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Kraftvoll gegen Schmerzen: Rückenbeschwerden ganzheitlich angehen

Rückenbeschwerden ganzheitlich angehen

Die Ursachen von Rückenbeschwerden sind vielschichtig. Fotos: stock.adobe.com/Cliparea.com

Ein kräftiges Kreuz braucht neben viel Bewegung eine starke Psyche – Eine multimodale, interdisziplinäre Therapie kann Beschwerden effektiv lindern

Drei von vier Deutschen haben mindestens einmal im Leben Kreuzschmerzen. Jüngere Menschen sind häufiger betroffen als ältere Personen. Die gute Nachricht ist: Über 90 Prozent aller Rückenschmerzen sind unkompliziert. Nur selten liegen ernsthafte Erkrankungen vor. Deshalb können Betroffene sehr viel selbst tun, damit die Beschwerden bald wieder verschwinden.

Rückenleiden können sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben – oft beeinflussen sich diese Faktoren gegenseitig. Der häufigste Grund sind Muskelverspannungen aufgrund von Fehlhaltungen, einseitigen Belastungen und mangelnder Bewegung, erläutern die Experten von der „Aktion Gesunder Rücken“. Manche Muskelgruppen sind überfordert, andere wiederum unterfordert. So kommt es, dass sich Muskeln verkürzen oder verhärten. Dieses Ungleichgewicht führt zu Verspannungen und Beschwerden. Der Rücken verliert an Stabilität.

Neben muskelbedingten Rückenschmerzen sind Störungen der Nervenfunktion mit etwa fünf Prozent der zweithäufigste Grund für Kreuzschmerzen. Andere Gründe wie Knochenbrüche oder Tumore sind noch seltener.

Stress und seelische Überforderung führen zu Verspannungen

Mit der Kräftigung der Muskulatur lässt sich Verspannung vorbeugen. Fotos: stock.adobe. com/Kzenon
Mit der Kräftigung der Muskulatur lässt sich Verspannung vorbeugen.
Fotos: stock.adobe. com/Kzenon
Rückenleiden enden oft in einem Teufelskreis: Viele Menschen mit akuten Beschwerden reagieren mit einer Schonhaltung, die den Schmerz erst einmal vermeidet, aber die Muskeln noch weiter aus der Balance bringt. Die anfänglich örtlich begrenzte Verspannung greift dann mitunter auf den ganzen Rücken über. Dieser Teufelskreis muss zunächst einmal durchbrochen werden. Um die akute Not zu lindern, helfen einfache Schmerzmittel, Wärmeanwendungen und Massagen. Wenn möglich, sollten Betroffene mehrmals am Tag bis zu einer Viertelstunde spazieren gehen oder auf einem Fahrrad-Ergometer locker radeln. Längeres Liegen oder Sitzen sollte hingegen vermieden werden.

Daneben sollen unbedingt Arbeitsplatz und Wohnung auf rückenfreundliche, ergonomische Ausstattung umgestellt werden, eventuell muss ein besserer Autositz eingebaut werden.

Rückenschmerzen haben einen erheblichen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden des Menschen– und umgekehrt. Stress und seelische Überforderung führen häufig zu Muskelverspannungen, die sich als Rückenschmerzen äußern können. Wegen dieser engen Beziehung lassen sich Rückenbeschwerden oft nur in den Griff bekommen, wenn die Psyche auch behandelt wird. Gesundheitspsychologische Beratung und Trainings zum besseren Umgang mit Stress und Belastungen kann bei beginnenden Beschwerden sehr effektiv sein. Bei chronischen Rückenschmerzen sind psychologische Maßnahmen ebenso sehr hilfreich.

Grundsätzlich kann jeder Schmerz chronisch werden, selbst wenn die konkrete Ursache abgestellt worden ist. Das Gehirn bildet ein „Schmerzgedächtnis“. Chronische Schmerzen sind zermürbend und können zu einer stärkeren Belastung werden als die eigentliche Grunderkrankung. Ihre Behandlung ist weit schwieriger als die der Ursachen. Abhilfe verspricht eine multimodale, interdisziplinäre Therapie. Die psychologische Betreuung nimmt darin einen wichtigen Platz ein, denn die Medizin hat sich längst von der Vorstellung verabschiedet, dass Schmerz ein rein körperlicher Vorgang ist. Auf der anderen Seite wird versucht, über die Gabe eines ausreichend wirksamen Schmerzmittels eine gewisse Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen, die dann mit Hilfe von physikalischen Behandlungen und Krankengymnastik weiter ausgebaut wird.

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