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Der Urwald vor der Haustür Nette-Seen - Auf Tour in Sumpfseen: Wanderungen im Naturpark Maas-Schwalm-Nette

 Naturschauspiel: Im Birgeler Urwald sorgt ein von Bibern angelegter Staudamm für diesen geheimnisvollen Sumpfsee. Fotos: Christof Ernst

17.06.2022

Mächtige Bäume, mannshohe Farne, geheimnisvolle Sumpf-Seen: So sieht es im Birgeler Urwald aus. Und der liegt nicht in weiter Ferne, sondern gerade mal eine Autostunde von Köln entfernt an der deutsch-niederländischen Grenze. Das Wanderparadies gehört zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Wir haben drei Touren-Angebote getestet.

■ Was braucht man? Gutes Schuhwerk, Rucksack, Regenschutz, Kamera, ausreichenden Getränkevorrat und eine Klappbroschüre der Route. Die gibt es unter www.wa-wa-we.eu, und sie ist als Wanderkarte und Infomaterial völlig ausreichend. Neun Rund-Touren werden für den Naturpark angeboten. Die längste geht über 18,9 Kilometer, die kürzeste über 5,3 Kilometer. Alle sind auch für ungeübte Wanderer zu bewältigen.

■ Augen und Ohren auf: Die Wandertour „Birgeler Urwald“ (14,9 Kilometer) ist ein Fest für alle Sinne. Man geht durch Wälder mit mächtig hohen Bäumen, die mit ihren ausladenden Kronen selbst im Hochsommer angenehmen Schatten bieten. Oder man steht vor einem sumpfigen See, den Biber geschaffen haben, indem sie aus Ästen einen Dammerrichtet haben. Man hört einen Specht, einen Kuckuck, sieht Habichte, Milane, Sperber-Natur pur!

■ Kleiner Grenzverkehr: Von Birgelen nach Haelen in der niederländischen Provinz Limburg sind es nur knapp 28 Kilometer. Dort lockt das Naturreservat Leudal mit Flusslandschaften, die nicht angerührt werden dürfen, weil sie unter Schutz stehen. Wenn man auf Bäche mit bizarren Totholz-Formationen schaut, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Auf dem 14,6 Kilometer langen Rundweg lässt sich im Café Busjob im Klosterhof St. Elisabeth sehr gut eine Pause einlegen

■ Op bläcke Fööss: Schöner Abschluss eines Wanderwochenendes ist die leichte Wanderung (7,6 Kilometer) auf der Molenplas-Insel rund um zwei Seen nahe dem niederländischen Ort Laak. Der Clou: Zwischen den Seen gibt es einen Übergang, dessen Steine manchmal mit Wasser umspült sind: Schuhe und Strümpfe aus – und op bläcke Fööss ans andere Ufer.

■ Übernachten: Wer an einem längeren Wochenende unterwegs ist, sucht sich am besten ein Hotel oder eine Pension in der Region als „Basislager“. Denn man kann die Routen so wählen, dass die Anfahrten maximal 30 Minuten dauern. Auf deutscher Seite liegt der Preis fürs Doppelzimmer inklusive Frühstück bei rund 100 Euro. Auf der niederländischen Seite ist es bis zu 30 Euro günstiger.

■ Essen und Trinken: Gutbürgerliche Küche ist zu beiden Seiten der Grenze Standard. Top-Tipp: Die „Effelder Bürgerstube“ in Wassenberg-Effeld. Chefin ist Monika Schönfeld. Ihr Mann Peter kocht– und serviert auch schon mal einen Eismeersaibling auf sautiertem Spargel. Außergewöhnlich ist die umfangreiche Weinkarte. Kein Wunder: Der Koch ist auch gelernter Sommelier.

■ Das nervt: Wenn man bei der Wanderung durch den Birgeler Urwald mitten im Moor eine leere, plattgedrückte Milchtüte entdeckt. Hirnfreie Umwelt-Ferkel gibt es offenbar überall.

■ Das bleibt: Die Erfahrung, dass man gar nicht so weit fahren muss, um in eine andere (Seen-)Welt einzutauchen – quasi vor der Haustür. CHRISTOF ERNST christof.ernst@express.de

Mörderischer Niederrhein

Flach, aber hochspannend geht es am Niederrhein zu, zumindest, wenn man sich Regina Schlehecks Kurzkrimis „Mörderisches vom Niederrhein“ (Gmeiner Verlag, 12 Euro) zu Gemüte führt. Motto: Der Tod kann immer eine Lösung sein. Auch in „Der Seelenwandler“ von J.J. Eater (13,99 Euro) geht’s nicht gerade harmonisch zu – der Krimi spielt in und um Wassenberg. In der Nationalparkregion „Mein Weg“ auf deutscher (Kreise Heinsberg und Viersen) sowie auf niederländischer (Provinz Limburg) Seite sind „Nachbarn unter sich – literarische Missetaten vom Meinweg“ (npr-meinweg.eu) angesiedelt.

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