorstand sich über die dritte Belobigung, die das Unternehmen im September in der Kategorie „Faire Ausbildung“ vom Berliner Marktforschungsinstitut Trendence entgegennehmen durfte. „Unsere Ausbildung ist einer der Pfeiler des demografischen Wandels der KVB. Dieser Award unterstreicht unseren Einsatz in diesem Themenfeld“, so Densborn. „Die Nachwuchsförderung ist uns ein besonderes Anliegen. Nicht umsonst übernimmt die KVB den größten Teil ihrer ehemaligen Auszubildenden und profitiert davon.“

Interview

Sophie von Saldern ist Personalchefin der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Von Saldern setzt verstärkt auf den Wettbewerbsfaktor Mitarbeiterwohnungen.
Sophie von Saldern ist Personalchefin der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Von Saldern setzt verstärkt auf den Wettbewerbsfaktor Mitarbeiterwohnungen.
1. Warum ist das Thema für die KVB von so großer Wichtigkeit?

Der demografische Wandel wird inzwischen immer konkreter spürbar: Wir müssen in den kommenden zwölf Jahren allein 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ersetzen, die altersbedingt ausscheiden werden. Bei rund 3.500 Beschäftigten ist das fast die Hälfte des gesamten Personals und eine große Herausforderung. Im Wettbewerb um die besten Personale spielen außerdem Angebote wie flexiblere Arbeitszeiten und Homeoffice eine Rolle. Das reicht aber nicht, um sich von der Konkurrenz abzuheben, deshalb ist das Zurverfügungstellen von Wohnraum ein starkes Instrument. Zusätzlich deshalb, weil wir als Verkehrs-Betrieb mit unseren Fahrern im Schichtdienst darauf angewiesen sind, dass diese nah an ihrem Arbeitsplatz wohnen.

2. Ließe sich das Problem nicht über höhere Gehälter lösen?

Als kommunaler Arbeitgeber sind wir tarifvertraglich bei der Bezahlung leider nicht so attraktiv wie viele Unternehmen in der Wirtschaft. Wir brauchen daher ein attraktives Gesamtpaket, um gute Fachkräfte für uns zu gewinnen, denn diese sind – gerade in Ballungsgebieten wie Köln – hart umkämpft. Das Mitarbeiterwohnen ist in unserem Fall deshalb ein ganz wichtiges zusätzliches Element.

3. Ist dieses Vorgehen Ihrerseits erfolgreich?

Ja, denn das Thema zahlt für uns auf zwei Karten ein, etwa bei der Mitarbeiterbindung. Denn wenn ein Arbeitnehmer erst einmal bei uns ist und hier auch das Thema Wohnen – vor allem gemeinsames Wohnen mit Kollegen – erlebt, dann hat er einfach eine höhere Identifikation mit uns als Unternehmen und ist insgesamt zufriedener. Davon profitieren sowohl der Mitarbeiter als auch der Betrieb.Das andere,worauf wir uns fokussieren, ist die Akquise. Das Wohnungsangebot hilft uns, deutschlandweit, über die Grenzen der Region hinaus, geeignete und gute Mitarbeiter zu finden.
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