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Physiotherapie statt Operation: Hüftschmerzen lassen sich verschieden behandeln

Hüftschmerzen lassen sich verschieden behandeln

Physiotherapie kann sehr hilfreich sein. Foto: RioPatuca Images - stock.adobe.com

Regelmäßige Belastungen, Fehlhaltungen oder Erkrankungen können Auswirkungen auf den ganzen Bewegungsapparat haben. Zur Heilung ist nicht immer eine Operation nötig.

Neben dem Knie ist die Hüfte das größte Gelenk des menschlichen Skeletts. Täglich muss es vielen Belastungen standhalten, die sich aus dem aufrechten Gang des Menschen ergeben. Bei jedem einzelnen Schritt federt das Hüftgelenk ein Vielfaches des Körpergewichtes ab. Die Belastung wird größer, je schneller die Bewegung ist. Kommt Übergewicht hinzu, wirkt sich das vielfach auf die Gelenke und eben die Hüfte aus.

Der Verschleiß dieses Gelenks ist eine oft auftretende Form der Arthrose. Neben der natürlichen Abnutzung verschwindet dabei die Knorpelschicht, die an den Knochengelenkenden für ein reibungsloses Gleiten sorgt. Im Fall der Hüfte sind es die Hüftpfanne – sie ist ein Teil des Beckenrings – und der Oberschenkelknochenkopf, die so massiv beansprucht werden, dass im Endstadium Knochen auf Knochen reiben können. Das Risiko an Arthrose zu erkranken, steigt ab der zweiten Lebenshälfte deutlich.

Die Folge sind stark schmerzende Gelenke sowie eine verringerte Lebensqualität. Ein jeder kann durch rechtzeitige Vorsorge, gesunde Ernährung und Schonung der Gelenke sowie ausreichend Bewegung der Erkrankung vorbeugen oder ihr Ausbrechen zumindest verzögern. Denn ist die Arthrose einmal ausgebrochen, ist sie nicht heilbar. Doches gibt Mittel und Methoden, die Schmerzen so gering wie möglich zu halten. Ein Wiederaufbau der Knorpelschicht ist bis zu einem gewissen Grad möglich.

Eine weitere Ursache für Hüftschmerzen ist beispielsweise das Hüftschnappen. Junge Mädchen im Wachstum sind besonders anfällig dafür. Es ensteht, wenn die Sehnenplatte des Oberschenkels am noch nicht vollständig ausgeformten Gelenk hängenbleibt und dieses dann in der Bewegung überspringt. Dies ist meist harmlos und verschwindet von selbst, in seltenen Fällen führt das Hüftschnappen jedoch zu einer Schleimbeutelentzündung. Ist das Schnappen schmerzhaft, sollte auf jeden Fall ein Orthopäde zu Rate gezogen werden.

Das große Gelenk leistet täglich Schwerstarbeit

Foto: RioPatuca Images- stock.adobe.com
Foto: RioPatuca Images- stock.adobe.com
Manchmal sorgt zudem eine gelartige Zyste – auch Ganglion Ganglion genannt – unterhalb des Knorpels am Knochen für Schmerzen bei der Bewegung des ansonsten gesunden Gelenks. Sie ist etwa kirschgroß und rund. Im Röntgenbild lässt sich die gutartige Veränderung darstellen. Die Zyste kann operativ entfernt werden. Häufiger noch als an der Hüfte kommt sie am Hand- und Sprunggelenk vor.

Zur Hüfte gehören neben den knöchernen Bestandteilen genauso die Muskeln sowie die dazugehörigen Sehnen, die alle am oberen Ende des Oberschenkelknochens ansetzen. Zum Knochen hin sind sie mit Schleimbeuteln gepolstert. Diese können sich entzünden – entweder durch Überlastung des großen Gesäßmuskels in Folge von Arbeit, Sport, Infektionen und Gicht oder rheumatische Erkrankungen.

Hüftschmerzen kann sowohl mit Physiotherapie als auch mit entzündungshemmenden Medikamenten entgegen gewirkt werden. Natürlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache des Schmerzes. Ein Arztbesuch sollte klären, welche kleinen Übungen für Zuhause schon vorbeugen oder helfen können und inwieweit eine Physiotherapie, Diät oder medikamentöse Behandlung sinnvoll ist. Wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, muss in manchen Fällen eine Operation helfen. Eine Knochenumstellung wird zum Beispiel vorgenommen, wenn das Gelenk erhalten werden kann. Der Knochen wird lediglich so verschoben, dass die schmerzhafte Reibung verringert wird. In manchen Fällen ergibt es Sinn, das Gelenk teilweise oder komplett zu ersetzen. Dies passiert durch einen operativen Einsatz einer Endoprothese, also eines künstlichen Gelenks.

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie
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