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Knuffige Therapeuten, die (fast) nie spucken Die vier Lamas von Sozialpädagogin Kira Berendonk (37) aus Köln-Sürth sind nicht nur putzig und flauschig, sie können auch heilen helfen. Mit diesen Tieren der besonderen Art sowie zwei Ziegen bietet Berendonk tiergestützte Therapie, Wanderungen und Kindergeburtstage an.

Mit ihren „Kollegen“ bietet Kira Berendonk tiergestützte Therapie und Lamawanderungen in Sürth an. Auch Mopshündin Lotte kommt zum Einsatz. Bild: Broch

12.10.2021

Ziegenbock Kasimir schnuppert neugierig am Rucksack des Besuchers, leckt begeistert dessen Arme. Ganz anders Magico, das weiße Lama: Es beobachtet die Szene mit seinen großen Augen aus Abstand, ruhig und aufmerksam. „Lamas sind Distanztiere. Sie sind sehr einfühlsam und ganz unaufdringlich“, so Kira Berendonk. Die sanftmütige Art und ihre Empathiefähigkeit machten die Lamas zu idealen Therapietieren. Auch wenn sie von sich aus nicht die Nähe suchen, lassen sich die Tiere an der Leine gerne von Menschen führen, streicheln und bürsten.

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„Die dunklen Augen, das weiche Fell, die langsamen Bewegungen und das Sanfte wirken beruhigend. Zudem stellen sich die Lamas ganz auf die Menschen ein“, berichtet die junge Frau. Sie besucht mit ihren Lamas Seniorenheime, Schulen und Kitas. Normalerweise fährt sie mit den Tieren einmal in der Woche in ein Wohnheim für Demente in Michaelshoven, wegen Corona war das schon über ein Jahr nicht möglich. Zu ihr auf den Hof kommen vor allem Kinder und Jugendliche, die Unterstützung brauchen.

„Die Tiere sind wie Kontaktöffner, gerade bei Menschen, bei denen der Zugang nicht leicht ist“, erzählt Berendonk. Die Therapie, bei denen die Lamas als Co-Therapeuten fungieren, hilft zum Beispiel Selbstbewusstsein aufzubauen, emotionale und soziale Schwierigkeiten zu überwinden. „Spucken die? Das ist immer die erste Frage und wenn die geklärt ist, ist alles gut“, sagt die junge Frau, die eine Ausbildung in tiergestützter Therapie absolviert hat. Spucken täten die Lamas nur selten und lediglich untereinander, um die Rangordnung klarzustellen, erklärt sie.


„Spucken die?“ ist immer die erste Frage an Berendonk


Jedes ihrer vier Lamas hat seinen eigenen Charakter. „Tiamo ist eine Diva. Er meidet Pfützen und macht sich nicht gerne schmutzig. Aber er ist sehr souverän und das Leittier“, beschreibt Berendonk das 15-jährige, hellbraune Lama.

Der weiße Magico, 11, versucht manchmal, sich durch Spuckattacken zum Leittier aufzuschwingen, was die drei anderen ignorieren. Zudem ist er verliebt in Lotte, Berendonks altdeutsche Mopshündin. Der dunkelbraune Aragon, 13, ist gemütlich und verfressen. Charango, 15, der Lausbub der Truppe. „Früher ist er gerne mal über die Zäune gesprungen“, erinnert sich die Therapeutin.

Den Lamahof gibt es seit dem Jahr 2010, geführt von Barbara Hilgers. Seit 2012 macht Berendonk mit, seit Anfang dieses Jahres führt sie ihn allein. Für die Wanderungen sind die Nähe zum Rhein und zur Sürther Aue ideal.

Berendonk, die als Schulsozialarbeiterin an einer Kölner Grundschulearbeitet, möchte das Therapieangebot ausweiten. Dafür will sie zwei weitere Lamas anschaffen. Die Tiere kauft sie bei einem Züchter in Südtirol. Lamas werden um die 20 Jahre alt, gehören zur Familie der Kamele und sind sehr genügsam.

„Sie fressen Gras und Heu. Dennoch gibt es Fixkosten, regelmäßige Tierarztbesuche, Scheren, Hufpflege. Durch Corona habe ich Minus gemacht im letzten Jahr“, berichtet Berendonk. Die Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für tiergestützte Therapien nicht, anders als in der Schweiz, in Österreich oder den Niederlanden. „Es wäre schön, wenn das bei uns auch käme“, wünscht sich Berendonk.
  

Mit Lamas wandern

Wer Magico, Tiamo, Aragon, Charango Ziegenbock Kasimir oder Ziege Milli kennenlernen möchte, findet weitere Informationen zu den Angeboten von Kira Berendonk auf der folgenden Website:

www.lamatherapie-koeln.de

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