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Kölner Drag-Queen Pam Pengco: „Die behandeln uns wie einen Zoo“
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Safe Spaces sind für die Community wichtig Kölner Drag-Queen Pam Pengco: „Die behandeln uns wie einen Zoo“
Kölner Drag-Queen Pam Pengco: „Die behandeln uns wie einen Zoo“
Die Kölner Drag-Queen Pam Pengco feiert ihr zehnjähriges Bühnen-Jubiläum. Foto: Privat

Seit zehn Jahren steht Pam Pengco auf der Bühne. Dabei hat die Kölner Drag-Queen schon einiges erlebt. Doch noch immer begleiten sie Sorgen.

Die Perücke sitzt, die Verwandlung ist perfekt - vor dem Spiegel sitzt Pam Pengco (34). Die Kölner Drag-Queen hat im April 2023 ihr zehntes Drag-Jubiläum gefeiert. Mittlerweile steht sie auf Bühnen in ganz Deutschland mehrmals die Woche.

„Ich hätte mir damals nie vorstellen können, dass das mein Hauptjob wird“, blickt Pam auf ihre Anfänge zurück. Ihre ersten Schritte machte die Wahl-Kölnerin auf der Schaafenstraße und noch heute tritt sie regelmäßig im „Exile“ auf.

Ihr großer Traum: Ein eigenes Comedy-Programm. Denn nicht nur als Drag-Queen, sondern auch als Stand-up-Comedian feiert sie Erfolge.

Erreichen will sie damit nicht nur die queere Community. Mit ihren Shows wendet sie sich auch an diejenigen, die sonst nur wenige Berührungspunkte mit Drag haben. „Wir lachen zusammen, miteinander, von mir aus auch über mich. Ich kann gut über mich selbst lachen. So will ich zeigen, dass Drag ganz normal ist“, erklärt Pam.

Dennoch: Ganz ohne Angst kann sie die Bühne nicht betreten. Jemand könnte im Publikum sitzen, der sie nicht akzeptiert. „Was ist, wenn da ein homophober Übergriff passiert? Das habe ich immer im Hinterkopf.“ Und nicht nur auf der Bühne gibt es diese Sorge. Auch auf der Schaafenstraße sei Security notwendig. „Jeder Laden hat eine Security und die ist tatsächlich auch sinnvoll“, schildert Pam. „Da gehen viele Menschen her, die gar nicht wissen, dass das eine queere Straße ist. Und für uns ist das ein Safe Space - ein Ort, an dem wir selbst sein können. Da kann ich auch mal als Drag-Queen langlaufen und mich einigermaßen sicher fühlen.“

Das Gegenteil wäre nur ein paar Meter weiter der Fall. „Direkt daneben ist der Ring, wo ich nach zehn Metern wahrscheinlich schon die erste Anfeindung hätte.“ Safe Spaces seien für die Community wichtig. „Viele denken, dass man in Städten wie Köln nicht mehr angefeindet wird. Aber geh mal händchenhaltend mit einem gleichgeschlechtlichen Partner oder einer Partnerin durch die Stadt und dann siehst du, was passiert. Es ist schwierig, wenn andere sagen, dass es nicht so ist, nur weil sie es selbst nicht erfahren.“

Nicht das einzige Problem: Denn in den Safe Space treibt es mittlerweile ein immer gemischteres Publikum. Und manche nähmen die Schaafenstraße eher als Attraktion wahr. „Wir haben öfter auch größere Frauengruppen, die nur mal gucken wollen und uns behandeln wie einen Zoo. Die wollen nur mal bunte Leute gucken. Und das ist einfach furchtbar.“

„Es ist jeder willkommen, aber es sollte sich auch jeder benehmen und einfach Spaß am Feiern haben“, betont Pam - und schießt gleich noch einen Appell hinterher: „Wenn du als Frau einen homophoben oder rassistischen Partner hast, den du so akzeptierst, obwohl du selbst schwule Freunde hast, dann bist du Teil des Problems.“

Als Drag-Queen habe man die Möglichkeit, auf solche Probleme aufmerksam zu machen. Schließlich sei das Sprachrohr größer. „Ich bin natürlich auffälliger. Da hören die Leute mir schneller zu und stellen mir Fragen. Deshalb ist Drag auch immer ein bisschen Aufklärung, weil du deine Stimme nutzen musst, wenn du die Macht hast, dass Leute dir zuhören.“

Auf den Bühnen Deutschlands nutzt Pam ihre Stimme mit Humor. Und kann auf diese Weise vielleicht so manch andere Drag-Queen dazu inspirieren, ins Rampenlicht zu treten. „Ich bin froh um jede Person, die die Welt ein bisschen bunter macht“, macht Pam deutlich. von LUISA MARIA STICKELER vermischtes@express.de

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