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Franz Sahm (l.) und Johannes Holler sind mit dem Traktor von Erftstadt nach Santiago de Compostela gefahren. Bild: zVg

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Pilgern per Trecker Viele Pilger lassen sich für ihren Weg ins spanische Santiago de Compostela etwas Besonderes einfallen.

10.09.2020

Doch die Tour, die zwei Freunde aus Erftstadt-Niederberg auf sich genommen haben, ist richtig außergewöhnlich: Sie legten die rund 5000 Kilometer lange Strecke mit dem Traktor zurück.

Die Idee, mit dem Trecker von Erftstadt nach Santiago de Compostela zu fahren, kam Franz Sahm (70) bereits 2019 im Hinblick auf zwei runde Geburtstage. „Mein Nachbar Johannes Holler ist in diesem Jahr 60 geworden und ich 70. Da dachte ich mir: Das ist doch eine runde Sache, wenn wir diese Tour mit unseren Traktoren machen“, erzählt Sahm.
  

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Nach drei bis vier Tagen Bedenkzeit hatte der Freund dann zugesagt, wonach die beiden gleich mit der Planung loslegten. Am 30. Juni konnte das Abenteuer schließlich beginnen. Doch da sich die Traktoren der beiden Rheinländer höchstens mit 25 km/h fortbewegen, dauerte die Fahrt nach Galicien insgesamt 30 Tage. Allerdings kam es den beiden Freunden nicht darauf an, Nordspanien möglichst schnell zu erreichen. Vielmehr genossen sie die Landschaft und die freundlichen Menschen, die sie während ihrer außergewöhnlichen Reise kennenlernten.
  

Insgesamt war das Duo 30 Tage lang unterwegs. Foto: zVg
Insgesamt war das Duo 30 Tage lang unterwegs. Foto: zVg

„Wir sind von einigen Menschen in Wohnwagen auf der Straße überholt worden, die wir später auf Park- oder Campingplätzen wieder getroffen haben“, erzählt Sahm, der in den meisten Nächten der Tour eine Matratze auf dem Anhänger seines Traktors als Schlafgelegenheit nutzte. „Die Leute waren natürlich überrascht, von wo wir kamen und was wir vorhatten. Dementsprechend wurden wir von ihnen sehr herzlich begrüßt und vor der Weiterfahrt im gleichen Stil verabschiedet.“

Einige von ihnen fragten sich allerdings, wie die Pilger aus Erftstadt-Niederberg im Zweifelsfall mit einer Reifenpanne oder einem anderen Defekt des Traktors umgehen würden. Doch selbst darauf waren Sahm und Holler vorbereitet. „Natürlich hatten wir Werkzeug mit dabei, was wir aber nur in einem Fall benötigt haben“, sagt Sahm. „Die Lichtmaschine funktionierte nicht mehr so wie es sein sollte, allerdings ist es mir gelungen, sie notdürftig zu reparieren, sodass die Fahrt weitergehen konnte.“

Und da die Reise ansonsten problemlos verlief, kamen die beiden Pilger am 11. Juli in Santiago de Compostela an. „Es war ein unglaubliches Gefühl, als wir vor der Kathedrale standen“, schwärmt Sahm. „Neben den wunderschönen Landschaften und den netten Menschen, denen wir begegnet sind, war das natürlich der Höhepunkt unserer Reise.“

Die erste außergewöhnliche Tour nach Santiago de Compostela war es für Sahm allerdings nicht, da der Erftstädter die rund 2500 Kilometer lange Hinstrecke bereits in den Jahren 2006 bis 2010 mit dem Rad meisterte, wobei ihn seine Frau stets mit dem Wohnmobil begleitete. Auch deshalb stellte sich für ihn schon auf dem Rückweg seiner Trecker-Tour die Frage, welcher Herausforderung er sich als nächstes stellt. Eine Idee ist ihm schon gekommen: Zum neunten Geburtstag seines Enkels möchte er gerne nach München reisen, natürlich erneut mit dem Traktor.