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Die Stimme der Stadt: Wesselings Pressesprecher Peter Adolf geht nach mehr als 35 Jahren in den Ruhestand – im EXPRESS blickt er zurück

Mitte Dezember wird Peter Adolf seinen Schreibtisch räumen. Foto: Stadt Wesseling

Am 1. August 1983 nahm Peter Adolf (65) seine Arbeit als Pressesprecher auf. Er war die Stimme der Stadt. Am 14. Dezember dieses Jahres wird er seinen Posten räumen.

Bevor Adolf in den kommunalen Dienst eintrat, war er Redaktionsleiter in Frechen für diverse Anzeigenblätter. „Bundestagsabgeordneter für den Erftkreis I war damals der Wesselinger Bürgermeister Alfons Müller. Ihn lernte ich bei meiner Arbeit kennen, und er holte mich als Pressesprecher und Wirtschaftsförderer nach Wesseling“, erzählt er.

Und es wurde höchste Zeit, dass sich wieder jemand um die öffentliche Kommunikation kümmert, denn die Stelle war bereits mehr als ein Jahr lang unbesetzt. „Ich habe also zunächst einmal eine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aufgebaut“, so Adolf.

Seine erste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: „Sowohl Bürgermeister Alfons Müller als auch Stadtdirektor Reinhard Konda waren natürlich daran interessiert, besser in den Medien präsent zu sein. Schließlich waren eineinhalb Jahre später Kommunalwahlen.“ Und es klappte: Müller wurde wiedergewählt.

Ein weiterer Erfolg für Adolf ist die über die Jahre aufgebaute Partnerschaft mit der Stadt Leuna in Sachsen-Anhalt. „Ich war mit einer Rats- und Verwaltungsdelegation am Aschermittwoch 1990 in Leuna und war erschrocken, sogar entsetzt, wie es in der Stadt und in den Leuna-Werken aussah“, erzählt der Diplom-Betriebswirt.

Die Lebensbedingungen seien unmenschlich gewesen. Am 3. Oktober 1990 wurde in Wesseling mit Gästen aus Leuna der neue „Tag der deutschen Einheit“ gefeiert und eine Partnerschaft besiegelt. Die Stadt im Rhein-Erft-Kreis leistet ganze Arbeit beim Aufbau. „Heute ist Leuna eine attraktive Stadt mit einer großartigen Infrastruktur. Das hätte ich 1990 nie erwartet“, erklärt Adolf.

Ebenfalls in Erinnerung ist ihm der 18. Januar 1985 geblieben – allerdings nicht in guter. Bei einer schweren Explosion auf dem Gelände der ROW (heute Lyondellbasell) wurden 29 Menschen verletzt. Im Umkreis von zehn Kilometern barsten Fensterscheiben und Dächer wurden abgedeckt – selbst in der Innenstadt kam es zu Schäden. „Dramatisch waren sicherlich auch die Jahrhunderthochwasser 1993 und 1995. Die sind zwar noch gut für Wesseling ausgegangen, aber es war ganz, ganz knapp.“ Der Austritt von eine Million Liter Kerosin bei Shell sei ebenfalls eine Herausforderung gewesen. „Das hat Wesseling sehr geschadet, die Stadt stand leider lange Zeit nur negativ in den Schlagzeilen“, so Adolf.

Insgesamt sieht er die Entwicklung der Stadt jedoch positiv. „Sie ist heute in der Region ein attraktiver Platz zum Wohnen und zudem gefragter Standort für Neuansiedlungen von Unternehmen geworden. Gerade erst konnte die Verwaltung noch 240.000 Quadratmeter erwerben, um an der Urfelder Straße ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln“, so der Noch-Sprecher.

Sein persönliches Fazit fällt nach 35 Jahren ebenfalls positiv aus: „Ich habe diesen Job gerne gemacht und denke, dass auch meine Vorgesetzten zufrieden mit mir waren beziehungsweise noch sind. Fünf Bürgermeister hatte ich in dieser Zeit – drei von der CDU, zwei von der SPD. Dass ich als CDU-Mann dennoch in der Funktion geblieben bin, ist nicht selbstverständlich.“ Zudem sei er stolz auf sein Team, mit dem er manches bewirkt habe.

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