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Abdrücken im richtigen Moment Bei der Weltmeisterschaft der Unterwasserfotografie wollen die Erftstädter Unterwasserfotografen Helma und Peter Schultes im Oktober mit spektakulären Bildern auffallen.

Bild: Peter Schultes UW-PIC.de

9.09.2021

Als Peter Schultes in den 1990er-Jahren mit der Unterwasserfotografie begann, konnte er nicht ahnen, was eines Tages daraus werden würde. Eigentlich wollte der leidenschaftliche Taucher nur einige schöne Urlaubsbilder mit nach Hause bringen. Doch die Motive faszinierten ihn und seine Frau Helma – aus einem Hobby wurde pure Leidenschaft. Mehr noch: Mittlerweile gehört das Erftstädter Ehepaar zu den besten Live-Unterwasserfotografen in Deutschland und darüber hinaus.

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Schließlich erreichte es zuletzt den Gesamtsieg bei der Schweizer Meisterschaft sowie bei der Offenen Holländischen Meisterschaft den zweiten Platz der Gesamtwertung. Für den Verband Deutscher Sporttaucher eine weitere Bestätigung, um die Schultes für die WM zu nominieren, die im Oktober in den Gewässern vor der portugiesischen Atlantikinsel Porto Santo stattfindet.

Dabei machen sich die beiden berechtigte Hoffnungen, in einer der sechs Kategorien (Makro, Fisch, Weitwinkel, Weitwinkel mit Taucher, Kreativ, Sonderthema) ganz vorne mitzumischen. „Unser Minimalziel ist es, in einer Kategorie in die Top 10 zu kommen“, sagt Peter Schultes, der mittlerweile auf eine Wettbewerbserfahrung von 25 Jahren zurückblicken kann. „Vielleicht reicht es ja sogar für noch mehr. Wenn unsere Bilder wirklich gut, also technisch einwandfrei, richtig belichtet, scharf, in der Komposition stimmig und als Motiv interessant werden, wäre die Chance dazu da.“


Wir probieren immer einen Plan B, C und D in der Tasche zu haben


Für Letzteres spielt aber neben dem Gespür auch das nötige Glück eine wichtige Rolle. „Die Natur macht, was sie will, weshalb jedes Foto nur ein einziges Mal entstehen kann“, erklärt Helma Schultes. „Dennoch versuchen wir uns natürlich so gut es geht auf die WM vorbereiten, weshalb wir zehn Tage vor Wettbewerbsbeginn anreisen und uns die Gegebenheiten vor Ort genau anschauen werden.“
  

Auch gesunkene Schiffe können ein schönes Motiv bilden. Bild: Peter Schultes UW-PIC.de
Auch gesunkene Schiffe können ein schönes Motiv bilden. Bild: Peter Schultes UW-PIC.de

Erste Ideen können währenddessen auch schon entstehen. Doch der Druck wird trotzdem groß sein. Denn das Ehepaar hat bei jedem ihrer vier Wettbewerbs- Tauchgänge nur 90 Minuten Zeit. Sollten sie einen Tauchgang innerhalb dieses Zeitraums nicht beenden können, erfolgt die Disqualifikation. Zudem handelt es sich bei den Bildern tatsächlich um Momentaufnahmen, da eine Nachbearbeitung nicht erlaubt ist. „Der Moment für ein, zwei oder drei Fotos muss eben perfekt passen“, erklärt Helma Schultes. „Wenn dieser versäumt wird oder ein Fischschramm einige hundert Meter entfernt ist, hat man schlichtweg Pech gehabt. Auch deswegen probieren wir, immer einen Plan B, C und D in der Tasche zu haben. Hoffen wir einfach, dass bei uns zur WM alles passt.“

Sollten die Bedingungen schwierig sein, ist aber zumindest eins sicher: Die Schultes können sich aufeinander verlassen. Schließlich sind sie ein perfekt eingespieltes Team, das unter Wasser eine klare Rollenverteilung hat. Während Peter Schultes die Kamera bedient, fungiert seine Frau als Tauchmodel und Späher für besondere Motive.  

Interessant dabei: Das Ehepaar kommuniziert unter Wasser per Handzeichen, sodass für beide Seiten klar ist, welches Motiv als nächstes in den Fokus genommen werden soll. „Die Haltung des Tauchmodels ist für die gesamte Komposition des Bildes von großer Bedeutung“, sagt Peter Schultes. „Unsere Bilder entstehen also aus reiner Teamarbeit, meine Frau ist deshalb zu 50 Prozent für die Qualität unserer Fotos verantwortlich.“ So hofft das Duo im Oktober gleichermaßen auf einen perfekten Augenblick, der ihnen den großen Triumph bescheren könnte.