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Die Legende vom Werwolf: Im 16. Jahrhundert soll sich Peter Stump in eine Bestie verwandelt haben.

Bedburg ist ein idyllisches Städtchen. Trotz seiner Lage im Speckgürtel von Köln besitzt es einen ländlichen Charakter. Kein Wunder, dass sich regelmäßig Touristen das Schloss oder die vielen weiteren denkmalgeschützten Gebäude der Stadt angucken. Auch die zahlreichen Wanderwege in der näheren Umgebung von Bedburg sind beliebt. Gründe genug, damit sich die 25 000 Einwohner der Stadt wohl fühlen.

Doch es gab eine Zeit, während der sich die Leute in Bedburg aus Furcht nachts regelrecht verbarrikadierten. Denn der Legende nach versetzte ein Mensch die Bevölkerung zum Ende des 16. Jahrhunderts in Angst und Schrecken. Und das nicht irgendwie, sondern in der Gestalt eines Werwolfs! Der 1525 geborene Peter Stump soll sich nach der Auffassung der damaligen Justiz in eine brutale Bestie verwandelt haben. 16 Männer, schwangere Frauen und Kinder hat der wohlhabende Bauer angeblich umgebracht. Dazu wurden Stump Vergewaltigungen und Inzest vorgeworfen.

Die düstere Gegend regte damals die Fantasie der Stadtbewohner an

Gewütet haben soll die Bestie im Wald, während der Dämmerung oder nachts. „Die düstere Atmosphäre der Gegend damals regte natürlich die Fantasie an“, erklärt Bedburgs Stadtarchivar Uwe Depcik. Doch die Leute seien zu diesem Zeitpunkt überzeugt gewesen: Stump muss ein Werwolf sein. Als Zeugen die Kreatur eines Tages aus der Ferne erahnten, begann eine Hetzjagd. Einige Bürger zogen mit ihren Hunden durch den Wald bis zum Kasterer See, kesselten die Bestie dort ein und schlugen ihr eine Pfote ab. Gefasst werden konnte die Kreatur allerdings nicht, doch als Stump das nächste Mal gesehen wurde, soll er nur noch eine Hand besessen haben.

Im idyllischen Bedburg sorgte angeblich eine Kreatur für Angst und Schrecken bei den Einwohnern Fotos: renta, lanklatum/ stock.adobe.com
Im idyllischen Bedburg sorgte angeblich eine Kreatur für Angst und Schrecken bei den Einwohnern Fotos: renta, lanklatum/ stock.adobe.com
Eine Horrorstory, die heutzutage niemand mehr glauben würde. Im 16. Jahrhundert wurden die Anschuldigungen gegen Stump hingegen ernst genommen, weshalb damals nicht nur im Umkreis, sondern in vielen europäischen Ländern per Flugblatt vor ihm gewarnt wurde: in den Niederlanden, in England und in Dänemark. Überall war der Werwolf von Epprath präsent. Sogar Zauberei und das Zusammenleben mit einer Teufelin wurden Stump damals vorgeworfen. Ein Irrglaube, den er mit seinem Leben bezahlen musste. Denn am 28. Oktober 1589 wurde Stump schuldig gesprochen, drei Tage später gerädert, dann enthauptet und anschließend verbrannt.

Die Legende des Werwolfs von Epprath lebt hingegen bis heute weiter. In Bedburg gibt es sogar einen Werwolf-Wanderweg, auf dem die Schauplätze von damals abgelaufen werden können. Tagsüber ist dieser Ort ein beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen, nachts hingegen trauen sich dort selbst tapfere Leute nicht hin – nach wie vor.


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Wanderweg zur Geschichte

Der Werwolf-Wanderweg startet am Agatha-Tor im historischen Ortsteil Alt-Kaster. Er ist zehn Kilometer lang und umfasst sieben Stationen. Um einen Märchenpfad handelt es sich bei ihm nicht. Vielmehr beleuchtet er das Leben des Bauers Peter Stump, der in Gestalt eines Werwolfs im 16. Jahrhundert in Bedburg sein Unwesen getrieben haben soll. Über den Wolfgangstieg führt er zur Kasterer Höhe, dem Kasterer See, zur Epprather Brücke über die Erft, zum Rathaus Bedburg, zum Schloss Bedburg und schließlich zur Erfthalbinsel Broich, auf der die Tour endet. Auf Informationstafeln werden die Legende des Werwolfs von Epprath für Touristen nacherzählt und die Route im Detail dargestellt.
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