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Der Kölner König der Spoho-Athleten Kai Kazmirek hat als Zehnkämpfer an den Olympischen Spielen von Tokio teilgenommen. Gleichzeitig studiert er an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dass er ein Top-Athlet ist, wissen viele seiner Mitstudenten allerdings gar nicht.

Für die 100 Meter braucht der WM-Dritte von 2017 weniger als elf Sekunden. Bild: Michel Fiiquet

24.08.2021

Wenn Kai Kazmirek im Hörsaal sitzt oder an den Praxiskursen der Deutschen Sporthochschule teilnimmt, fällt er nicht direkt auf. Er wirkt wie ein gewöhnlicher Student, ist 1,90 Meter groß, 88 Kilo schwer und durchtrainiert. Dass er als Zehnkämpfer jüngst in Tokio schon zum zweiten Mal an den Olympischen Spielen teilgenommen hat, wissen viele seiner Kommilitonen gar nicht. Allerdings lässt Kazmirek auch nicht den Leistungssportler raushängen oder posaunt herum, dass er zu den besten Sportlern Deutschlands gehört.

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Im Leichtathletik-Grundkurs wurden einige von ihnen aber nach etwa sechs Wochen doch stutzig, als Kazmirek beim Kugelstoßen aus dem Stand eine Weite von über zwölf Metern gelang. Denn die Anforderung, die für einige Sportstudenten nur mit viel Training erfüllte werden kann, liegt mit 7,60 Meter deutlich darunter. Entsprechend sah er sich damals schnell mit einigen Fragen konfrontiert. „Ich habe ihnen dann erzählt, was ich mache und das fanden sie natürlich cool“, sagt der 30-Jährige, der deshalb aber nicht anders behandelt werden möchte. Vielmehr schätzt er das Leben als Student an der Spoho, die in den letzten an der halb Jahren aufgrund der Coronapandemie natürlich anders was als davor. „Der Zusammenhalt unter den Studenten ist in den Kursen schon sehr stark, das Zusammengehörigkeitsgefühl wächst einfach automatisch, wenn man sich in den Praxiskursen gegenseitig unterstützt“, sagt Kazmirek.


Das Stadion in Tokio war das schönste, das ich je betreten habe


Dass viele Vorlesungen und Kurse von Zuhause aus absolviert werden mussten, kam Kazmirek allerdings auch entgegen. Immerhin trainiert der Olympiavierte der Spiele von Rio in der Woche 25 bis 30 Stunden lang. Dementsprechend hatte er ohne die Anwesenheitspflicht mehr Zeit, um abzuschalten und sich gleichzeitig auf die Olympischen Spiele von Tokio vorzubereiten.

Kazmireks Bestwert beim Stabhochsprung beträgt 5,20 Meter. Bild: KJ Peters
Kazmireks Bestwert beim Stabhochsprung beträgt 5,20 Meter. Bild: KJ Peters

Schade: So richtig rund lief es für Kazmirek dabei nicht, da er sich nach seinem vierten Platz in Rio vorgenommen hatte, erneut um eine Medaille zu kämpfen. Doch trotz guter Trainingsleistungen im Vorfeld kam der WM-Dritte von 2017 zu selten an seine persönlichen Bestleistungen heran, sodass er unter den „Königen der Athleten“ am Ende mit 8126 Punkten lediglich Platz 14 belegte. Ein Erlebnis war seine zweite Olympia-Teilnahme dennoch. „Das Stadion in Tokio ist wahrscheinlich das schönste, das ich je betreten habe. Deswegen ist es auch sehr schade, dass bei den Wettbewerben keine Zuschauer zugelassen waren“, sagt Kazmirek. „Und im olympischen Dorf war es ebenfalls beeindruckend, zudem hat die Organisation sehr gut funktioniert, auch weil die Japaner sich in allen Bereichen wirklich sehr viel Mühe gegeben haben.“ Gründe genug, für Kazmirek auch bei den Spielen von Paris im Jahr 2024 unbedingt noch einmal beim größten Sportereignis der Welt dabei sein zu wollen.

Zuvor gilt es für ihn allerdings sein Studium zu beenden. Und auch dafür muss er trainieren. Denn obwohl er den allermeisten Mitstudenten in nahezu allen Disziplinen deutlich überlegen ist, gibt es auch beim ihm eine Sportart, die ihm nicht liegt. So muss Kazmirek neben seiner Bachelorarbeit noch die Schwimmprüfung bestehen. „Dafür muss ich noch einige Male ins Schwimmbad kommen und trainieren“, gesteht der zweifache Olympiateilnehmer. „Ich kann zwar zwei Minuten lang unter Wasser bleiben, aber ich bin echt ein schlechter Schwimmer. Leichtathlet und Schwimmen, das beißt sich ein bisschen.“

Dennoch steht fest: Auch diese Prüfung wird er bestehen und schon bald einen neuen Lebensabschnitt beginnen. „Ich möchte zukünftig gerne Polizisten im Sportbereich ausbilden“, sagt Kazmirek, der bereits ein Studium bei der Polizei absolviert hat und sich als Kommissar bezeichnen darf. Eine Aufgabe, die der König der Spoho-Athleten ebenso locker meistern wird.
   

Kazmireks Bestleistungen in allen zehn Disziplinen

100-Meter-Lauf: 10,62 Sekunden
Weitsprung: 7,74 Meter
Kugelstoßen: 14,94 Meter
Hochsprung: 2,15 Meter
400-Meter-Lauf: 46,75 Sekunden
110-Meter-Hürden: 14,05 Sekunden
Diskuswurf: 45,83 Meter
Stabhochsprung: 5,20 Meter
Speerwurf: 64,60 Meter
1500-Meter-Lauf: 4:30,75 Minuten
Bestleistung im Zehnkampf: 8580 Punkte