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Mit Liebe zum Detail: Dank eines Stipendiums des landesweiten Literaturprojekts stadt.land.text NRW wird Tilman Strasser vier Monate lang als Regionenschreiber über das Bergische Land berichten.

Für Tilman Strasser gibt es im Bergischen Land auch einige Fachwerkhäuser zu entdecken. Fotos: Klaus Stange, Marco Piecuch

EXPRESS sprach mit dem Autor über sein Vorhaben. 

Land und Leute vier Monate lang im Detail kennenlernen, das hat sich Autor Tilman Strasser (35) vorgenommen. Das mit 7200 Euro dotierte Stipendium des Literaturprojekts stadt.land.text NRW macht‘s möglich. Als Regionenschreiber wird er in Erkrath leben und seine Touren von dort aus starten. Erlebnisse hält er in Schrift und Bild fest.

Herr Strasser, was genau ist ein Regionenschreiber?

Tilman Strasser: Ein Regionenschreiber erkundet ein Gebiet möglichst gesamtflächig. Dabei soll er mit vielen Leuten in Kontakt treten, um danach ein literarisches Werk zu erstellen. Das, was eine bestimmte Gegend ausmacht, sollte darin in jedem Fall festgehalten werden.

Sie werden das Bergische Land in den Monaten März bis Juni erkunden. Wie ist es dazu gekommen?

Im Rahmen des Stipendiums Stadt.Land.Text NRW beteiligen sich zehn Kulturregionen. Interessierte konnten sich mit Text proben und einer Projektidee dafür bewerben, wobei schon Lieblingsgegenden angegeben werden konnten. Glücklicherweise wurde ich tatsächlich für meine Wunschregion ausgewählt.

Warum sind Sie der richtige für diesen Job?

Ich kann einerseits zurückgezogen eine künstlerische Arbeit verrichten, gleichzeitig aber auf Leute zugehen und mit ihnen in Kontakt treten. Es ist mir bisher auch immer ganz gut gelungen, dies in meine Werke einfließen zu lassen. Das sind die Gründe, warum ich für dieses Projekt hoffentlich ein guter Regionenschreiber sein werde. Mein Ziel ist es jedenfalls, möglichst viele Leute mit einzubeziehen und ihr Wissen am Ende in ein Gesamttestkunstwerk zu übertragen. Das Bergische Land wird also von verschiedenen Blickwinkeln wahrgenommen werden.

Sie haben Hamburg bereits als Regionenschreiber erlebt. Wie sind Sie vorgegangen?

Das Stipendium dort war anders aufgebaut, da die Vorgehensweise detaillierter vorgegeben wurde. Insgesamt hat das Projekt drei Monate gedauert, ich sollte allerdings alle vier Wochen schwerpunktmäßig an anderen Orten arbeiten, erst am Stadtrand, dann in der Mitte sowie auf der Reeperbahn und zum Schluss am anderen Stadtrand. Auf Hamburg musste ich mich aber grundsätzlich erstmal einstellen, da ich mich dort im Vorfeld noch nicht gut auskannte. Im Bergischen Land ist das anders.

Helfen Ihnen Ihre Erfahrungen aus Hamburg dennoch für das aktuelle Projekt?

Ja, total. Denn in Hamburg gemerkt, was für mich gewinnbringende Quellen sein können, wie ich vorgehen möchte, was ich aufschreiben will und was sich eben nicht als nützlich erweist.

Sie kommen aus München, leben aber seit acht Jahren in Köln. Wie gut kennen Sie das Bergische Land bereits?

Ich gehe dort sehr gerne wandern. Vor zwei Jahren habe ich im Prinzip erst kapiert, dass es sich lohnt, mal aus Köln heraus zu fahren. Das Bergische Land war für mich dabei die erste Anlaufstelle. Ich habe mir damals einen Wanderführer besorgt und angefangen, die Region mit der Bahn zu bereisen. Am Wochenende bin ich häufig rausgefahren und habe versucht, etwas von Land und Leuten sowie Historisches zu erfahren. Nun habe ich die Möglichkeit, mich intensiv mit dem Bergischen Land zu befassen und dabei auch noch künstlerisch etwas auf die Beine zu stellen.

Mit welchen Erwartungen starten Sie in das Projekt?

Ich erwarte die Region von einer völlig anderen Seite kennenzulernen. Denn ich bin dort zwar schon herumgelaufen und habe die schöne Natur gesehen, aber noch nicht erlebt, was es dort für interessante Leute und spannende Geschichten gibt.

Was haben Sie sich für das Projekt vorgenommen?

Eine Mitarbeiterin des Koordinierungsbüros Regionale Kulturpolitik wird mich im ersten Monat phasenweise betreuen. Generell werde ich aber so starten, dass ich offene Augen und Ohren habe, um mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich habe also keinen Plan entwickelt, sondern werde schauen, wer eine gute Story zu erzählen hat und wer Sachen empfehlen kann. Durch meinen journalistischen Instinkt bin ich so meist mit den richtigen Leuten ins Gespräch gekommen.

Wo können Interessierte Ihre Erlebnisse nachlesen?

Nach dem Projekt wird es eine große Publikation geben, währenddessen Blogeinträge auf stadt-land-text.de und Inhalte auf den zugehörigen Social-Media-Kanälen.  
  

10 Gegenden in NRW stehen besonders im Fokus

Das Literaturprojekt stadtland-text NRW hat zehn Autoren ausgewählt, die als Regionenschreiber über die Gebiete Aachen, Bergisches Land, Hellweg, Münsterland, Niederrhein, Ostwestfalen-Lippe, Rheinschiene, Ruhrgebiet, Sauerland und Südwestfalen berichten werden. In Anlehnung an die mittelalterliche Position des Stadtschreibers sollen die Künstler die Alltagskultur der verschiedenen Landesteile erforschen und kommentieren. Dadurch soll ein facettenreiches Bild von der kulturräumlichen Vielfalt Nordrhein-Westfalens entstehen. Detaillierte Informationen zum Projekt gibt es auf der Internetseite stadt.land.text.de.
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