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Petri Heil! Piranhas in der Erft: Der Fluss ist Heimat zahlreicher exotischer Arten

Die Erft wurde stark erwärmt und bietet gute Voraussetzungen für exotische Arten. Fotos: Clemens, guentermanaus/stock.adobe.com

Die Erft ist rund 105 Kilometer lang, entspringt bei Bad Münstereifel und mündet bei Neuss in den Rhein. Besonders auf ihren letzten Kilometern im Rhein-Erft-Kreis und im Rhein-Kreis Neuss sind schon seit einigen Jahren merkwürdige Dinge zu beobachten.

Dort, wo die Tagebaue Hambach und Garzweiler ganz in der Nähe sind, pumpt RWE Power ununterbrochen Unmengen von Grundwasser in die Erft, die sich deswegen deutlich erwärmt. Dies führt schon lange dazu, dass sich der Fluss in diesem Bereich in ein wahres Paradies für tropische Pflanzen und Tiere entwickelt hat.

Viele Menschen, die ihre Katzen, Meerschweinchen oder Hunde loswerden wollen, bringen sie ins Tierheim. Zahlreiche Aquarianer dagegen bevorzugen oft den Gang zur Erft. So landen viele Arten, die eigentlich in den Tropen beheimatet sind, in dem Fluss, der durch das über 24 Grad warme Sümpfungswasser angenehm temperiert ist. Selbst im Winter bleibt die Temperatur in diesem Bereich der Erft so hoch, dass sich auch Schildkröten dort wohlfühlen.

Viele Arten aus den Tropen landen in dem 24 Grad warmen Fluss

Was vor Jahren noch als Anglerlatein abgetan wurde, ist mittlerweile bestätigt: Selbst Piranhas, die sagenumwobenen Raubfische des Amazonas, hatten Angler dort schon am Haken. Jeder kennt die Szenen aus Horrorfilmen, in denen die Fische mit den scharfen Zähnen von ihren Opfern nur noch das Skelett übrig gelassen haben.

Mitglieder des Fischereivereins Bedburg und des Angelvereins Neuss berichteten bereits von bis zu 50 Zentimeter große Piranhas, die sie aus der Erft gefischt hätten. Die meisten der Raubfische sind allerdings kleiner. Wissenschaftler beruhigen bereits: Die Tiere, die heute in vielen Zoohandlungen gekauft werden können, würden sich so wie andere Fische auch ernähren. Menschen stünden daher nicht auf ihrem Speiseplan.

Damit nicht genug: Viele Pflanzen, die in unseren Gefilden zu finden sind, kommen eigentlich von anderen Kontinenten. So entdecken Naturfreunde an der Erft seit Jahren bereits das brasilianische Tausendblatt oder die Rossschweifalge aus Indien. Unter Wissenschaftlern ist nun umstritten, ob all diese fremden Arten gefährlich für die heimische Flora und Fauna sind oder ob sie diese nicht viel mehr bereichern würden.

Die Europäische Kommission hat eine klare Meinung, wie mit fremden Arten in unseren Gefilden umgegangen werden soll. Sie will diese Tiere – etwa Nilgänse oder Waschbären – möglichst rasch loswerden und töten oder zumindest kastrieren, um so ihre weitere Verbreitung zu unterbinden.

Die tropische Flora und Fauna inklusive der Piranhas in der Erft dürfte wohl erst wieder verschwinden, wenn kein Grundwasser mehr aus den Tagebauen eingeleitet wird und sich die Wassertemperatur wieder normalisiert. Bis dahin ist es jedoch noch lange hin.

  

Wo Piranhas eigentlich leben

Die meisten Piranha-Arten leben in den Gewässern Südamerikas. Überwiegend handelt sich dabei um Weißwasserflüsse. Diese sind sehr nährstoffreich, hell gefärbte Lehmwasserflüsse mit feinstem Sand und Ton. In den Randzonen setzen sich die Trübstoffe ab, so dass das Sonnenlicht mehrere Meter eindringen und das Wasser auf Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad aufheizen kann. Somit ist das Wachstum von Wasserpflanzen möglich, es entstehen tierische Nahrungsketten, an deren Spitze unter anderem die Piranhas stehen. Typische Weißwasserflüsse sind der Amazonas, Río Paraguay und Rio Paraná, in denen zudem die größte Verbreitung von Piranha-Arten zu verzeichnen ist.

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