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Die „Henni Schmitz“ – hier nach einem Umbau durch ihren damals neuen Besitzer nach dem Fähreinsatz – war bis 1967 die letzte Niehler Fähre. Bild: Flittarder-Bildarchiv-BV Flittard

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Neue Fähre nach altem Vorbild Planung für Verbindung über den Rhein

11.05.2021

Ob Wasserbus oder Fußgängerbrücken – es gibt immer wieder Ideen, Konzepte und Planungen für neue Verbindungen über den Rhein. Eine private Initiative In Niehl möchte Fakten schaffen und einen alten Fährbetrieb wiederbeleben.

Die Idee ist zwar nicht neu, aber sie wäre die Wiedergeburt einer Institution, an die sich nur noch die wenigsten Bewohner Niehls erinnern können. Von 1877 bis 1967 verband eine Fähre das ehemalige Fischerdorf mit rechtsrheinischen Orten.

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Der ein oder andere Kölner kann sich vielleicht noch an den Fährmann Fritz „Utz“ Bilstein erinnern, der die Verbindung bis 1967 betrieb. Zum Einsatz kam dabei zuletzt die „Henni Schmitz“, ein 16 Meter langes Motorboot, das zwischen Niehl und Stammheim/Flittard pendelte.

Die Rampe am Niehler Damm ist die Ablegestelle der früheren Rheinfähre. Sie soll Start und Ziel der neuen Verbindung werden. Bild: Hoeck
Die Rampe am Niehler Damm ist die Ablegestelle der früheren Rheinfähre. Sie soll Start und Ziel der neuen Verbindung werden. Bild: Hoeck

Wer außerhalb des normalen Fahrplans übersetzen wollte, konnte die Fähre mit einer Glocke oder einem lauthals auf die andere Rheinseite gerufenen „Utz! Holl üvver!“ ordern. Die „Henni Schmitz“ schippert übrigens heute noch als Salonboot über die Grachten Amsterdams.

Geht es nach dem Willen von Jürgen Grunert und seinem Team aus engagierten Mitgliedern, soll es in zwei Jahren ein neues Boot geben, das Platz für bis zu 30 Personen und 15 Fahrräder bietet und den nördlichen Stadtteil wieder mit der „Schäl Sick“ verbindet.

„Die historische Route ging von der Niehler Rampe, wo wir auch auf jeden Fall starten möchten, in die Stammheimer Aue. Diese Geschichte möchten wir am liebsten wieder aufleben lassen. Alternativ gibt es aber auch noch andere potenzielle Routen“, sagt der Gesamt-Koordinator des Projekts „NiehlFährt“.  


Im Idealfall soll es im Jahr 2023 losgehen.


Auch wenn noch viele Fragen zur Realisierung offen sind, hat die Initiative bereits vor einiger Zeit begonnen, Interessierte als potenzielle Fährleute zu gewinnen. Mehrere Personen haben sich daraufhin gemeldet. „Unser Ziel ist es, im Idealfall schon 2023 die erste Fährfahrt zu unternehmen. Um als Bootsfahrer tätig werden zu können, sind jedoch 180 Bord-Tage in der Ausbildung notwendig, die die meisten in ihrer Freizeit absolvieren. Zudem haben uns Kollegen anderer, bereits vorhandener Fährbetriebe, dringend zu diesem Vorgehen geraten“, erklärt Grunert.

Die Motivation zur Ausbildung begründe sich an der Freude der Interessierten, technisches Wissen mit dem Drang, Verantwortung zu übernehmen, und einer Tätigkeit an der frischen Luft in Einklang bringen zu wollen. Aktuell plant die Initiative zudem Kooperationen verschiedener Art, darunter mit dem Kölner Zoo. „Bei unserem Namen bietet sich doch geradezu ein Verbund mit dem Hippodom, der Heimat der Nilpferde, an. Ich hoffe sehr, dass dies gelingt“, meint der 65-Jährige.