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Die älteste Boyband Vilkeraths Sportverein, Kegel- oder Skatclub: Es gibt so manchen Klassiker in den Vereinslandschaften des ländlichen Bereichs.

„WIR“ – auf dem Bild noch zu zehnt, ohne die neuen Mitglieder – haben sich als Männergesangverein neu erfunden. Bild: Atelier Lichtwechsel

18.06.2021

Das ist im Bergischen nicht anders. Doch vielen von ihnen gehen die Mitglieder verloren. Ein Chor aus Vilkerath stemmte sich dagegen und hat sich deswegen einfach einmal neu erfunden.

So antiquiert das auch klingt: Ein Männergesangsverein (MGV) war im vergangenen Jahrhundert ein „Muss“ im Vereinsleben eines jeden Dorfes. Meist um die Kaiserzeit oder nach dem Ersten Weltkrieg gegründet, überdauerten die Laien-Chöre die Jahrzehnte. Doch in den 1980er-/90er-Jahren begann der Nachwuchs-Schwund, MGVs waren unter den „jungen Alten“ ab 40 einfach nicht mehr angesagt. Viele Chöre starben im wahrsten Sinne des Wortes aus.

Dem Männergesangsverein aus Overath-Vilkerath drohte ein ähnliches Schicksal. 1920 gegründet, schwand die Mitgliederzahl zuletzt zusehends. Doch aus den zehn verbliebenden Sängern sind inzwischen wieder 14 geworden, und die Bezeichnung „Männergesangsverein“ ist auch Geschichte.

Gebr. Gieraths GmbH

„WIR“ nennt sich der Chor jetzt schlicht und führt als Zusatz „Die älteste Boyband Vilkeraths“ im Namen. Mit einem Logo, einheitlichem Outfit und vor allem modernen Liedern hat „WIR“ in kürzester Zeit – trotz Pandemie – nicht nur neue Mitglieder, sondern auch Fans gewonnen. Dies gelang nicht zuletzt durch die Hilfe von Social Media und den Youtube-Videos von Chorleiter Johannes Wust (57).

Immerhin vierstellige Zuschauerzahlen können diese im Schnitt verzeichnen. Zuletzt mit dem Song „80 Millionen“ von Max Giesinger, den „WIR“ – alle zusammen und jeder für sich – bei einer virtuellen Chorprobe eingesungen haben. „Tatsächlich werden wir auch in der Bevölkerung auf die Videos angesprochen“, freut sich Wust über die Resonanz.


Das Repertoire reicht von den Klüngelköpp bis hin zu Mark Forster


Überhaupt: die Lieder. Hits aus den Bereichen Pop, Rock, Oldies und natürlich kölsche Tön stehen auf den Notenblättern des Männerchors und machen ihn so „etwas anders“.

Von den Klüngelköpp über die Prinzen und die Toten Hosen bis hin zu den Beach Boys und Mark Forster reicht das Repertoire. Die Hoffnung, dadurch junge oder zumindest Junggebliebene neue Sänger zu finden, hat sich wie erwähnt bereits erfüllt. Jetzt wollen die Herren endlich wieder raus auf die Bühne, doch an Konzerten mangelt es derzeit aufgrund der Lage. Zuletzt machte der Chor im Dezember 2019 mit einem Weihnachtskonzert, in dem hauptsächlich kölsche Weihnachtslieder gesungen wurden, von sich reden.

Dann kam Corona – und die Proben wurden hauptsächlich virtuell über Videochat-Plattformen abgehalten. Das ist aufgrund von Verbindungsproblemen oder zeitversetzten Bildern keine wirklich brauchbare Lösung gewesen. Umso mehr blicken „WIR“ nach vorn.

„Seit zwei Wochen haben wir nun endlich wieder Präsenzproben, die letzten waren im vergangenen Herbst“, freut sich Chorleiter Wust. Zum ersten Mal wieder alle Stimmen zusammen in einem Raum – das sei ein richtiges Gänsehautgefühl für alle gewesen. „Die Motivation ist riesig“, so Wust.

Und alle hoffen, dass das im letzten Jahr ausgefallene 100-jährige Jubiläum des Vereins in diesem Jahr nachholen zu können. Das soll am 18. September 2021 um 19 Uhr mit einem Jubiläumskonzert im Kulturbahnhof Overath gefeiert werden. Auch ein Weihnachtskonzert in der Kirche Maria Hilf in Vilkerath ist gerade in Planung.