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Bauen für die Zukunft: KVB investiert 2019 rund 7,4 Millionen Euro in die Ertüchtigung der Infrastruktur – Beeinträchtigungen werden bewusst minimiert

Im Stadtbahntunnel steht eine besonders aufwendige Maßnahme auf der Agenda

Mit sieben großen Baumaßnahmen in diesem Jahr erneuert die KVB die Schieneninfrastruktur der Stadtbahn. Insgesamt 15 Weichen und sieben Gleiskreuzungen werden ausgetauscht, auf rund 3.000 Metern Schienen, Schwellen, Schotter sowie Asphaltdecken und weitere Gleisbauelemente erneuert. Bei zwei Maßnahmen wird zudem durch den Einbau von sogenannten Unterschottermatten der Schall- und Erschütterungsschutz verbessert. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zur Leistungsfähigkeit und Qualität des Stadtbahnverkehrs geleistet. Denn durch die hohe Beanspruchung der Infrastruktur verschleißt diese im Laufe der Zeit. Insgesamt investiert die KVB rund 7,4 Millionen Euro.

Notwendige Verkehrswende. „Wir können die große Nachfrage unserer Fahrgäste nur erfüllen, wenn wir einen guten Fahrplan realisieren“, fasst Jörn Schwarze, Vorstand Technik der KVB, das Ziel zusammen. „So einfach es erscheint: Intakte Infrastruktur ist die Basis für sicheren, schnellen und komfortablen öffentlichen Nahverkehr. Die notwendige Verkehrswende fußt auf leistungsfähiger Schiene und Straße.“

KVB investiert 2019 rund 7,4 Millionen Euro in die Ertüchtigung der Infrastruktur – Beeinträchtigungen werden bewusst minimiert Image 1
Deutzer Brücke. Bereits in den Osterferien fi ndet vom 23. bis 29. April auf der Deutzer Brücke die erste große Baumaßnahme der KVB statt. Dort werden an der rechtsrheinischen Brückenrampe eine Weiche und eine Gleiskreuzung ausgetauscht. Zudem werden drei sogenannte „Auszugsvorrichtungen“, die die temperaturabhängigen Ausdehnungen des Brückenbauwerkes nachvollziehen und somit Schäden vermeiden, sowie im gesamten Brückenverlauf weitere Gleisbauelemente erneuert. Betroffen sind die Stadtbahn-Linien 1, 7 und 9, die sechs Tage getrennt werden. Ersatzbusse kommen zum Einsatz. Die Infrastruktur ist dort 40 Jahre alt.

Weitere Maßnahmen. Die größte der anstehenden Maßnahmen fi ndet vom 14. Juli bis zum 11. August in der Nachbargemeinde Bergisch Gladbach statt. Dort erneuert das Verkehrsunternehmen in vier Wochen der Sommerferien 2.130 Meter Gleisstrecke der Stadtbahn-Linie 1 zwischen den Haltestellen „Frankenforst“ und „Im Hoppenkamp“ und stabilisiert den Gleisunterbau. Die bis zu 40 Jahre alte Infrastruktur weist in diesem Bereich deutliche Verschleißspuren auf.

Fortsetzung am Barbarossaplatz. Ähnlich umfangreich sind zwei Bauvorhaben im Innenstadttunnel neben den U-Bahn-Haltestellen „Appellhofplatz“ und „Poststraße“, die vom 14. bis zum 28. Oktober in den kommenden Herbstferien stattfinden und miteinander kombiniert werden. Am Barbarossaplatz wird fortgesetzt, was im vergangenen Jahr mit der ersten Hälfte der Arbeiten bereits eingeleitet wurde. Hinzu kommt noch eine zeitgleiche Maßnahme am Salierring. Noch in der terminlichen Abstimmung befindet sich der Austausch von vier Weichen, einer Gleiskreuzung und eines Anschlussbogens im Kreuzungsbereich Luxemburger Straße und Sülzgürtel im Kölner Westen.

Geringe Belastung. Die KVB legt die großen Baumaßnahmen stets bewusst in Ferienzeiten, in denen weniger Verkehrsteilnehmer unterwegs und somit weniger Einwohner von Beeinträchtigungen betroffen sind. Vorstand Jörn Schwarze: „Dann, wenn viele Menschen frei haben, legen sich rund 180 Mitarbeiter der KVB und viele Kollegen externer Baufirmen kräftig ins Zeug. Sie halten Köln mobil und minimieren die baubedingten Einschränkungen.“

  

E-Bus-Projekt ausgezeichnet

Preise für nachhaltige, umweltfreundliche Mobilität in Ballungsräumen – Verleihung auf der „Hypermotion“

KVB-Vorstand Jörn Schwarze (l.) nahm die Auszeichnung entgegen
KVB-Vorstand Jörn Schwarze (l.) nahm die Auszeichnung entgegen
Das E-Bus-Projekt der KVB wurde mit dem „NUMBR1 Award“ ausgezeichnet. In diesem Wettbewerb werden Lösungen für eine nachhaltige, umweltfreundliche Mobilität in Ballungsräumen prämiert. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Messe „Hypermotion“ in Frankfurt statt. Bereits im Dezember 2016 stellte die KVB ihre Linie 133 auf den Betrieb mit E-Bussen um. Durch den Einsatz dieser Batteriebusse mit Ökostrom wird der Ausstoß von rund 520 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr vermieden. Bis 2021 will die KVB sechs weitere Linien auf E-Mobilität umstellen. Für diese erste Ausbaustufe des Projektes werden derzeit rund 50 weitere E-Busse beschafft. Damit bleibt das Projekt der größte E-Bus-Einsatz in Deutschland. Das Engagement der KVB, das der Luftreinhaltung wie dem Klimaschutz gleichermaßen dient, ist nur durch die nennenswerte finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) möglich, das bisher mehr als 15 Millionen Euro bereitgestellt hat.

Vorbildliche Lösungen. Neben der KVB wurde auch die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) mit einem ersten Platz für ihr Wasserstoffbus-Projekt ausgezeichnet. Derzeit setzt die RVK zwei Wasserstoffbusse ein, weitere 30 sind bestellt. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst gratulierte in einer Pressemitteilung den prämierten Projektträgern aus Nordrhein-Westfalen: „Ob vernetzter Verkehr, digitale Lösungen im ÖPNV oder klimaschonende Fortbewegung – die Projekte zeigen uns, wohin die Reise geht.“ Der dritte Preisträger kommt ebenfalls aus NRW: das Projekt nextTicket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr.

Die Nachrüstung von Dieselbussen

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Knapp 2,3 Millionen Euro

Mit bis zu 2,28 Millionen Euro unterstützt die Bundesregierung die Filternachrüstung von Dieselbussen der KVB. Das sind 80 Prozent der Kosten, um die Busse vom Abgasstandard Euro V oder EEV auf den Standard Euro VI anzuheben. Die tatsächliche Summe hängt davon ab, wie viele Busse letztendlich nachgerüstet werden. Bedingung ist, dass die Busse noch mindestens vier Jahre im Einsatz sind.

0,4 Gramm NOx

Mit den Filtern wird der Anteil des Stickstoffoxids (NOX) im Abgas der Dieselbusse deutlich verringert. Bei Bussen mit dem Standard Euro V und EEV befinden sich zwei Gramm NOX in den Abgasen, die bei der Verbrennung von Diesel erzeugt werden, um die Vergleichsgröße von einer Kilowattstunde Motorleistung zu erreichen. Beim Standard Euro VI sind es nur noch 0,4 Gramm NOX.

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Ad Blue macht es möglich

Die Reduzierung des Stickstoffoxids ist möglich, weil eine auf Harnstoff basierende Flüssigkeit zur chemischen Reaktion führt. Diese Flüssigkeit ist – etwas unerwartet – blau. „Addiere Blau“ (Ad Blue) nennt sich dieser Zusatz. Durch diese Flüssigkeit werden in einem Gefäß die Abgase geleitet und das Stickstoffoxid verwandelt sich weitgehend in Ammoniak.

Hohe Temperaturen benötigt

Diese chemische Reaktion funktioniert aber nur bei hohen Temperaturen. Deshalb wird der Filter mit Isolierstoff umhüllt, damit sich die Abgase nach Austritt aus dem Motor nicht abkühlen.

Drei bis sechs Prozent

Lediglich drei bis sechs Prozent der Fahrzeuge im Straßennetz auf Kölner Stadtgebiet sind Busse – von der KVB, anderen ÖPNV-Unternehmen, hinzu-kommen Reisebusse. Der Anteil der NOX-Belastung in der Kölner Luft wird also recht wenig durch den Busverkehr erzeugt. Dennoch baut die KVB ihren Umweltvorteil immer weiter aus und ist damit ein Vorbild für andere Verkehrsteilnehmer.

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