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Hier legt Köln sich in die Riemen:

Die Regattabahn ist das Herzstück des Fühlinger Sees. Jedes Jahr finden dort viele Wettkämpfe statt. Foto: Kölner Regatta-Verband

Sie ist 2300 Meter lang, 130 Meter breit und mehr als sechs Meter tief. Die Regattabahn ist das Herzstück des Fühlinger Sees. Jedes Jahr findet dort im Frühsommer die Junioren-Regatta mit bis zu 1500 Teilnehmern statt. Möglich ist das nur mit ganz viel ehrenamtlichem Engagement.

Viele verbinden mit dem Fühlinger See vor allem das jährlich stattfindende Hip-Hop- und Reggae-Festival „Summer Jam“. Dabei beginnt die Geschichte dieses schönen Fleckchens Natur deutlich vor dem ersten Musikevent. Und zwar mehr als 100 Jahre zuvor.

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1912 begann der Staat, in der gesamten Fühlinger Heide Kies auszubaggern, der für den Bau der beiden Eisenbahnlinien Köln-Krefeld und Köln-Aachen benötigt wurde. Durchdie Rheinarme, die unter dem Gelände hinwegfließen, füllte Grundwasser die Kiesgruben auf. Es entstand ein Baggerloch an der Stelle des heutigen Strandbades, das in den 1930er Jahren von den Kölnern bereits zum Baden genutzt wurde.
Der Rudersport ist im Rheinland sehr beliebt. Foto: Detlev Seyb
Der Rudersport ist im Rheinland sehr beliebt. Foto: Detlev Seyb
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der südliche Teil der Fühlinger Heide samt Freibad in den Händen belgischer Pionierbataillone und somit Sperrgebiet. Erst 1962 zogen die Soldaten ab. Danach nutzte die ALWEG-Bahn das Gelände als Teststrecke. Sie kam jedoch nie über das Erprobungsstadium hinaus.

1998 wurde sogar die Weltmeisterschaft auf dem See ausgetragen

1967 fiel der Startschuss für den Bau einer Regattabahn. Die neuen Kiesgruben, die beim Bau des künftigen Stadtteils Chorweiler entstanden, wurden rekultiviert. 1978 war die Anlage fertig.

Heute wird sie regelmäßig genutzt. Jedes Jahr findet dort die Junioren-Regatta mit bis zu 1500 Teilnehmern statt. 1998 wurde dort sogar die Ruder-WM ausgetragen. „Die Regattabahn ist gut angebunden, wirklich schön und die Zuschauer sind hautnah dabei“, erklärt Wilhelm Hummels, Vorstandssprecher des Nordrhein-Westfälischen Ruder-Verbands e. V.

Der Rudersport sei in Köln und dem gesamten Rheinland tief verwurzelt. Die einzelnen Vereine von Bonn bis Dormagen stünden hinter dem Kölner Ruderverband. Nur so sei es möglich, eine Regatta auf die Beine zu stellen. „Für solch ein Event braucht man mindestens 150 Ehrenamtler“, so Hummels. In Köln habe das Rudern eine lange Tradition, die Menschen seien stolz auf ihren Sport.

Rudern ist längst kein elitärer Sport mehr nur für Akademiker

Da die öffentlichen Zuschüsse für den Sport sehr klein sind, seien die einzelnen Vereine auf ihre Ehrenamtler angewiesen. „Allein ein Achter (Ruderboot für acht Personen) kostet 40000 Euro. Dann braucht man einen Bootsanhänger und bei einem Rennen Security-Personal zur Bewachung. Die DLRG lässt sich ebenfalls bezahlen und natürlich gibt es noch die Meldegebühren“, bilanziert der Vorstandssprecher.

Derzeit gibt es ausreichend Helfer. Doch bleibt das so? „Da es immer noch einige Schulen gibt, in denen Rudern angeboten wird, bekommen wir ausreichend junge Talente“, so Hummels. Und stellt dabei klar: „Rudern ist längst kein elitärer Sport mehr. Die Mitglieder aus den Vereinen sind genauso Krankenschwestern und Maurer wie Ärzte und Anwälte.“

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