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„Der Rhein ist kein Planschbecken“ Kaum ein Ort an in Köln lädt derart zum Baden ein wie die Rodenkirchener Riviera.

„WIR“ – auf dem Bild noch zu zehnt, ohne die neuen Mitglieder – haben sich als Männergesangverein neu erfunden. Bild: Atelier Lichtwechsel

30.06.2021

Bei vielen Leuten kommt dort im Sommer aufgrund der großen Sandstrände sogar ein richtiges Urlaubsgefühl auf. Ins Wasser gehen sollte aber niemand, wie DLRG-Sprecher Achim Wiese im Interview erklärt.

Herr Wiese, warum ist es gefährlich, im Rhein schwimmen zu gehen?

Achim Wiese: Der Rhein selbst hat eine Fließgeschwindigkeit von über 10 km/h, also fast doppelt so schnell wie ein Mensch geht. Zudem gibt es im Rhein sogenannte Buhnen, also rechtwinklig zum Strom verlaufende Steindämme, durch die nochmals ein sehr starker Sog und sogar Strudel entstehen. Dazu kommen wiederum Sogwellen, die durch vorbeifahrende Schiffe entstehen. Es gibt also gleich mehrere Gefahren, die kaum zu berechnen sind.

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Also selbst die Buchten sollten nicht für eine Abkühlung genutzt werden?

In keinem Fall. In den Buchten, also dem Bereich zwischen zwei Bunen, entstehen teilweise Strömungen entgegen der Fließrichtung.


Eltern sollten Kinder nicht alleine an den Ufern spielen lassen


Also selbst die Buchten sollten nicht für eine Abkühlung genutzt werden?

In keinem Fall. In den Buchten, also dem Bereich zwischen zwei Bunen, entstehen teilweise Strömungen entgegen der Fließrichtung.
  

Strudel können Menschen unter Wasser ziehen. Bild: Anton Sokolov/stock.adobe.com
Strudel können Menschen unter Wasser ziehen. Bild: Anton Sokolov/stock.adobe.com

Ist zumindest das Abkühlen der Füße unproblematisch?

Wenn ein Erwachsener sich die Füße abkühlt, ist das in Ordnung – alles darüber hinaus aber nicht mehr. Dass Kinder ohne Aufsicht ins Wasser gehen, ist also einfach fahrlässig und viel zu gefährlich. Denn durch die verschiedenen Strömungen ist es zum Teil so, dass der Sand tatsächlich unter den Füßen weggezogen wird. Deshalb steht vor Ort nicht umsonst oftmals: Baden verboten!

Warum gehen dennoch immer wieder Menschen deutlich weiter ins Wasser?

Die Gefahr ist unsichtbar, da der Rhein sehr friedlich aussieht. Es gibt keine großen Wellen. Aber das ist eben trügerisch und gefährlich. Doch viele Menschen sind leider schlichtweg unachtsam. Dementsprechend glauben es viele von ihnen auch nicht, wenn behauptet wird, dass das Schwimmen dort gefährlich sei. Doch der Rhein ist kein Planschbecken.

Was ist zu tun, wenn jemand nicht wieder an Land kommt?

Auch wenn das in einem solchen Moment schwer fällt, gilt es, die Ruhe zu bewahren. Dabei sollte die Person nicht schnurstracks versuchen, an Land zu schwimmen. Denn das schaffen selbst trainierte Sportler nicht. Stattdessen ist es empfehlenswert, sich mit der Strömung langsam seitwärts heraus zu bewegen.

Inwiefern können Passanten in einer Notsituation helfen?

Sie sollen in keinem Fall ebenfalls hereinspringen, da sie sich dadurch selbst in Lebensgefahr begeben könnten. Wenn also jemand am Ufer steht und einen solchen Vorfall beobachtet, sollte er sofort den Notruf unter 112 kontaktieren. Damit ist schon die wichtigste Hilfe geleistet. Wenn ein Rettungsring oder Ähnliches greifbar ist, kann auch damit Hilfe geleistet werden.

Wie sorgt die DLRG vor?

Wir patrouillieren mit unseren Booten natürlich kontinuierlich am Rhein und sind dort so gut es geht präsent. Darüber hinaus appellieren wir immer wieder in Richtung der Leute und sagen ihnen dabei stets sehr deutlich, dass die Baderegeln vor Ort unbedingt beachtet werden müssen. Wichtig dabei ist, dass diese eben nicht nur für unsere Kinder, sondern auch für alle Erwachsenen gelten. Zu finden sind die Baderegeln übersichtlich auf unserer Homepage unter dlrg.de.