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So könnte die Bebauung nach der Fertigstelllung im Jahr 2024 aussehen. Bild: IFS

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Ein Meilenstein für den Kölner Sport In Stammheim soll am Dünnwalder Kommunalweg bis 2024 ein inklusiver Sportpark entstehen wie es ihn in Deutschland nirgendwo gibt.

22.09.2020
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Der Hallenkomplex samt barrierefreiem Hotel könnte sogar dazu beitragen, dass die Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region erfolgreich verläuft.

Schon in vier Jahren könnte in Köln-Stammheim ein Projekt finalisiert werden, dass es in dieser Form deutschlandweit noch nie gegeben hat.Geplant ist am Dünnwalder Kommunalweg einen inklusiven Sportpark der Superlative zu errichten. Denn neben einer Großsporthalle mit 500, 1500 oder 3000 Plätzen, sollen auf dem Gelände ein Sanitätshaus und ein Gesundheitszentrum sowie ein barrierefreies Hotel mit bis zu 200 Betten entstehen.

Eine Machbarkeitsstudie vom Institut für Sportstättenberatung (IFS) wurde jüngst im Auftrag der Otto Beisheim-Stiftung, der Aktion Mensch und der Stadt Köln durchgeführt. Das Ergebnis: Für einen inklusiven Sportpark dieser Art gibt es in Köln und darüber hinaus einen signifikanten Bedarf, wobei die Erstellung baulich-planerisch realisierbar ist.

Allerdings ist das Projekt nicht nur für Behindertensportler von Bedeutung. Entsprechend gespannt blickten der Rollstuhl Basketball Club Köln 99ers, der die Studie zusammen mit der Kämpgen Stiftung initiiert hat, der Eishockeyverein Kölner Haie, die Volleyballerinnen der DSHS SnowTrex sowie die Basketballer der RheinStars auf die Resultate. Schließlich könnte der geplante Hallenkomplex künftig auch für ihre Teams Spiel- und Trainingsstätte werden.

Wer das Projekt letztlich finanziert, ist noch nicht final geklärt. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass ein Großteil der Mittel durch eine neu gegründete Stiftung oder mehrere bereits bestehende Stiftungen aufgebracht werden. Um den Sportpark entstehen zu lassen, ist es allerdings gleichzeitig nötig, dass sich die Stadt Köln in signifikantem Ausmaß an der Finanzierung beteiligt.
  

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Dass die nötige Summe zugunsten des Behinderten- und Profisports in der Region aufgebracht wird, gilt aktuell als wahrscheinlich. Ob eine Halle mit einer Kapazität von 3000 Sitzplätzen entsteht, ist hingegen noch unklar. Denn im Gegensatz zu den aktuell favorisierten 500- und 1500-Zuschauer-Varianten müsste der Bebauungsplan in diesem Fall wohl neu aufgestellt werden, was das Projekt nochmals teurer werden ließe.
  

Die Rollstuhlbasketballer des RBC Köln 99ers können bald in einer neuen Spielstätte antreten. Bild: marino/stock.adobe.com
Die Rollstuhlbasketballer des RBC Köln 99ers können bald in einer neuen Spielstätte antreten. Bild: marino/stock.adobe.com

Doch egal wie es kommt, das Vorhaben würde in jedem Fall Maßstäbe setzten. Mehr noch: Sollte es wie geplant umgesetzt werden, könnte es sogar dazu beitragen, dass die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für die Olympischen Spiele 2032 erfolgreich verläuft. Schließlich wollen die deutschen Initiatoren um den Kölner Event-Manager Michael Mronz die größte Sportveranstaltung der Welt möglichst nachhaltig durchführen. Heißt: Falls machbar, sollen keine Spielstätten und sonstigen Areale extra für die Olympiade gebaut werden.

Sollte nun allerdings ein inklusiver Sportpark bereits zur Verfügung stehen, der nicht nur als Trainings- und Wettkampfort, sondern gleichermaßen als Übernachtungsmöglichkeit für Menschen mit Behinderung dient, wäre das natürlich ein weiterer Pluspunkt gegenüber den Mitbewerbern. Schließlich ist es eher unwahrscheinlich, dass in der australischen Hafenstadt Brisbane, im arabischen Emirat Katar oder der indonesischen Hauptstadt Jakarta bis zum Jahr 2032 ein vergleichbares Veranstaltungsgelände entsteht. Daher steht eins für die Experten schon jetzt fest: Die Entstehung des inklusiven Sportparks in Köln-Stammheim wird ein Meilenstein für den Behindertensport sein.
   

Der ideale Ablauf

2021: Gründung einer Projektgesellschaft und Klärung der Finanzierung
2021–2022: Fördermittelakquise durch die Projektgesellschaft
2023: Vergabe diverser Bauaufträge
2023–2024: Bau und Fertigstellung des Projekts