YPE html> Mit neuem Gesetz zur Legalisierung von Cannabis will Bundesregierung ab Anfang kommenden Jahres "neue Wege" gehen
Unfall in Köln Lkw-Fahrer auf der A4 eingeklemmt, Rettungshubschrauber im Einsatz – Fahrbahn gesperrt
Anzeigen
Mit neuem Gesetz zur Legalisierung von Cannabis will Bundesregierung ab Anfang kommenden Jahres "neue Wege" gehen "Cannabis Clubs" im Rhein-Erft-Kreis: Eigener Anbau im Vereinsheim
"Cannabis Clubs" im Rhein-Erft-Kreis: Eigener Anbau im Vereinsheim
Foto: adobe.stock.com/gutoXOX

Erwachsene sollen bald straffrei bis zu 25 Gramm Cannabis besitzen dürfen. Mit dem neuen Gesetz zur Legalisierung von Cannabis will die Bundesregierung ab Anfang kommenden Jahres „neue Wege“ gehen, denn: „Die bisherige Drogenpolitik zum Cannabiskonsum stößt an ihre Grenzen.“

Trotz Verboten steigt der Konsum gerade bei jungen Menschen. Cannabis vom Schwarzmarkt ist häufig mit Gesundheitsrisiken verbunden. Es kann verunreinigt sein und einen unbekannten THC-Gehalt enthalten, dessen Wirkstärke Konsumenten nicht abschätzen können. Cannabis, beziehungsweise der Wirkstoff der weiblichen Hanfpflanze THC (Tetrahydrocannabinol), sorgt für Rauscheffekte und Euphorie. Übrigens: Der medizinische Einsatz von Cannabis steht bei diesem Vorhaben nicht im Fokus. Für diese „rauschfreien“ Produkte gelten andere Vorgaben. Bei aller Legalisierung verfolgt die Bundesregierung dennoch klare Vorgaben: Für den privaten Gebrauch darf man drei Pflanzen selbst anbauen. Im Grunde sollen aber gemeinschaftliche, nicht-gewerbliche Vereinigungen einen Eigenanbau für Erwachsene zum Eigenkonsum realisieren. „In einem zweiten Schritt soll dann die Abgabe in lizensierten Fachgeschäften angegangen werden“, so der Plan der Bundesregierung - wissenschaftlich konzipiert und begleitet.

Cannabis-Clubs

Ein entscheidendes Element bei der Umsetzung des Vorhabens sind die so genannten „Cannabis Clubs“. Sie dürfen nicht in der Nähe von Schulen, Kitas und anderen Jugendeinrichtungen entstehen und maximal 500 Mitglieder haben. Über sie soll ein geregelter Anbau und Konsum realisiert werden. Im Rhein-Erft-Kreis sitzt dabei ein Club, der bereits in den „Findungsprozess“ für das neue Gesetz involviert war: der „Cannabis Social Club Greenflakez Bedburg“. Seit 2022 ist eine Gruppe um Initiator Michael Mandt bereits aktiv. Die Gründung eines eingetragenen Vereins wurde im April dieses Jahres auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit Mitstreiter Kai Lindenau und weiteren Freunden wollte Mandt früh Präsenz zeigen und Aufklärung für das Thema betreiben - mit Erfolg. Aufmerksamkeit, Resonanz und der Club selbst wurden größer: „Wir haben uns vernetzt, einen Vorstand gegründet und einen Anbaurat. Es folgten ein Radio-Interview und der Austausch mit der Cannabis Apotheke Lux99 in Hürth sowie mit lokalen Politikern“, fasst Mandt Schritte eines längeren Weges in Kürze zusammen. Aktuell dient der Club quasi als „Blaupause“ zur Gründung eigenständiger Vereine in Köln, Leverkusen und Hürth oder sogar in Erlangen oder Bayreuth - nach dem Vorbild und der „Marke“ der „Greenflakez“. Der Club sei sich seiner Verantwortung absolut bewusst, so Michael Mandt: „Wir möchten nicht nur ein Club sein, an dem gleichgesinnte Volljährige ihrem Genuss nachkommen und Mitglieder legal Cannabis erwerben können. Wir möchten eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnehmen und über das Thema - auch die Risiken - aufklären“, betont der Initiator.

Dies rief auch Lokalpolitiker der SPD auf den Plan, mit dem Club zusammenzuarbeiten - unter anderem Aaron Spielmanns, den Geschäftsführer der Jusos Rhein-Erft: „Seien wir ehrlich: Wir können nicht verhindern, dass Menschen Cannabis konsumieren. Wir können aber verhindern, dass sie es auf dem Schwarzmarkt kaufen, wo es oft nicht in Reinform, sondern mit anderen Substanzen vermischt verkauft wird. Dadurch kommen Cannabiskonsumenten erst in Kontakt mit harten Drogen.“ Die zwei wichtigsten Bausteine des neuen Gesetzes fasst Spielmanns so zusammen: „Anbau über Vereine, staatlich kontrolliert, und eine Abgabe nur an Club-Mitglieder über lizensierte Abgabestellen zu kostendeckenden Preisen.“ Alles verbunden mit der Hoffnung: „Die günstigeren legalen Angebote werden Schwarzmärkte austrocknen.“

Dies ist auch eines der Ziele eines weiteren Clubs im Rhein-Erft-Kreis: dem „Cannabis Culture Club Brühl“, kurz CCCB. Dessen Vorsitzender Sven Steiger erklärt: „Wir stehen für einen bewussten Umgang mit Cannabis, machen uns in Beratungen für Gesundheit und Jugendschutz stark und möchten den Schwarzmarkt verdrängen.“ Interesse am Cannabis-Club besteht auch in Brühl: „Unser Verein hat bereits 173 Interessenten aus allen sozialen Schichten im Alter von 18 bis 65 Jahren“, so Kassenwartin Rassin Greven und Peter Wilms vom Anbaurat. Der Verein sucht nun eine 500 Quadratmeter große Halle oder ein Gewächshaus, denn im Frühjahr 2024 soll den Mitgliedern ihr erstes selbst angebautes, rauchfähiges Cannabis ausgehändigt werden können. Mit dem neuen Gesetz und dem Engagement der Clubs soll laut Bundesregierung auch eine breit angelegte Aufklärungskampagne einher gehen. Die ist für die Drogenhilfe Köln gGmbH entscheidend, denn: „Das Gefahrenpotenzial von Cannabis ist unbestritten. Aus Sicht der Suchtprävention ist es maßgeblich, inwieweit es gelingt, vor allem junge Menschen darin zu bestärken, gar nicht zu konsumieren. Wenn sie es doch tun, sollte der Konsumbeginn so spät wie möglich sein und so wenig schädlich wie möglich“, bezieht die Fachstelle für Suchtprävention im Rhein-Erft-Kreis Stellung. Das Fazit der Drogenhilfe Köln gGmbH: „Ob die geplanten, so genannten Cannabis Social Clubs, hier eher positiv oder negativ einwirken, lässt sich seriös nicht beantworten, da es schlicht noch keine Erfahrungen dazu gibt.“ Volker Düster


Drittes Brühler Kneipenfestival

Nachdem im letzten Jahr das Brühler Kneipenfestival mit großem Erfolg wieder stattgefunden hat, steht das Datum für dieses Jahr fest. Radio Erft präsentiert das 3. Brühler Kneipenfestival am Samstag, den 30. September. Der Eintritt ist frei. Mehrere tausend Besucher des vergangenen Jahres waren begeistert: Sänger, Bands, DJs und andere Künstler sorgten mit einem bunten Programm für gute Unterhaltung und einen unvergesslichen Abend. Dementsprechend ist die Vorfreude auf das kommende Brühler Kneipenfestival bei den Organisatoren groß. Endlich wird wieder in 15 Locations in der gesamten Stadt gefeiert.

In Verbindung mit dem Kneipenfestival wird die „Alzheimer-Gesellschaft Aufwind Brühl e.V.“ als diesjähriges #HERZENSPROJEKT unterstützt. Die Aktion wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ins Leben gerufen und soll dazu dienen, regionalen Vereinen und Projekten zu helfen. Der Verein der Alzheimer-Gesellschaft kümmert sich um die Betroffenen der Krankheit, sowie deren Angehörige und unterstützt diese in ihrem Alltag. Gemeinsam soll die Hilfsbereitschaft und das Verständnis der Bevölkerung gefördert werden. Weitere Informationen findet man auf der Homepage: www.kneipenfestival-bruehl.de/herzensprojekt

Neben der vielfältigen und tollen Musik steht das Prinzip des „Kneipenhoppings“ im Vordergrund. Das Festival dient nicht nur dazu, die bekannten Gastronomieobjekte zu beleben, sondern auch die neuen und noch unentdeckten Objekte vorzustellen und in die Gruppe zu integrieren. Details zum Ablauf gibt es auf der Homepage zur Veranstaltung. Der Einlass startet in den meisten Locations ab 19 Uhr. Das Programm beginnt dann im Anschluss ab 20 Uhr. Ab dann können die Besucher wie gewohnt zwischen allen Gastronomiebetrieben pendeln.
www.kneipenfestival-bruehl.de


Laufen und so Gutes tun

Das Mittelmeer gilt als die aktuell tödlichste Außengrenze der Welt. Im ersten Halbjahr 2023 sind bereits 2.096 Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer gestorben (Stand: 16. August). Während die EU sich immer weiter ihrer Verantwortung entzieht und sogar bewusst Rettungen verhindert, versuchen Seenotrettungsorganisationen diese Lücke zu füllen und Menschenrechte an den Grenzen Europas zu verteidigen. Die moralische und finanzielle Unterstützung durch die Zivilgesellschaft ist dabei unverzichtbar.

Im September findet der „Run For Rescue“ (Infos unter Run For Rescue 2023 – Spendenevent für zivile Seenotrettung: runforrescue.org), ein deutschlandweiter Spendenlauf, statt, an dem sich auch die Seebrücke Brühl mit einer Veranstaltung beteiligt. Mit dem Lauf soll Geld für den Einsatz ziviler Seenotrettungsschiffe gesammelt werden. Durch eine Teilnahme am „Run For Rescue“ und eine Spende werden fünf Seenotrettungsorganisationen im Einsatz gegen das Sterben im Mittelmeer unterstützt. 

Die Veranstaltung in Brühl findet am 9.September auf der Laufbahn des Schloßparkstadions statt. Um 10 Uhr eröffnet Bürgermeister Dieter Freytag mit einem Grußwort die Veranstaltung. Anschließend starten die Läuferinnen und Läufer des Max-Ernst-Gymnasiums Brühl. Gegen 12.30 Uhr sind alle Brühlerinnen und Brühler, die Lust und Zeit haben, herzlich zur Teilnahme an dem Spendenlauf eingeladen, der um 15.30 Uhr enden soll. Ausdrücklich eingeladen sind auch Spaziergängerinnen und Spaziergänger.

Für die Verpflegung der Aktiven sorgt der Förderverein des SC Brühl.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.