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Orte zum Innehalten Die Kölner City ist für den Dom, eine imposante Altstadt und natürlich für seine Shoppingmeile auf der Hohe Straße bekannt. Doch es gibt im Stadtkern auch einige Stellen, die an die Geschichte erinnern und zum Nachdenken anregen.

Das Rosa-Winkel-Mahnmal befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Hohenzollernbrücke. Bild: Büge

13.09.2021

In der Kölner Innenstadt können Touristen und Heimische zahlreiche bedeutende Bauwerke finden. Zudem lässt sich dort nach Herzenslust shoppen. Allerdings bietet die City auch Gelegenheiten zum Innehalten, da Mahnmale an zentraler Stelle auf wichtige historische Ereignisse hinweisen.

So wurde beispielsweise das Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus am Rheinufer in unmittelbarer Nähe zur Hohenzollernbrücke errichtet. Seit dem 24. Juni 1995 erinnert es dort an die Homosexuellenverfolgung während der NS-Zeit. Zwar gab es im Nationalsozialismus keine systematische Verfolgung von Lesben, dennoch werden auch sie in der Aufschrift des Mahnmals ausdrücklich erwähnt, da auch ihre Lebensumstände vom Nationalsozialismus betroffen waren. Das 120 mal 69 Zentimeter große Bauwerk besteht aus grauem und rosafarbenem Granit und wird auch als Rosa-Winkel-Mahnmal bezeichnet.

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Am Appellhofplatz wiederum befindet sich das Deserteurdenkmal – ebenfalls in zentraler Lage. Es ist in Form eines Säulengangs angelegt und würdigt Fahnenflüchtige und Kriegsgegner aus der Zeit des Nationalsozialismus. Eingeweiht wurde es am 1. September 2009. Um die Inschrift des Denkmals lesen zu können, muss eine Person unmittelbar darunter stehen und den Blick nach oben richten.
  

Das EL-DE-Haus ist am Appelhofplatz gelegen. Bild: Büge
Das EL-DE-Haus ist am Appelhofplatz gelegen. Bild: Büge

Zahlreiche Mahnmale weisen auf historische Ereignisse hin

In bunten großen Buchstaben, die ausschließlich aus Aluminium bestehen, beginnt ein eindringlicher Text auf einer Fläche von achtmal vier Metern mit den Worten: „Hommage den Soldaten die sich weigerten zu schießen auf die Soldaten die sich weigerten zu schießen auf die Soldaten die sich weigerten zu schießen auf die Menschen, die sich weigerten zu töten ...“

In unmittelbarer Nähe des Neumarkts befindet sich hingegen der Kölner Lern- und Gedenkort Jawne. Er erinnert in verschiedenen Ausstellungen an das gleichnamige jüdische Gymnasium, das sich einst auf diesem Gelände an der Albertusstraße befand. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die jüdischen Lehrer und Schüler der Einrichtung nahezu ausnahmslos ermordet. Auf dem ehemaligen Schulhof, dem Erich-Klibansky-Platz, befindet sich außerdem die Kindergedenkstätte Löwenbrunnen, die an die damaligen Gräueltaten erinnern soll. Die Namen der Kinder sind auf acht verschiedenen Bronzetafeln verzeichnet, die in die Umrandung des interessanten Bauwerks eingelassen sind.

Am intensivsten lässt sich die Geschichte allerdings im NS-Dokumentationszentrum (NS-Dok) nachvollziehen, das sich am Appellhofplatz im ELDE-Haus befindet. Es war von 1933 bis 1945 Sitz der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und somit Inbegriff der NS-Schreckensherrschaft im Kölner Raum. Aktuell ist das Gebäude nicht nur eine Gedenkstätte für diese Zeit, sondern auch ein Museum sowie eine Forschungsreinrichtung. Schwerpunktmäßig wird dort die Geschichte der Stadt in Zeiten des Nationalsozialismus betrachtet und gezeigt.

Die Eröffnung der Gedenkstätte erfolgte im Dezember 1981, ehe sie im September 1988 um das NS-Dokumentationszentrum erweitert wurde. Geöffnet ist das NS-Dok dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie an jedem ersten Donnerstag im Monat (außer an Feiertagen) von 10 bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,50 Euro.